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Segeberg WZV-Mitarbeiter steht wegen Untreue vor Gericht
Lokales Segeberg WZV-Mitarbeiter steht wegen Untreue vor Gericht
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21:19 12.05.2016
Auf Recyclinghöfen Geld hinterzogen? Als die Staatsanwaltschaft ermittelte, schaltete der WZV Wirtschaftsprüfer ein. Die stellten aber nichts fest.

Hat ein Abteilungsleiter beim Wege-Zweckverband (WZV) tief in die Kasse gegriffen? Oder ist das alles nur ein großer Irrtum? Das soll ab Donnerstag (9 Uhr) an mehreren Verhandlungstagen vor dem Schöffengericht Norderstedt geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat Anklage wegen des Vorwurfs der Untreue gegen einen führenden Mitarbeiter der Recyclinghöfe des WZV der Gemeinden des Kreises Segeberg erhoben. Sie stuft den Fall als besonders schwerwiegend ein. Das Amtsgericht Norderstedt hat sich für die Eröffnung der Hauptverhandlung entschieden.

„Ich bin als Zeuge zu dem Gerichtsverfahren geladen und darf jetzt zu dem Thema nichts mehr sagen.“Jens Kretschmer, WZV-Verbandsvorsteher

Das Besondere an dem Fall ist, dass der Arbeitgeber, Verbandsvorsteher Jens Kretschmer, trotz der schwerwiegenden Vorwürfe weiterhin treu an seinem Mitarbeiter festhält, ihm weiter vertraut.

Kretschmer hatte Oktober betont, dass der Mitarbeiter stets „absolut zuverlässig“ gewesen sei und er fest davon überzeugt sei, dass der Mitarbeiter nichts Illegales gemacht habe. Nun sei er selbst als Zeuge vor Gericht geladen und wolle sich deshalb nicht weiter dazu äußern, erklärte Kretschmer gestern auf Nachfrage. An seiner eigenen Haltung habe sich aber nichts geändert, bekräftigte er. Der Beschuldigte arbeite auch weiterhin beim WZV, sei nicht freigestellt.

Die Strafverfolgungsbehörden waren im Herbst 2014 durch eine anonyme Anzeige auf den Fall aufmerksam geworden. Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft und der Polizei hatten daraufhin auf dem Betriebsgelände des WZV in Bad Segeberg und auf dem Recyclinghof in Norderstedt Unterlagen gesucht. Und waren offensichtlich fündig geworden: In der Zeit von Februar bis Oktober 2014 soll der Beschuldigte, der als Abteilungsleiter für die tägliche Kassenabrechnung zuständig war, im Rahmen des Kassenabschlusses Stornobuchungen an der Registrierkasse durchgeführt haben, obwohl diese „nicht sachlich veranlasst waren“, heißt es von der Pressestelle der Staatsanwaltschaft.

Es geht offenbar konkret um Zahlungen von Kunden, wenn diese im Hänger oder Kleinlaster Bauschutt, Sperrmüll oder Gartenabfälle beim WZV loswerden wollen. Die Kunden zahlen dafür, erhalten auch einen Beleg. Der Angeklagte soll nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Buchungen an der Registrierkasse storniert haben. Die Stornobelege habe er ausgedruckt und entgegen der Dienstvorschriften entsorgt.

Danach soll er jeweils einen um den Stornobetrag verringerten, neuen Bar-Kassenausdruck veranlasst haben. Der vorherige Kassenbestand und die vorgenommene Stornobuchung seien so nicht mehr erkennbar gewesen. Der Beschuldigte soll das Bargeld in Höhe des jeweiligen Stornobetrages aus der Kasse entnommen und für sich behalten haben. Insgesamt sei dem WZV so ein Schaden von insgesamt mehreren zehntausend Euro entstanden, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft.

Keine Lappalie: Der Tatverdacht sei so stark, dass das Gericht die Hauptverhandlung eröffnet hat. Das mache ein Gericht nur, wenn hinreichender Tatverdacht bestehe, erklärte Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer auf LN-Nachfrage. Das Strafmaß für gewerbsmäßige Untreue reiche von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. Zur Aufklärung des Falls reichten wahrscheinlich zwei Verhandlungstage nicht aus, glaubt der Oberstaatsanwalt.

Wolfgang Glombik

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