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Segeberg „Vom Start bis zum Unfall wird der Flugverlauf rekonstruiert“
Lokales Segeberg „Vom Start bis zum Unfall wird der Flugverlauf rekonstruiert“
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20:21 27.02.2016
Ein der Team BFU begutachtet das Wrack nach dem Hubschrauberabsturz in Bimöhlen. Quelle: Spreer

Bimöhlen Unmittelbar nachdem bekannt geworden war, dass am Donnerstagabend ein Bundespolizei-Hubschrauber über Bimöhlen abgestützt war, machte sich ein Team der Braunschweiger Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) auf nach Segeberg.

Wie geht ein Flugunfalluntersucher bei dieser Aufgabe vor?

Axel Rokohl: Wir versuchen eine Dokumentation des Unfallortes zu erstellen, machen technische Feststellungen am Wrack, ob die Steuerung funktioniert hat, ob die Triebwerke liefen und ob das Hauptgetriebe gedreht hat. Im Endeffekt eine durchgehende technische Untersuchung. Danach erfolgt die elektronische Auswertung von Speichermedien.

In Bimöhlen ist der Hubschrauber ja ohne Beleuchtung und ohne äußeren Grund einfach abgestürzt: Wie kommen Sie da der Unfallursache auf die Spur?

Rokohl: Die technische Seite dokumentieren wir, das Wrack bietet uns ja Fakten: Es hat Kraftstoff- und Ölmengen, hat Chipdetektoren, hat Wellen und Lager, die man alle untersuchen kann. Außerdem hat der Hubschrauber einen Cockpit Voice Recorder, der die Gespräche im Cockpit aufzeichnet, und einen anderen, der technische Parameter speichert. Das alles trägt zur Aufklärung bei.

Wann sind Ihre Untersuchungen abgeschlossen?

Rokohl: Wir sammeln alle Fakten und erstellen einen ersten Zwischenbericht. Der wird in zwei bis drei Monaten fertig sein.

Wie geht es jetzt mit dem Wrack weiter?

Rokohl: Es wird geborgen und per Tieflader in eine Halle der Bundespolizei nach Bad Bramstedt gebracht, für den Fall, dass nachträglich später noch etwas untersucht werden muss.

Rekonstruieren Sie auch?

Rokohl: Vom Start bis zum Unfall wird der Flugverlauf rekonstruiert, auch mit Hilfe der Speichermedien, die da sind. Aber das Wrack wird nicht wieder zusammengebaut. Wir schauen uns aber einzelne Komponenten an, das Hauptgetriebe, die beiden Triebwerke, die Wellen . . .

Berücksichtigen Sie auch die Wetterdaten?

Rokohl: Die kommen natürlich dazu. Aber das Wetter war geeignet zum Fliegen.

Wie wichtig sind Aussagen des Kapitäns?

Rokohl: Wichtig! Aber der muss erst mal gesundheitlich dazu in der Lage sein.

Wie viele abgestürzte Hubschrauber haben Sie schon untersucht?

Rokohl: So circa 170 in zehn Jahren, aber nicht nur in Deutschland.

Interview: Christian Spreer

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