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Segeberg Wahlplakat-Vandalismus nimmt zu
Lokales Segeberg Wahlplakat-Vandalismus nimmt zu
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20:40 10.04.2017
Die Plakate von nahezu allen Parteien zur Landtagswahl, die in Wahlstedt für sich werben, sind vom Vandalismus betroffen und vollgeschmiert. Quelle: Fotos: Hiltrop

„Lügner“ steht in großen Buchstaben quer über dem Konterfei eines Politikers. Auf ein anderes Wahlplakat sind die Buchstaben „NZS“ in schwarzer Farbe gesprüht: Überall in Wahlstedt sind solche Schmierereien zu sehen. So gut wie jede Partei ist vom zunehmenden Wahlplakat-Vandalismus betroffen. „So wie ich das sehe, müssen diejenigen, die das waren, durch die ganze Stadt gezogen sein“, fasst Frederik Kögebehn aus Wahlstedts Bauverwaltung zusammen. Er ist für Wahlplakatierung zuständig.

In Wahlstedt beginnt das große Austauschen, nachdem Unbekannte etliche Schilder von Kandidaten beschmiert haben.

Gestern hieß es für Kögebehn also erst einmal, die Parteien zu informieren, damit die handeln können. Und das heißt beispielsweise bei den Christdemokraten: Anzeige erstatten. „Das machen wir standardmäßig“, sagt CDU-Landtagskandidat Axel Bernstein. Wenn er die Symbole richtig deute, hätten sie offenbar keinen politischen Hintergrund, sondern seien vielmehr wahllos. „Wir kennen das schon aus vergangenen Wahlkämpfen und können damit umgehen. Die Plakate werden zeitnah ausgetauscht.“

Auch Cordula Schultz (SPD) ist sich sicher, dass hier „übermütige Jugendliche am Werk waren, die mit ihrer Freizeit nichts Sinnvolles anzufangen wissen.“ Sie werde jedoch von einer Anzeige absehen.

„Die findet man sowieso nicht.“ Die Kosten, so Schultz, lägen höchstens bei ein, zwei Euro pro Plakat. Ärgerlich sei die Sache jedoch für die ehrenamtlichen Wahlkampfhelfer, die nun alles austauschen müssten. Bis auf das große Plakat an der Heidmühlener Straße, das durch eine Plakat-Werbefirma erneuert wird.

„Ersatz bei Beschädigung ist vertraglich festgelegt“, sehen Bernstein und die anderen Kandidaten solche Schmierereien eher gelassen. Obwohl Passanten den Eindruck bekommen, als müsste jedes zweite der ohnehin zahlreichen Schilder erneuert werden. „Wir haben einen Schlüssel von 20 Plakaten pro Partei“, sagt Frederik Kögebehn, und macht damit deutlich, dass theoretisch, wenn alle 13 Parteien bis zur Landtagswahl am 7. Mai in der Stadt werben würden, 260 Plakate die Straße pflastern könnten. Zudem stellt die Stadt noch fünf Stellwände zur Verfügung.

Es gibt auch Einschränkungen zur Plakatierung, die frühestens sieben Wochen vor der Wahl starten darf. Hierbei orientiert sich die Verwaltung an den Bestimmungen der Landesbetriebe Straßenbau und Verkehr (LBV SH). Wahlplakate sind übrigens „sondernutzungsgebührenfrei“, wie es im Fachjargon der Verwaltung heißt.

 Heike Hiltrop

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