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Segeberg Vom Volkssport zum Auslaufmodell
Lokales Segeberg Vom Volkssport zum Auslaufmodell
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22:22 17.03.2016
Im Tupenweg 1 in Bad Segeberg steht das Vereinshaus, das seit 30 Jahren Domizil der Segeberger Kegler ist.
Bad Segeberg

Vor 30 Jahren, als das Vereinsheim der Segeberger Kegler von 1924 gebaut wurde, sah die Welt noch anders aus. 400 Mitglieder schoben im Tulpenweg 1 ihre Kugeln, es gab Wartelisten für die vielen Hobbyklubs, die dort ebenfalls in die Vollen werfen wollten. Heute jedoch sind die Mitgliederzahlen merklich zusammengeschrumpft, und Wartelisten gibt es schon lange nicht mehr. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben sich 13 Hobbyklubs aufgelöst.

 

Keine ruhige Kugel: Wolfgang Friederichsen, Vorsitzender des Vereins Segeberger Kegler, wirbt regelmäßig um neue Mitglieder. Quelle: Fotos: Dreu

„Dabei ist Kegeln ein Sport, den man auch noch im hohen Alter ausüben kann.“Wolfgang Friederichsen, Klubchef

Das Kegelspiel ist eine der ältesten Sportarten überhaupt. Schon im alten Ägypten spielten Kinder mit Kegeln, wie archäologische Ausgrabungen aus der Zeit um 3500 vor Christus belegt hatten.

Vorformen des heutigen Kegelns wurden dagegen im Mittelalter entwickelt. Von dem einstigen Volksvergnügen jedoch ist nicht mehr viel Volk übrig. Die Zeiten haben sich geändert, die Interessen der Menschen ebenfalls.

Dabei gehören die Segeberger Kegler zu den Vereinen, die kein Stadtfest und kein Ferienprogramm ungenutzt lassen, um für sich und ihren Präzisionssport die Werbetrommel zu rühren. „Danach brennt bei uns immer die Hütte. Dann laufen die Kindergeburtstage auf der Kegelbahn, doch es bleibt nichts hängen“, bedauert der Vereinsvorsitzende Wolfgang Friederichsen die Entwicklung, mit der die Kegelvereine überall zu kämpfen haben. Der Nachwuchs fehlt (sechs Jugendliche zählt der Verein), und die Mitglieder der Hobbyclubs werden immer älter. „Dabei ist Kegeln ein Sport, den man auch noch im hohen Alter ausüben kann“, so Friederichsen. Aber irgendwann ist es vorbei und die überalterten Hobbyklubs lösen sich auf.

Die Kosten jedoch bleiben gleich. Nur durch Einsparungen und Spenden hat es der Verein geschafft, das vergangene Jahr mit einer schwarzen Null abzuschließen. Das Vereinshaus mit seinen Kegelbahnen ist 30 Jahre alt und soll nach und nach energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Alle Glühlampen wurden bereits durch LEDs ersetzt. Die Solaranlage wurde repariert, um im Warmwasserbereich Strom zu sparen. Im Sommer kommt die Heizung an die Reihe, da alle Zuschüsse von der Stadt, dem Kreis und dem Land genehmigt worden sind. So hofft der Verein auf weitere Einsparungen.

Froh ist der Vereinsvorsitzende, dass wenigstens eine Zahl konstant geblieben ist: Alle 80 Mitglieder sind für den Sportbetrieb gemeldet. Deren vergangene Saison (von September 2014 bis Juni 2015) verlief eher durchwachsen. Während die Segeberger Kegler bei den Regionsmeisterschaften noch acht Podestplätze ergattern konnten, reichte es bei den Landesmeisterschaften für keinen einzigen Platz auf dem Treppchen. „Doch es geht wieder bergauf. Die neue Saison startet vielversprechend“, sagt Frauenwartin Birthe Chytry. Bei den Kreismeisterschaften konnten die Segeberger Kegler in allen Disziplinen, in denen sie gestartet waren, auch den Titel erringen. Bei den Regionsmeisterschaften auf der eigenen Bahn sicherten sie sich fünf Titel. In fünf Kategorien haben sich die Kegler für die Landesmeisterschaften im April qualifiziert.

Wer sich für den Kegelsport interessiert, findet im Tulpenweg 1 offene Türen. Hobbyklubs und Sportkegler sind dort immer willkommen. Außerdem kann die Kegelbahn für Kinder- und Erwachsenen-Geburtstage mit Rundumservice durch das Bistro im Vereinshaus gemietet werden. Für 50 Euro pro Tag geben die Kegler sogar ihre Outdoor-Kegelbahn heraus.

 Infos: www.vsk-segeberg.de

40 Jahre bei den Keglern

Während der Jahresversammlung der Segeberger Kegler wurde Wolfgang Friederichsen für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt, Hans-Peter Reuter zum Schriftführer, Marvin Simon zum 2.

Sportwart und Christiane Honert zur Jugendwartin. Pressewart wurde Lars-Peter Zieroth. Hans-Joachim Berg, Wolfgang Meyn-Winder, Hugo Bockelmann und Jürgen Stäbler wurden für ihre 40-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Keglerbund geehrt. Marion und Jürgen David sowie Uschi Friederichsen gehören dem Verband seit 25 Jahren an. pd

Von Petra Dreu

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