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Segeberg Es bleibt dabei: Müll wird teurer
Lokales Segeberg Es bleibt dabei: Müll wird teurer
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20:07 05.12.2018
Mit großer Mehrheit stimmten die Verbandsbürgermeister für weitere Schritte zur geänderten Neuausrichtung des Wege-Zweckverbandes. Quelle: Petra Dreu
Henstedt-Ulzburg

 Es war eine fünfstündige Mammut-Sitzung mit 21 Tagesordnungspunkten und einem Stapel Vorlagen und Erläuterungen, über die die Mitglieder des Wege-Zweckverbandes (WZV) am Dienstag im Bürgerhaus von Henstedt-Ulzburg abstimmen mussten. Nicht alle waren damit glücklich. Vor allem per Tischvorlage die Weichen für eine neue Struktur im WZV stellen zu müssen, die zwei Jahre zuvor noch in eine ganz andere Richtung führen sollten, ging mehreren Bürgermeistern gegen den Strich. Letztendlich aber wurde beschlossen, dass die Neustrukturierung eines erweiterten Zweckverbandsmodells weitergeführt werden soll. Ohne großes Murren stimmten sie auch der Erhöhung der Müllentgelte zu.

Als wesentliche Gründe für die Entgeltsteigerung um durchschnittlich 17,7 Prozent benannte Matthias Kossigh, dessen Unternehmen K + W Wirtschaftsberatung mit der Kalkulation beauftragt war, die Unterdeckungen aus Vorjahren, gestiegene Kosten für Entsorgungen in Drittanlagen und steigende Kosten für die Deponie in Damsdorf/Tensfeld. Aufgrund des zur Neige gehenden Restfüllvolumens und der gesunkenen Preise, die für gewerbliche Anlieferungen erzielt werden könnten, sollen künftig keine gewerblichen Abfallmengen mehr in die Deponie eingebracht werden. Stattdessen soll sie sich alleine durch den hoheitlichen Abfallbereich tragen.

Seit zwei Jahren hält die Umstrukturierung des Verbandes Mitarbeiter und Mitglieder in Atem. In der Verbandsversammlung am 6. Dezember 2016 in Oering versuchte die Verbandsspitze, die Mitgliedsgemeinden auf das Modell „NewCo“ mit der Gründung eines weiteren Tochterunternehmens einzustimmen. Das sei die einzige Möglichkeit, den geänderten steuerlichen Anforderungen zu genügen und für den Wettbewerb gerüstet zu sein, hieß es damals. Von einer „NewCo“ redet inzwischen niemand mehr. Stattdessen soll nun ein erweitertes Zweckverbandsmodell die Lösung sein, wie die Unternehmensberatung PwC ermittelt hat, die seit 2014 mit der Umstrukturierung beschäftigt ist.

Dass nun alles wieder ganz anders ist, aber wie schon damals ganz schnell umgesetzt werden muss, gefiel nicht allen Bürgermeistern. „Dieses Modell hat das Personal schon vor zwei Jahren vorgeschlagen. Das hätte uns viel Geld gespart“, merkte Jörg Buthmann, Bürgermeister von Wensin, an. Dem widersprach WZV-Justiziar Nis Nissen: Das erweiterte Zweckverbandsmodell, das nahezu alle Mitarbeiter bis auf den Geschäftsführer der WZV-Entsorgung zurück in den WZV führen soll, sei das Beste aus den bisher vorgestellten Modellen. Stefan Bauer aus Henstedt-Ulzburg verlangte gar die Vertagung des Punktes Neustrukturierung auf die nächste Sitzung: „Anhand einer so umfangreichen Tischvorlage sehe ich mich nicht dazu in der Lage, darüber abzustimmen.“ Darauf aber drängte Hanno Krause, Vorsitzender der Verbandsversammlung. Zwar stimmten die Bürgermeister bereits mit großer Mehrheit für das richtungsweisende, erweiterte Zweckverbandsmodell, dennoch soll am 12. März eine weitere Infoveranstaltung dazu stattfinden.

Kein großes Thema mehr war das 1,8 Millionen Euro Defizit beim Jahresabschluss 2017. Auf den Weg gebracht wurde das „Chipping“ der Mülltonnen (die LN berichteten).

Personalien: Matthias Bonse (Wahlstedt) rückte für den ausgeschiedenen Vorgänger Hans-Joachim Küttbach in den Hauptausschuss nach. Klaus Gerdes (Schmalfeld) wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des Hauptausschusses gewählt.

Petra Dreu

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