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Segeberg Vorstand geht: Zwietracht bei Eintracht
Lokales Segeberg Vorstand geht: Zwietracht bei Eintracht
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20:52 18.10.2016
Holger Tiemann (v.l.) hat mit Michael Wolf, Mathias Mohrdieck und Christian Mohrdieck (hinten) seine Mitstreiter verloren. Quelle: Petra Dreu*

 Am 13. September legte zuerst Christian Mohrdieck nach nur fünf Monaten seinen Bereich Finanzen nieder; am Montag folgten seinem Beispiel auch die weiten Vorstandsmitglieder Michael Wolf (Schriftführer) und Mathias Mohrdieck (Technischer Wart). Derzeit ist der Verein, zu dem 26 Mannschaften der Spielgemeinschaft Rönnau-Segeberg gehören, nicht handlungsfähig.

„Wenn man einen Aufhänger sucht, findet man auch einen“Bernd Motschmann

Differenzen im zwischenmenschlichen Bereich und eine unterschiedliche Auffassung über die jeweiligen Aufgaben haben letztendlich zu einem Zerwürfnis geführt, erfuhren die LN. Immer wieder wurden auch die Finanzen der Eintracht angeführt. Mehrmals soll es zu finanziellen Engpässen gekommen sein, weil Bestellungen getätigt wurden, ohne dass die notwendige Deckung dafür auf dem Konto gewesen sei.

Den „schwarzen Peter“ hielt dabei Fußball-Spartenleiter Bernd Motschmann in der Hand, wobei seine Verdienste um den Verein und besonders um die Jugendarbeit unstrittig sind. „Er hat gute Ideen. Was er in sportlicher Hinsicht macht, ist eine tolle Arbeit“, sagt Mathias Mohrdieck auf LN-Anfrage. Aber es gebe Sachen, die gingen in einem Verein einfach nicht. Dazu gehöre, dass sich auch die Fachwarte an Regeln halten müssten. In der Finanzordnung seien diese klar geregelt: Vereinsmitglieder dürfen ohne die Zustimmung des Vorstandes keine Ausgaben tätigen. Das Problem sei angesprochen worden, was für kurze Zeit geholfen habe. Dann jedoch sei alles wieder beim Alten gewesen.

Das bestätigte Holger Tiemann, das letzte verbleibende Vorstandsmitglied: „Es gab den einen oder anderen Fall, da ist das nicht befolgt worden. Es gibt Phasen, da kann man sich nicht alles leisten und muss warten, bis wieder Geld auf dem Konto ist. Das ist leider nicht immer passiert.“ Er bedauerte zudem, dass auch persönliche Befindlichkeiten eine Rolle gespielt hätten. „Wenn Sachen deutlich angesprochen werden, reagieren manche eben sehr empfindlich“, so Tiemann. So weit wie die anderen Vorstandsmitglieder, die zuletzt sogar den Rücktritt von Bernd Motschmann gefordert hatten, will er aber nicht gehen. Als letzte Konsequenz haben nun die drei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes ihren Hut genommen.

„Wenn man einen Aufhänger sucht, dann findet man auch einen“, sagt dazu Bernd Motschmann, dem als Jugendwart besonders die Nachwuchsförderung am Herzen liegt. Er bedauert die Situation, die es so schon einmal gegeben habe und setze nach wie vor auf Teamarbeit. „Außerdem sollte sich jeder mal an die eigene Nase fassen“, so Motschmann.

In einer Woche wollen Holger Tiemann und die Spartenleiter der Eintracht zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Geplant ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen im November.

 Petra Dreu

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