Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Vision geplatzt: Kein Kalkberg-Campus
Lokales Segeberg Vision geplatzt: Kein Kalkberg-Campus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:00 14.01.2017
Das Levo-Park-Gelände (28 Hektar) wird zurzeit überplant. Hier soll ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Ideen für ein Uni-Sondergebiet sind aber vorerst unrealistisch. Quelle: Fotos: Glombik

Dabei würde der Kreisstadt – als Gesundheitsstandort im Norden – eine Außenstelle der Universität zu Lübeck, der medizinische Fakultät, durchaus gut zu Gesicht stehen. Doch gestern kam extra Staatssekretär Rolf Fischer, zuständig für den Bereich Wissenschaft im Lande, ins Rathaus, um den Bad Segeberger diese Flausen auszutreiben.

Wissenschafts-Staatssekretär Klaus Fischer erteilt der Idee von Wolfgang Tödt (BBS) eine Absage.

Natürlich hat Fischer (SPD) die Absage schöner formuliert: Er habe den Wunsch Bad Segebergs aufgenommen, geprüft mit dem Uni-Präsidenten und dem Ministerium. Doch „zum jetzigen Zeitpunkt“ gebe es keinen Plan der Uni Lübeck, sich in Bad Segeberg „in irgendeiner Form“ zu engagieren. Zumal Universitäten jetzt vor allem „auf den Campus-Gedanken“ setzten. Das heißt: Unis wollen ihre Einrichtungen bis hin zum Studentenheim auf einem Punkt, einem Campus konzentrieren und vermeiden es, Außenstellen einzurichten.

Auch bei der Uni Lübeck finden sich, so Fischer, noch Leerstände, die man nutzen könne. Und bei Wohnungen für Studenten gebe es „noch keine Härtefälle in Lübeck“, trotz der doppelten Abi-Jahrgänge, die auf die Unis strömen. Auch bei anderen Kommunen, die sich für Uni-Außenstellen interessierten, gebe es „keine reale Option“ für die nächsten zehn Jahre. Immerhin nehme Fischer erfreut wahr, dass sich Kommunen zunehmend darüber Gedanken machten.

Wolfgang Tödt (BBS), Bauausschussvorsitzender, hatte die Idee mit dem Hochschul-Ableger auf dem ehemaligen Kasernengelände (28 Hektar). Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) lobte dessen Visionen. Tödt schwebe vor, auf dem Gelände mehr als nur Gewerbe anzusiedeln. Der Zeitpunkt sei schon richtig, sich jetzt Gedanken zu machen. So ist ein Flächennutzungsplan in Vorbereitung. Doch ein Sondergebiet Hochschule werde es dort in den nächsten zehn Jahren nicht geben, „das müssen wir als realistisch anerkennen“, stellte Schönfeld klar. Trotzdem sei es gut, dass Bad Segeberg diese Diskussion führe. „Man muss sehen, was geht, was geht nicht.“

Bad Segeberg als Gesundheitsstandort, genau zwischen zwei Hochschulstandorten Lübeck und Kiel mit medizinischen Schwerpunkten, da könnte sich mal eine Idee verwirklichen, waren sich alle am Tisch im Bürgermeisterbüro einig. Schon jetzt arbeiteten die Segeberger Kliniken mit der Uniklinik Lübeck zusammen.„Wir denken auch in Zeiträumen von 15 bis 20 Jahren. Die Belebung des Levo-Parks muss man jetzt anschubsen“, erklärt Tödt. Warum soll man dort später nicht Flächen der Wissenschaft zugänglich machen, schon wegen der guten Verkehrsverbindungen? Da wäre sogar nahe am Levo-Park ein Bahnhaltepunkt möglich. Irgendwann werde ein „Campus Kalkberg“ kommen, die Idee lasse er nicht fallen, so Tödt.

Wenn man schon beim fantasieren ist: Ob nicht auch das extrem defizitäre Fledermauszentrum, in dem jetzt schon wissenschaftlich gearbeitet wird, hier finanzielle Unterstützung vom Wissenschaftsministerium für seine zwei Biologen bekommen könnte, fragten die LN. Staatssekretär Fischer sagte nichts, und Bürgermeister Schönfeld geht nicht davon aus, dass die Uni in Bad Segeberg einen Lehrstuhl im Fach Biologie (Fledermausforschung) ermöglichen würde. Bad Segeberg darf also weiterträumen.

 Wolfgang Glombik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige