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Segeberg Vierter Keuchhusten-Fall aufgetreten
Lokales Segeberg Vierter Keuchhusten-Fall aufgetreten
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16:58 15.03.2018
Die Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp. Quelle: Materne/Archiv
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Bornhöved/Trappenkamp

Insgesamt habe der Fachdienst Infektionsschutz des Kreises aktuell in vier gemeldeten Keuchhusten-Fällen ermittelt, die Bezug zu drei Gemeinschaftseinrichtungen in der Region Bornhöved/Trappenkamp haben: zur Grundschule Trappenkamp, zur Sventana-Schule Bornhöved sowie seit Montag auch zur Richard-Hallmann-Schule Trappenkamp (RHS). Das Gesundheitsamt des Kreises weise in diesem Zusammenhang aber ausdrücklich darauf hin, dass bisher nach wie vor kein Ausbruch der Erkrankung vorliege und es für die Bürger keinen Grund zur Panik gebe, heißt es in der Mitteilung des Kreises.

„Das Besondere an der Situation ist, dass wir bislang keinen direkten Zusammenhang zwischen den vier Infektionen feststellen konnten“, sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Boris Friege. Im Raum Bornhöved/Trappenkamp habe der Kreis die Nachweise zweier verschiedener, nah verwandter Erreger nebeneinander, die beide die Keuchhustenerkrankung verursachten. „Es gibt somit im Moment keine nachvollziehbare Infektkette“, betont Friege. „Aber wir unterschätzen die Lage nicht.“

Im Moment setze der Infektionsschutz seine gewohnten Ermittlungen und Maßnahmen wie Schulbetretungsverbote fort – erweitert um jetzt neu gemeldeten Fälle. Zudem befinde sich das Segeberger Gesundheitsamt und das Gesundheitsministerium des Landes in einem ständigen Informationsaustausch.

Aufgrund der langen Inkubationszeit, also der Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome, sowie der langen Ansteckungsfähigkeit bei Keuchhusten rechnet Friege mit einer längeren Ermittlungsdauer, die Wochen andauern werde. Die Inkubationszeit beträgt etwa sechs bis 20 Tage. Bei Erkrankungsbeginn sei das Risiko, andere anzustecken, am höchsten. Danach sinke das Ansteckungsrisiko, könne aber insgesamt bis zu fünf Wochen andauern.

Bei allen Ermittlungen und Maßnahmen des Infektionsschutzes werde der „Verwaltungsgrundsatz der Angemessenheit“ berücksichtigt. Das bedeute, dass zum Beispiel ganzer oder teilweiser Unterrichtsausfall eine souveräne Entscheidung jeder betroffenen Schule sei und auch bleiben werde. „Wir ermitteln in einem definierten und angemessen begrenzten Kontaktpersonenumfeld und sprechen Schulbetretungsverbote gezielt und individuell aus“, sagt Friege.

Der Gesundheitsamtsleiter warnt vor einer übermäßigen Verunsicherung: „Wer Krankheitszeichen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Ohne Krankheitszeichen gibt es aber keinen Grund, bei seinem Arzt eine bestimmte Diagnostik wie einen Abstrich zur Keuchhustendiagnostik einzufordern.“ Viel wichtiger sei es, dass der Impfpass regelmäßig auf mögliche Impflücken bei Standardimpfungen – wie gegen Keuchhusten gecheckt werde.

LN

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