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Segeberg Vier Buchstaben, eine Leidenschaft
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21:07 05.07.2016
So sehen Sieger aus: Maik Dinse (l.) aus der Nähe von Stralsund mit Freunden und seinem Opel, eine Kreuzung aus Kadett E und Astra F mit einer Prise Astra G. Rund 30000 Euro hat er in seinen „Kadastra“ gesteckt. Quelle: Fotos: Hiltrop

Einen „System Lutzmann“, so der Name des allerersten Opel-Modells, das 1899 gebaut wurde, suchte man am Wochenende auf der Koppel bei Wahlstedt vergeblich. Aber ansonsten waren sehr wohl all die Modelle mit dem Blitz auf dem Kühlergrill, an denen sich noch herrlich herumbasteln lässt, beim 8. Internationalen Treffen vertreten.

Beim 8. Internationalen Opel-Treffen präsentierten in Wahlstedt rund 250 Auto-Fans ihre Lieblinge.

„Opel, das ist ein Lebensgefühl!“ André aus Hamburg und sein gleichnamiger Kumpel, die in ihrem Club, der Opel Crew Hamburg, „Hoffi“ und „Turbo Müller“ genannt werden, sind sich einig. So wie alle, die ihre Zelte aufgeschlagen oder ihre Wohnwagen abgekoppelt hatten. „Wir sind eine Familie, ganz normale Leute.“

Um die 50 Opel-Vereine hatten sich auf der 3,5 Hektar großen Weide am Stadtrand versammelt. Über 600 Clubs gibt es laut Autohersteller im In- und Ausland. Um die 250 Autos standen zum Beschauen und Bestaunen bereit, präsentierten sich oder waren einfach nur fahrbarer Untersatz für einen Ausflug zum Treffen. Etwa die Kreuzung aus Kadett E und Astra F, mit der Maik Dinse aus der Nähe von Stralsund mit einer ganzen Clique nach Schleswig-Holstein gekommen war. Vor zwei Jahren habe er mal ausgerechnet, was er so in seinen „Kadastra“ gesteckt habe und sei auf rund 30000 Euro gekommen. „Seitdem rechne ich nicht mehr, das verdirbt mir nur den Spaß“, sagt der 34-Jährige.

Im Retrolook-Mobil cruist Martin Heiden über den Platz. Sein orangefarbener Kadett E zieht ebenso die Blicke auf sich, wie der Tigra mit den großen Flügeltüren von Oliver Roock aus Niedersachsen. Ein paar Meter weiter parkt der 33-jährige Christian sein Gefährt und wischt ungerührt über den so genannten Candy-Lack. Vorbereitungen für den Wettkampf der Show-Schönsten. Metallen glänzen Streifen, die mit zarter Blütenornamentik durchsetzt sind, auf seinem Astra G, Baujahr 2003. Er habe sich seinerzeit mit einem Airbrusher zusammengesetzt, um das Design auszuarbeiten. „Eine tolle Tapete“, schwärmt René Glade, einer der Juroren.

Und auch die fünf jungen Männer aus Dänemark haben das Interesse der Bewerter geweckt. Seit jeher bastelt der 25-jährigen Mathias schon an dem Auto. Schweller: Eigenbau. Reifen: Niederquerschnitt.

Farbe: „Ferrariblau“ (ein bestimmter RAL-Ton analog zum klassischen Rot der Flitzer). Und im Kofferraum eine riesige Hifi-Anlage, deren Basslautsprecher wie die Endstufen einer Rakete aussehen.

Als gelungen bezeichneten Organisator, Helfer und Teilnehmer am Ende die Veranstaltung der Interessengemeinschaft Opelgarage 07. Und das trotz widriger Wetterumstände. So blieben die Freunde der Automarke so gut wie unter sich, und die erhoffte Zahl von 2000 Besuchern über alle drei Tage musste deutlich nach unten korrigiert werden. Außerdem hatten die Wolkenbrüche für tiefe, rutschige Furchen in der matschigen Zuwegung gesorgt. Fahrenkrugs Bürgermeister Rolf-Peter Mohr half mit einer Menge Stroh aus, sodass niemand ernsthaft mit seinem Gefährt steckenblieb – bis auf der Eisverkäufer mit seinem Wagen, aber da fanden sich schnell ein paar kräftige Helfer und schon war auch das Problem gelöst.

Viele Gewinner

Als Sieger gingen am Wochenende nicht nur rund 50 Opel-Bastler mit besonderen Schmuckstücken vom Platz, darunter beispielsweise Sven Kulbe, dessen Gefährt den schönsten Kofferraum hatte und Maik Dinse mit seinem Cabriolet. Auch der Verein „Die Muschel“ gehörte zu den Gewinnern. Denn für ihn kamen 1000 Euro und einigen Sachspenden wie Spielzeug zusammen. hil

 Heike Hiltrop

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