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Segeberg Recyclinghof-Streit: WZV und Norderstedt nähern sich an
Lokales Segeberg Recyclinghof-Streit: WZV und Norderstedt nähern sich an
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14:03 28.01.2019
Der Recyclinghof in Norderstedt wird gemeinsam von der Stadt Norderstedt und dem Wegezweckverband des Kreises Segeberg betrieben. Quelle: Burkhard Fuchs
Norderstedt/ Bad Segeberg

Das Kriegsbeil scheint zunächst begraben zu sein zwischen der Stadt Norderstedt und dem Wegezweckverband (WZV), dem 94 Gemeinden des Kreises Segeberg angehören. So brachte jetzt ein Gespräch in Bad Segeberg eine erste Annäherung und versöhnliche Töne zwischen den Kontrahenten, die kurz vor Weihnachten heftig aneinandergeraten waren – vor allem über die Medien. Buchstäblich in letzter Minute konnte die Schließung des Recyclinghofes in der Norderstedter Oststraße verhindert werden. Diesen betreibt der WZV, der allerdings im Wesentlichen von der Stadt Norderstedt finanziert wird.

Der Abfallentsorgungsverband bestand partout darauf, dass Norderstedt seinen bisherigen Jahresbeitrag von 2019, von bisher 2,1 auf 2,6 Millionen Euro, erhöhen müsse, wofür die Stadt sich dann am 20. Dezember per Vertrag für ein Jahr verpflichtete. Gleichwohl kündigte Betriebsamtsleiter Martin Sandhof vor kurzem vor dem Umweltausschuss an, dass Norderstedt jetzt alternativ den Bau eines eigenen Recyclinghofes für Sperrmüll und Grünabfälle plane (die LN berichteten hier).

Der Streit scheint verflogen

Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder hatte sich dieses Mal mit dem ersten Stadtrat Thomas Bosse und einem Mitarbeiter des Betriebsamtes Schützenhilfe zur Seite geholt. Im Dezember war sie noch allein zu einem Treffen mit der WZV-Führungsriege gefahren, und hinterher habe sich auf deren Seite keiner mehr an die Einigung erinnern können. Norderstedt sollte im neuen Jahr zunächst den alten Betrag zahlen, um dann bis Juni 2019 eine neue Berechnung auszuarbeiten. Diese sollte dann rückwirkend zum 1. Januar gelten. Für den WZV war das ein nicht annehmbarer „Dreizeiler“, wie dieser schriftlich und auf einer eiligst einberufenen Pressekonferenz darstellte, die die Norderstedter Verwaltung heftig kritisierte.

Norderstedts Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder: „Wir sind auf einem guten Weg, die Kooperation mit dem WZV fortzusetzen.“ Quelle: Burkhard Fuchs

Doch diese ganze Aufregung scheint verflogen zu sein. WZV-Justiziar Nis Nissen sagte jetzt nach dem Gespräch, an dem auch die kommissarische WZV-Verbandsvorsteherin Dr. Beatrix Klüver und Landrat Jan Peter Schröder teilnahmen, etwas blumig: „So turbulent das Jahr 2018 ausgeklungen ist, so sachlich und positiv ist das Jahr 2019 gestartet.“ Beide Seiten hätten sich jetzt darauf verständigt, sich wieder auf die Sacharbeit statt auf Auseinandersetzungen in den Medien zu konzentrieren. „Dieses Signal haben wir auch von der Norderstedter Seite bekommen.“

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Weitere Gespräche im Mai

Das bestätigt OB Roeder: „Wir sind auf einem guten Wege, die Kooperation mit dem WZV fortzusetzen“, sagt die Verwaltungschefin. Im Mai werde man sich in dieser Konstellation wiedertreffen. Bis dahin sollen die Experten auf beiden Seiten eine neue, tragfähige Vereinbarung erarbeiten, die annehmbare Modalitäten enthalte. „Es wird aber keine Einigung um jeden Preis geben“, sagt Roeder.

Dazu passt, dass auf politischer Seite jetzt der Vorschlag der Verwaltung angenommen wird, den Betrieb des Recyclinghofes näher zu beleuchten. Auf der nächsten Stadtvertretersitzung am Dienstag, 5. Februar, wollen alle sieben Norderstedter Ratsfraktionen das stadteigene Rechnungsprüfungsamt beauftragen, „die betriebswirtschaftlich korrekte Abrechnung des WZV für den Betrieb des Recyclinghofes Norderstedt, Oststraße, der Jahre 2013 bis 2018 zu prüfen.“ Diese Untersuchung sei aufgrund der öffentlichen Vereinbarung mit dem Wegezweckverband aus dem Jahre 2004 möglich.

Dies soll endlich zu der angeblich fehlenden Transparenz bei den Abrechnungen führen. Sacharbeit und verbaler „Schmusekurs“ auf Verwaltungsseite, Daumenschrauben von politischer Seite – das scheint die neue Doppelstrategie in dieser Angelegenheit zu sein.

Burkhard Fuchs

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