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Segeberg Viele Gewerbeflächen: Droht Konkurrenzkampf der Städte?
Lokales Segeberg Viele Gewerbeflächen: Droht Konkurrenzkampf der Städte?
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21:15 18.02.2016
Zur Orientierung: Die Blickrichtung ist Nordwest, links unten im Vordergrund ist der Bahnhaltepunkt Wahlstedt, rechts verläuft die Straße nach Negernbötel, im Hintergrund die B 205 mit den auf dem Gebiet Negernbötels geplanten Industrieflächen. Quelle: Stadt Wahlstedt

Kommt es demnächst zu einer Konkurrenz der Gewerbegebiete im Bereich des Mittelzentrums und der Nachbarorte? Oder ist der Bedarf der Firmen groß

genug? Eines ist klar: Ausgelöst wird die Bereitschaft der Kommunen, Gewerbegebiete auszuweisen und teuer zu erschließen, derzeit durch die scheinbar unersättliche Nachfrage von Firmen. Bad Segeberg erschließt gerade für über sieben Millionen Euro sein Gewerbegebiet Burgfelde, im Levo-Park stehen Flächen zur Verfügung, jetzt planen Wahlstedt und Negernbötel ein großes, grenzübergreifendes Gebiet.

Kürzlich war es Thema im Planungsausschuss des Mittelzentrums. Hier geht es um Flächennutzungsplanung. Die Gemeinde Negernbötel fragte an, ob ihre Pläne Aussicht auf Erfolg haben. Sie möchte etwa neun Hektar ausweisen. Südlich angrenzend befindet sich das Gewerbegebiet der Stadt Wahlstedt. Ziel des zusammenhängenden Gebietes nahe am Wahlstedter Flugplatz soll es sein, möglichen Investoren auch größere Flächen anbieten zu können.

Thomas Vorbeck (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, berichtete von einem einstimmigen Votum dafür. Doch Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) hatte schon im Vorfeld Bedenken zu den Plänen geäußert. Er halte es für „ruinös“, wenn Bad Segeberg mit dem Gebiet Burgfelde, dem Levo-Park und jetzt auch Wahlstedt und Negernbötel mit ihrem interkommunalen Gewerbegebiet fast gleichzeitig Flächen für Unternehmen anböten. Er befürchte „eine Überversorgung“. Es dürfe nicht sein, dass sich die Kommunen so gegenseitig ruinierten, denn die Erschließungskosten seien immens, warnt er.

Derartige Zweifel scheint jetzt auch der Kreis Segeberg zu hegen. Zweckverbandsvorsteher Matthias Bonse (CDU) sagte den LN, dass es eine Stellungnahme des Kreises zum Gewerbegebiet am Flugplatz gebe, in dem dieser „ein Gesamtkonzept“ sehen möchte. Bonse: „Darum werden wir dieses zusammen mit dem Zweckverband aufstellen.“ Überrascht zeigt sich Wahlstedts Bürgermeister von diesem Anliegen des Kreises nicht. Im Bereich des Wahlstedter Bahnhofs werde es eher ein Misch-, Richtung Negernbötel ein Industriegebiet werden. „Dass deshalb etwas auf der Kippe steht, sehe ich nicht. Ganz im Gegenteil. Ich sehe das sehr positiv. Das Gelände ist eine sehr gute Ergänzung zu den anderen Gewerbegebieten.“ Es mache ja auch keinen Sinn, so Bonse, „wie wild Gewerbeflächen auszuweisen“. Die Aufträge zu den Planungen habe der Hauptausschuss bereits vergeben, und „wir sind in der guten Position, 2016 dort noch kein Grundstück verkaufen zu müssen“.

Auch Wahlstedts Bauamtsleiter Torsten Maaß ist sich sicher, dass es nicht schwer werde, gegenüber dem Kreis den Bedarf an Gewerbeflächen nachzuweisen. „Nun wird ein Prozess zum Laufen kommen, den wir nicht auf die lange Bank schieben. Die Flächen werden dadurch an Reiz gewinnen.“

Auch Thomas Vorbeck sieht in dem vom Kreis verlangten Konzept zu der künftigen Entwicklung von Gewerbeflächen kein Problem oder gar ein Hemmnis für künftige Planungen. Es sei doch sinnvoll, wenn sich jetzt jeder im Mittelzentrum Gedanken mache, wo noch Gewerbegebiete eingerichtet werden können. Das geplante Gebiet bei Negernbötel sei für größere Industrieanlagen gedacht. Schon jetzt hätten zwei Firmen angeklopft, die dort großflächig planten.

H. Hiltrop und W. Glombik

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