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Segeberg Wahlkampf: Stegner wirbt für Schultz
Lokales Segeberg Wahlkampf: Stegner wirbt für Schultz
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21:24 19.04.2017
Cordula Schultz, SPD-Kandidatin für den Wahlkreis Segeberg-Ost, begrüßte Parteichef Ralf Stegner auf dem Podium im Ihlsee-Restaurant. Quelle: Foto: Vogt

 Bei den etwa 80 Bürgerinnen und Bürgern, die gekommen waren, handelte es sich indes vorzugsweise um sozialdemokratisches Stammpublikum. Und so wurde der Abend in Bad Segeberg mehr oder weniger zum Heimspiel für den Polit-Profi.

Stegner konnte dann auch ganz aus dem Vollen SPD-linker Inhalte schöpfen – und dabei gleichzeitig gegen die konservative Konkurrenz austeilen. Alles unter dem Oberbegriff der „sozialen Gerechtigkeit“, um die sich der Abend vor allem drehte. Eine Rente mit 70 beispielsweise, wie sie jüngst von der Jungen Union in die Diskussion gebracht wurde, bezeichnet Stegner als „zynisch“.

Insbesondere Menschen ohne Abitur, griff der Harvard-Absolvent den Werdegang des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz auf, hätten eine längere Lebensarbeitszeit, würden weniger verdienen und statistisch zehn Jahre früher sterben als Personen mit Studienberechtigung. „Das sind drei richtig fette Nachteile“, führte Stegner aus. Die Antwort darauf könne aus seiner Sicht nur eine solidarische Bürgerversicherung sein, die für alle Einkommensschichten gelten müsse. „Im Bund sollte sich die SPD an keiner Regierung beteiligen, die das nicht umsetzt“, so der 57-Jährige.

Stichwort Abitur: „Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, das Abitur machen zu können, gleich wie viel seine Eltern verdienen“, forderte er. Die Beitragsfreiheit von der Krippe bis zum Studium sei deshalb Ziel der SPD, erklärte Stegner und sprach sich statt für „Investionen in Asphalt“ für „Investitionen in Köpfe“ aus. Eine Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren in Schleswig-Holstein, wie es die CDU vorhat, erteilte Stegner in diesem Zusammenhang eine Absage. Bei der gegenwärtigen Wahlfreiheit der Schulen zwischen G8, G9 oder auch beidem müsse es bleiben. Es gehe nicht an, den Schulen neue Systemdebatten aufzuzwingen.

Wie denn Beitragsfreiheit in der Kita gehen solle, wenn Erzieherinnen und Erzieher schon jetzt viel zu wenig verdienen und für ihre Ausbildung zum Teil Geld mitbringen müssten, fragte eine Zuschauerin kritisch nach, wobei die Antwort allerdings recht wolkig ausfiel. Einigen Berufsgruppen, neben Erziehern auch Pflegekräften und Lehrern, müsse wieder mehr Wertschätzung entgegen gebracht werden, sagte Ralf Stegner. Von „guter Arbeit“ müsse man immer leben können.

Die Anfrage eines Mannes, die Steuergesetze zugunsten von Männern zu verändern, damit die wieder für ihre Familien sorgen könnten, tat der Politiker als „reaktionär“ ab. Vielmehr müsse es darum gehen, die „Wirtschaft familientauglich und nicht die Familien wirtschaftstauglich zu machen“, entgegnete der Sozialdemokrat und erhielt dafür reichlich Applaus. Auch für andere Aussagen wie das klare Nein der Landesregierung zu Abschiebungen nach Afghanistan oder die Aufforderung den „Demokratiefeinden“ der AfD keine Stimmen zu geben, wurden von der Runde beklatscht. Nach gut anderthalb Stunden schloss Stegner mit der Bitte, die Erststimme am 7. Mai an Cordula Schultz sie geben. „Sie ist klug, sie ist engagiert, wir könnten sie in Kiel gut gebrauchen.“  ov

LN

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