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Segeberg Die Lärmschutzwand wird gebaut
Lokales Segeberg Die Lärmschutzwand wird gebaut
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19:17 07.11.2018
Kinder und Jugendliche sollen nicht vertrieben werden. Dafür plädierte eine Mehrheit in der Stadtvertretung. Deshalb wird eine Lärmschutzwand gebaut. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Es ist geschafft, lange haben die Anlieger dafür gekämpft: Die Lärmschutzwand am Multifunktionsfeld im Südstadtpark wird gebaut. Bei vier Gegenstimmen entschied die Bad Segeberger Stadtvertretung, dafür die Mittel in Höhe von 70 000 Euro bereitzustellen. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen konnte sich mit ihrem Antrag, die Tore und Basketballkörbe an dem Park, der erst vor zwei Jahren eingeweiht worden ist, abzubauen, nicht durchsetzen.

Fraktionsvorsitzende Annelie Eick monierte, dass es trotz einer Schallschutzwand keine Rechtssicherheit gebe, weil der geforderte Schallschutz nicht zu allen Zeiten erfüllt werde. Der Multifunktionsplatz werde sehr gut angenommen – zum Leidwesen der Anlieger. Eick sieht deshalb keine Hilfe durch die geplante vier Meter hohe Lärmschutzwand. Die werde nur zu einer zusätzlichen Prallwand werden, prophezeite sie vor der Stadtvertretung. Sie monierte auch, dass für das Gutachten nicht der tatsächlich auftretende Lärm gemessen, sondern nur mit fiktiven hochgerechneten Werten argumentiert worden sei. Komme es zu einem von ihr befürchteten Rechtsstreit, würden dann allerdings die tatsächlichen Werte gemessen.

Die Anwohner hätten so weiter die Möglichkeit, gegen die Anlage zu klagen. Also möchte Annelie Eick nicht, dass die Stadt 70 000 Euro ausgibt. Mit dem Geld sollte man lieber andere Spielplätze „flottmachen“, so Eick: Die Grünen plädieren dafür, die Tore und Geräte vom Spielfeld zu entfernen und an einem anderen Ort aufzubauen.

Joachim Wilken-Kebeck (SPD) erinnert hingegen an die „leidvollen Versuche“, eine Skateranlage aufzubauen. „Jetzt können wir den Jugendlichen nicht schon wieder etwas wegnehmen.“ Die Anwohner seien mit einer Lärmschutzwand einverstanden. Jens Lichte (SPD) sagte, ihn habe der Antrag der Grünen „erschüttert“. „Wir haben drei Jahre lang bei der Jugendgerechten Kommune etwas für die Jugend geschaffen, jetzt darf dieser Prozess nicht konterkariert werden.“ Ein Abbau der Anlage würde die Jugendlichen frustrieren. Torsten Bohlmann (BBS) gestand ein, dass bei der Planung des Spielfeldes die Interessen der Nachbarn nicht berücksichtigt worden seien. „Da ist etwas durchgerutscht“, das jetzt korrigiert werden müsse. Anna-Patricia Thomsen (FDP) sah die Gefahr, dass man – „bauen wir die Tore ab“ – den Jugendlichen vermittle, dass sie „nirgends in der Stadt willkommen“ seien. Schon weil die betroffenen Anlieger die Lärmschutzwand wünschten, schließe man sich dem an.

Wolfgang Glombik

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