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Segeberg Vier Wochen wie in einer anderen Welt
Lokales Segeberg Vier Wochen wie in einer anderen Welt
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20:21 12.12.2015
Anna Schürmeyer (l.) war für vier Wochen in Frankreich. Nun ist Océane Chandelier im Rahmen eines Schüleraustausch zu Besuch bei der Wahlstedterin, die auf die Dahlmannschule in Bad Segeberg geht. Quelle: Domann

„Das ist Anna, sie isst Schinken zum Frühstück.“ So ungewöhnlich ist die Essgewohnheit der 15-jährigen Dahlmannschülerin für Franzosen, dass sie von ihrer Gastschülerin Océane mit diesem Zusatz vorgestellt wurde. „Ich habe morgens Schinken und Brot gegessen, die anderen Croissants und Schokolade“, erzählt Anna Schürmeyer. Vier Wochen war die Wahlstedterin in Frankreich, ist am Lycée Polyvalent Les Fontanelles in Louviers zur Schule gegangen und hat bei ihrer Austauschschülerin Océane Chandelier in Le-Gros-Theil gewohnt.

„Ich habe Anna nach Frankreich geschickt“, sagt Lehrer Wolfram Schmidt. Den regelmäßigen Austausch von Schülern über einen längeren Zeitraum (bis zu einem halben Jahr ist möglich) gibt es schon seit vielen Jahren zwischen den beiden Schulen. Er ist für begabte Schüler und für solche, die es gerne möchten, gedacht.

„Wir kannten uns nur per E-Mail, ich habe mich aber schnell als Familienmitglied gefühlt“, sagt Anna und ihre Augen strahlen. Océanes Familie holte sie vom Flughafen ab und zeigte ihr anschließend Paris. Das obligatorische Foto vor dem Eiffelturm hat sie an die Schule geschickt. „Es war schon ein seltsames Gefühl, das Foto zu sehen und zu wissen, dass ein paar Tage später dort der Terroranschlag war“, erzählt Schmidt. „In der Gastfamilie haben wir darüber gesprochen, meine Gastmutter war sehr erschüttert, konnte es nicht glauben. In der Schule haben wir wenig darüber geredet.“

Einmal im Matheunterricht — und eine Schweigeminute habe es gegeben, so Anna.

Viel erlebt hat sie in den vier Wochen und tolle Erfahrungen gesammelt. Auch wenn sie im Unterricht nicht viel Neues gelernt hat — zu schnell wurde geredet und der Wortschatz nach dreieinhalb Jahren reicht noch nicht aus — hat sie doch den Inhalt verstanden. „Manchmal habe ich geantwortet, ohne darüber nachzudenken.“ „Du bist also in der Sprache drin gewesen“, sagt Lehrer Schmidt und fragt, ob das nicht ein tolles Gefühl gewesen sei. Anna nickt.

Die größten Unterschiede seien aber die Schule und das Essen für sie gewesen. So gibt es keine Klassenräume, sondern der Lehrer hat ein Zimmer, so dass die Schüler von Unterricht zu Unterricht wandern müssen. „Bei einer Freistunde gibt es keinen Platz für die Schüler. Man sitzt im Flur oder im vollen Foyer“, sagt Anna. Sie habe sich dort ein wenig verloren gefühlt, wie auch im Unterricht.

Der werde frontal gehalten, der Lehrer referiere und stelle am Ende Fragen. In Frankreich gehe es eher um reine Wissensvermittlung, hier sollen sich die Schüler den Stoff selbst erarbeiten, ergänzt Schmidt. Ungewohnt für Anna war auch, dass in der Schule Handys erlaubt sind. „In den Pausen haben viele damit Musik gehört.“

Lang ist der Schultag für Anna gewesen. Bis 17 Uhr dauerte der Unterricht, dazu kam noch die lange Busfahrt, so dass sie zwei Stunden später erst zurück war. „Um 21 Uhr gab es dann noch Abendbrot.“

Die warme Mahlzeit habe sie an die Festessen erinnert, die ihre Oma zu Weihnachten zubereitet, zum Beispiel Ente. „Nach der Schule müssen die Schüler noch viele Hausaufgaben machen, da bleibt für Freizeit und Freunde keine Zeit“, sagt Anna. Und Océane fügt hinzu, dass sie ihre Freunde nur am Wochenende treffe. Die vier Wochenenden mit Anna waren voller Aktivitäten: Geburtstag mit Lasergame, Eislaufen, Walt Disney Studios Park.

Anna und Océane haben sich während des aktuellen Schüleraustausches (die LN berichteten) wiedergetroffen. Im Juni bleibt Océane dann länger und wird vier Wochen zu Gast in Wahlstedt sein. Dann wird die junge Französin versuchen, dem deutschen Unterricht in der Dahlmannschule zu folgen.

„Bei einer Freistunde gibt es keinen Platz für die Schüler.“
Anna Schürmeyer (15), Schülerin
Schnuppertauchen mit der TSG Bad Segeberg
Mal Abtauchen? Kein Problem! Die Tauchsportgemeinschaft (TSG) Bad Segeberg bietet die Gelegenheit dazu: Das nächste Schnuppertauchen der TSG findet am Montag, 14. Dezember, im Hallenbad Bad Segeberg statt. Treffpunkt für Interessierte ist um 19.30 Uhr das dortige Foyer.
Interessierte mögen sich anmelden unter ☎ 0177/5758537, damit genügend Ausrüstung da ist. Minderjährige brauchen zudem die Erlaubnis der Eltern.
Die Tauchsportgemeinschaft wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet. Sie ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und über die Mitgliedschaft im Nationalverband, dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), an die internationale Tauchorganisation CMAS angeschlossen. Die bei der TSG erworbenen Tauchsportabzeichen werden daher weltweit anerkannt. Die TSG besteht aus einer kleinen Gruppe von Tauchbegeisterten im Alter von 15 bis 72 Jahren, die auch privat gut miteinander auskommen. Der Spaß am Tauchen steht im Mittelpunkt und ist Grundlage für gemeinsame Aktivitäten.

Silvie Domann

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