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Segeberg Vom Speckgürtel zum Herzmuskel
Lokales Segeberg Vom Speckgürtel zum Herzmuskel
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22:44 26.10.2017
Treffen der Landräte. Von links: Torsten Wendt (Steinburg), Reinhard Sager (Ostholstein), Jörn Klimant (Dithmarschen), Dr. Christoph Mager (Lauenburg), Manfred Kannenbäumer (Pinneberg), Jan Peter Schröder (Segeberg), Dr. Rolf Strittmatter (HMG), Dr. Henning Görtz (Stormarn), Sven Schindler (Innensenator Lübeck). Quelle: Foto: Hiltrop
Bad Segeberg

Die „Pfeffersäcke“ auf der einen, die „tumben Landeier“ drumherum: Wer so über das hanseatische Hamburg und dem Verhältnis zu seiner Region, die Teile Schleswig-Holsteins, Niedersachsens und Mecklenburg Vorpommerns umfasst, denkt, der ist von vorvorgestern. Längst haben alle Beteiligten der Metropolregion Hamburg, in der immerhin fünf Millionen Menschen leben, erkannt: Ohne einander geht’s nicht. Und ohne einander will man auch gar nicht.

Die Metropolregion Hamburg ist die einzige von elf bundesweit, die im Verbund wirbt. 20 Kreise und kreisfreie Städte sind dafür zu Mitgesellschaftern der Hamburg Marketing GmbH geworden. Rück- und Ausblicke gab es gestern in Bad Segeberg zur zehnjährigen Partnerschaft.

Seit 2007 entwickeln Hamburg und die umliegenden Kreise gemeinsame Werbe-Strategien und Projekte, die von der Hamburg Marketing GmbH (HMG) gelenkt, gebündelt und initiiert werden. Man ist zusammengewachsen. Der Beginn schon Jahre zuvor sei nicht leicht gewesen, erinnert sich Dr. Rolf -Barnim Foth, Leiter des Stabsbereichs Norddeutsche Zusammenarbeit. Eine Kooperation mit dem Umland verwässere die Marke Hamburg, habe einst der Chef Wirtschaftsförderung gewettert. Das Umdenken kam schnell. Foth: „Wenn man international sichtbar sein will, muss man sich mit seiner Region zusammentun.“

„Oberstes Ziel ist es, die Metropolregion im internationalen und nationalen Wettbewerb als Wirtschafts- und Tourismusstandort zu stärken“, ergänzt Dr. Rolf Strittmatter, Vorsitzender der HMG-Geschäftsführung am Rande des Arbeitsgesprächs aller HMG-Gesellschafter in Bad Segeberg. Und das sind neben Hamburg (70 Prozent) und der Handelskammer (15 Prozent) 17 Kreise sowie drei kreisfreie Städte aus allen drei angrenzenden Bundesländern. „Wer in China auf einer Landkarte auf Hamburg zeigt, der meint Norddeutschland“, verdeutlicht Strittmatter. Und ergänzt: „Aus dem Hamburger Speckgürtel ist der Herzmuskel geworden.“

„Die Metropolregion ist nicht nur durch Hamburg attraktiv, sondern aufgrund ihrer Vielfalt. Ich bin froh, dass wir über den Tellerrand sehen“, unterstreicht Segebergs Landrat Jan Peter Schröder, der im Aufsichtsrat der HMG sitzt. Mehr als drei Millionen Euro investiert die Hamburg Marketing GmbH jährlich. Die Tagestouristenkampagne „Runter vom Sofa“ ist ein Beispiel, gemeinsame Messeauftritte, die ein Kreis alleine gar nicht stemmen könne, weitere. Eines der entstandenen Vorzeigeobjekte ist die gemeinsame Datenbank für Veranstaltungen. Derzeit finden sich hier 32000 Termine an 8500 Veranstaltungsorten der Region – Segeberg ist jedoch bisher noch nicht dabei. Der nächste Schritt soll eine gemeinsame Tourismus-App sein, in der Veranstaltungen aus der gesamten Region jederzeit abrufbar sind.

Im Wirtschaftsmarketing solle die Metropolregion weiter positioniert werden, als attraktiver Lebens- und Arbeitsraum für Fachkräfte, aber auch als eng verzahnter Wirtschaftsstandort für innovative Unternehmen und Forschung.

Noch ist die Metropolregion Hamburg mit der HMG die einzige aller elf deutschen Metropolregionen mit gemeinsamer Marketinggesellschaft, aber Nürnberg will nachziehen – und im dänischen Kopenhagen plant man Ähnliches für die Zukunft.

 Von Heike Hiltrop

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