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Segeberg Vorerst keine zusätzliche A-7-Abfahrt
Lokales Segeberg Vorerst keine zusätzliche A-7-Abfahrt
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22:01 22.09.2016
Rund 100000 Fahrzeuge fahren täglich über den südlichen Abschnitt der A 7. Eine zusätzliche Abfahrt bei Norderstedt sei darum sinnvoll, hat bereits 2007 ein Verkehrsgutachten ergeben. Nun will Minister Meyer noch einmal dazu die Stimmungslage ausloten. Quelle: Fotos: Fuchs
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Ellerau/Norderstedt

Großes Aufatmen bei den Gemeindevertretern von Alveslohe und Ellerau. Die Landesregierung plane nicht länger eine zusätzliche Anschlussstelle an der A 7 zwischen Henstedt-Ulzburg und Quickborn an der Kadener Chaussee (L 75) in Alveslohe oder dem Kadener Weg (K 24) in Ellerau. Dies erfuhren die beiden Bürgermeister Peter Kroll (Alveslohe) und Eckart Urban (Ellerau) jetzt bei einem Gespräch im Verkehrsministerium, an dem auch der Verkehrsplaner Frank Hartmann aus der Segeberger Kreisverwaltung teilnahm.

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Bürgermeister von Alveslohe und Ellerau sind erleichtert – Verkehrsminister will aber Norderstedt-Variante klären.

„Da die Olympia- Bewerbung nicht zum Zug kommt, macht diese Abfahrt keinen Sinn mehr.“ Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD)

„Wir sind sehr erleichtert und hoch zufrieden“, sagt Urban. Mehr hätten sie nicht erwarten können, freut sich Kroll, der der Landesregierung sogar einen Gemeinderatsbeschluss gegen die A-7-Pläne mit nach Kiel gebracht hatte.

Wie berichtet, hatte Schleswig-Holsteins Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele diese A-7-Anschlussstelle im Zusammenhang mit der Olympia-Bewerbung Hamburgs für 2024 ins Spiel gebracht. Dabei hätte das olympische Golfturnier auf Gut Kaden in Alveslohe sein sollen. Und für die erwarteten hohen Zuschauermengen, die im Wesentlichen über die Autobahn dorthin kämen, sollte für sie eine A-7-Abfahrt nahe dem Golfplatz geschaffen werden.

Als Nägele im Dezember nach dem ablehnenden Olympia-Entscheid der Hamburger an dieser „prüfenswerten“ Variante festhalten wollte, liefen die Gemeindevertreter in Ellerau und Alveslohe Sturm dagegen – zumal sie im Frühjahr nicht zur Besprechung darüber ins Ministerium nach Kiel eingeladen worden waren, die Vertreter der Kreise Segeberg und Pinneberg und der Stadt Norderstedt dagegen schon.

Daraufhin formulierten sie Protestnoten und Gemeinderatsbeschlüsse dagegen und erreichten jetzt die gewünschte Einladung zu Minister Reinhard Meyer (SPD). Der stellte klipp und klar fest: „Da die Olympia-Bewerbung Hamburgs nicht zum Zug kommt, macht eine Abfahrt nördlich Quickborns keinen Sinn mehr.“ Sie brächte auch kaum Entlastung für die Verkehre auf den untergeordneten Straßen. Und sie wäre auch aus baurechtlichen Bestimmungen kaum noch umsetzbar, weil nach dem sechsspurigen Ausbau der A 7 eine weitere Ausfahrt zwei, drei Kilometer hinter oder vor der von Henstedt-Ulzburg den Vorschriften für eine Bundesautobahn widersprechen würde, erfuhren Kroll und Urban jetzt im Kieler Verkehrsministerium.

„Seit 1987 wird dieses Thema einer weiteren A-7-Anschlussstelle immer wieder aufs Tapet gebracht“, wundert sich Alveslohes Bürgermeister Kroll. Dabei werde es von der Mehrheit der beiden Orte klar abgelehnt. Nur in der Verwaltung von Henstedt-Ulzburg verspricht man sich davon eine Entlastung des örtlichen Verkehrs.

Während also die A-7-Abfahrt bei Alveslohe nun endgültig zu den Akten gelegt zu sein scheint, gibt es noch eine Chance für eine bei Norderstedt. Verkehrsminister Reinhard Meyer hält sie dort für durchaus sinnvoll, wie er sagt. Dazu werde er jetzt auf die betroffenen Gemeinden, insbesondere die Stadt Norderstedt, zugehen, um dafür das dortige Stimmungsbild auszuloten, kündigte er an. „Die Region muss sich einig sein, ob man es will und wo man es will“, betonte Minister Meyer. „Wir brauchen die Akzeptanz in der Region.“

Damit ist allerdings nicht zu rechnen. Norderstedts Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek sagte auf Nachfrage dazu nur: „Für uns hat sich seit dem Beschluss der Stadtvertretung von 2008 nichts geändert, die sich seinerzeit gegen eine Autobahn-Anschlussstelle Norderstedt ausgesprochen hatte.“ Der Erste Stadtrat Thomas Bosse hatte dies bereits in dem Ministergespräch in Kiel deutlich gemacht. Nach der Kommunalwahl 2008 hatten sich die Mehrheitsverhältnisse im Norderstedter Rat gegen eine Autobahn-Auffahrt gedreht. Bis auf die CDU stimmten alle Fraktionen gegen dieses Vorhaben, weil es die Garstedter Feldmark unnötig mit Verkehr belasten würde, waren sich seinerzeit SPD, Grüne und FDP einig.

Kreisplaner Hartmann sagt: „Die verkehrliche Dringlichkeit einer solchen A-7-Abfahrt bei Norderstedt ist gutachterlich belegt. Aber sie wird nur gebaut, wenn wir alle in der Region an einem Strang ziehen.“

 Burkhard Fuchs

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