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Segeberg Wahlstedt: Investitionsstau von weit über zehn Millionen Euro
Lokales Segeberg Wahlstedt: Investitionsstau von weit über zehn Millionen Euro
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22:14 17.11.2016
Kleines Theater: Für den Brandschutz, Türen und anderes wären bestenfalls 80000 Euro im Haushalt 2017 vorgesehen. Dachsanierung und Lüftung sind nötig, aber noch nicht geplant: gut eine Million Euro.

Es ist der alljährliche Spagat zwischen dem, was unbedingt gemacht werden muss, und dem, was geschoben werden kann, den Wahlstedts Ausschussmitglieder derzeit für den Haushalt vollführen müssen.

Das Dilemma der Stadt: Die Kassen sind leer, aber die To-do-Liste wird immer länger.

Der Etat für das kommende Jahr ist derzeit zentrales Gesprächsthema in den Arbeitsgremien. Wie nicht anders zu erwarten, klafft wieder ein tiefes Loch: „Derzeit haben wir eine Unausgeglichenheit von 1,9 Millionen Euro und einen Kreditbedarf von 3,6 Millionen Euro, aber das ist noch nicht das letzte Wort“, sagt Stadtkämmerer Martin Ploch, der davon ausgeht, dass die Stadtvertreter erst zum Jahresbeginn 2017 entscheiden werden.

Dennoch: Notwendige Dinge, wie etwa die Sanierung der Kronsheider Straße, sind geplant. Zur Anschaffung von neuen Fahrzeugen für die Feuerwehr, die mit knapp einer halben Million Euro zu Buche schlagen würden, steht das letzte Wort der Politik noch aus. Für die ersten Schritte zu einem attraktiven Martplatz sollen 150000 Euro vorgehalten werden.

Ein dicker Brocken kommt 2017 mit dem Kauf von Grundstücken für das geplante Industrie- und Gewerbegebiet am Bahnhaltepunkt auf die Stadt zu. Eine knappe Million wird das werden, überschlägt Bürgermeister Matthias Bonse (CDU). Eine nötige, aber, so hofft man im Rathaus, eine gewinnbringende Investition. Die Stadt verspricht sich starke Investoren, Arbeitstplätze und Steuereinnahmen.

Unlängst hat sich der Fachausschuss mit Nachdruck dafür ausgesprochen, nur nachhaltig agierende Unternehmen anzusiedeln. Riesige Lagerhallen mit ein, zwei Mitarbeiter werde es nicht geben. Bei genauer Betrachtung bleibt jedoch eine ganze Menge noch liegen, was mittel- oder langfristig dringend angegangen werden muss. Einen enormen Investitionsstau schiebt die Stadt vor sich her: Über zehn Millionen Euro müsste sie in die Hand nehmen, um die To-do-Liste abzuarbeiten.

Da sind beispielsweise die beiden Feierabendwohnheime am Gilde- und am Birkenweg: die alten Fenster zugig, die Heizungsanlagen nicht modern. Der energetische Stand stammt aus dem vergangenen Jahrhundert: In jedes der beiden Gebäude müssten über 800000 Euro gesteckt werden. Am liebsten wäre die Verwaltung die Häuser los, zumal es für Sanierung im Altbestand derzeit keine finanzielle Förderung gibt.

Die Sanierung von Rathaus und Bücherei, die sich im Gebäude befindet, ist ein fast eine Million Euroteurer Dauerbrenner, der schon seit einem Jahrzehnt immer wieder verschoben wird. Und auch im Kleinen Theater sieht es mit dem Dach nicht sonderlich gut aus, zudem müsste eine neue Lüftung dringend her – zusammen noch eine Million Euro.

Bleibt die lange Liste der Straßen, deren mangelhafter Zustand die Wahlstedter täglich zu spüren bekommen und deren Ausbau kommendes Jahr noch lange nicht dran ist. Mehr als sechs Millionen Euro müssten für sie zusammengenommen in den kommenden Jahren investiert werden. Den Löwenanteil, knapp fünf Millionen Euro, müssen dabei allerdings die Anlieger zahlen.

 Heike Hiltrop

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