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Segeberg Virtuelles Segeberg: Zeitreise mit 3-D-Brille
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20:30 24.11.2016
Segeberg 1600: Wie mag es vor 400 Jahren in Segeberg und Gieschenhagen ausgesehen haben? Ein komplettes Modell der alten Stadt entsteht derzeit.

. Wer möchte nicht einmal eine Zeitreise machen und erleben, wie man im Mittelalter oder in der Renaissance gelebt hat? Die Technik der „Virtual Reality“ (VR) ermöglicht solch eine Reise – am Mittwochabend waren Kurztrips in Gegenwart und Vergangenheit auch im Bad Segeberger Rathaus möglich.

Die Brille sitzt, wackelt nicht, und plötzlich befinde ich mich im Bad Segeberger Bürgerhaus, seiner virtuellen Variante. Ein Infokasten steht vor mir, dann wandern zwei Controller in mein Blickfeld, grün für die rechte Hand, der linke ist rot. Geomatiker Felix Tschirschwitz erklärt die Funktionsweise. Mit dem rechten Daumen kann ich mich an eine andere Stelle des Museums „teleportieren“, mit dem rechten Zeigefinger lasere ich auf Infopunkte, die vor mir auftauchen. Der linke Controller vibriert, eine Tafel fährt auf, auf der nun Wissenswertes zum Kachelofen steht, der plötzlich vor mir aufgetaucht ist. „Im realen Museum gibt es den nicht mehr, im virtuellen haben wir den wieder entstehen lassen“, höre ich Tschirschwitz’ Stimme aus dem Off.

Volkshochschule, Freundeskreis Segeberger Bürgerhaus und Museumsleiter Nils Hinrichsen hatten Sponsoren sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung eingeladen, um das Projekt „Virtuelles Stadtmodell Segeberg um 1600“ vorzustellen. Seit fünf Jahren gibt es eine Kooperation mit dem Fachbereich Geomatik der HafenCity-Universität Hamburg. Unter der Leitung von Professor Thomas P. Kersten fotografierten und scannten Studenten das älteste Haus der Kreisstadt von außen und innen, modellierten daraus am Computer 3D-Modelle. Die sind nun Grundlage des virtuellen Museums, das die knapp 50 geladenen Gäste per VR-Brille durchwandern konnten.

Eine halbe Drehung, der Blick schweift nach oben. Dort hängt das berühmte Hirschgeweih. Zwei zielstrebige Schritte nach links, die Zimmerwand ist erreicht. Ich höre noch Tschirschwitz’ Stimme, mich doch in den angrenzenden Raum zu teleportieren, doch da bin schon durch die Wand geschritten. Ein schönes Gefühl, die Wirklichkeit so außer Kraft zu setzen.

Kerstens Mitarbeiter haben auch die Marienkirche von außen vermessen, an dem großen Projekt „Segeberg um 1600“ arbeiten sie gerade. Ein virtueller Stadtrundgang vor 400 Jahren soll es werden:

Kalkberg mit Burg, Bürgerhäuser, Rathaus und Roland, Rantzau-Palais. Auch die Stiftskirche St. Marien und das Augustiner-Chorherrenstift in Gieschenhagen werden zu sehen sein. „Das ist einmalig, virtuelle Rundgänge in Museen und Kirchen gibt es, aber es gibt keine virtuelle Zeitreise in die Vergangenheit“, sagt Museumsleiter Hinrichsen.

Wann und wo der Rundgang durch Segeberg um 1600 erlebbar sein wird, ist noch ungewiss. Für die Technik ist ein ausreichend großer Raum nötig. „Das Museum ist zu klein“, sagt Hinrichsen, außerdem sei es „doppelt gemoppelt“, die virtuelle Welt im Museum zeigen zu wollen. Hinrichsen hofft, dass die Stadt mit dem Projekt werben wird. Denn eine virtuelle Reise in die Vergangenheit einer Stadt sei noch einmalig in Deutschland.

Bisher sind einige Tausend Euro Sponsorengelder in die Projekte geflossen. „Wir wünschen uns weitere Sponsoren“, sagt Hinrichsen. Denn mehr Geld bedeute mehr Arbeit an den Projekten und damit eine detailliertere virtuelle Welt.

Silvie Domann

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