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Segeberg Wahlstedt muss weiter Schulden machen
Lokales Segeberg Wahlstedt muss weiter Schulden machen
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20:21 05.11.2013

Eigentlich ist Wahlstedt so arm, dass es sich Neuanschaffungen nicht leisten sollte. Doch trotz der desolaten Haushaltslage muss die Stadt neben der bereits ausgeschriebenen Drehleiter für die Feuerwehr ein paar mächtige Brocken anpacken. So hat das große Rechnen begonnen. Seit Wochen stehen die Haushaltsberatungen im Mittelpunkt der Ausschussarbeit.

Bedarfe sind angemeldet, akribisch wird Produktgruppe für Produktgruppe beäugt — zu Jahresbeginn wurde auf Doppik umgestellt, Ausgaben wurden besprochen und abgewogen. Wichtiges Utensil: der Rotstift. Denn „die Restschuld für bestehende Kredite werde sich zum 31. Dezember dieses Jahres auf rund 7,4 Millionen belaufen“, so Kämmerer Martin Ploch.

„Das dickste Ding ist für mich der Jördenberg, dann natürlich das Rathaus“, sagt Bürgermeister Matthias Bonse (CDU) und gibt in einem Satz etwa eineinhalb Millionen Euro aus. Hatte man vor einem Jahr, wie berichtet, für die Erweiterung des Rathauses mit 180 000 Euro kalkuliert, dann aufgestockt auf etwa 275 000 Euro, so ist man nun bei 500 000 Euro angekommen. Und das ist längst nicht alles: Der Bauhof benötigt dringend neue Maschinen. Etwa einen Radlader für über 90 000 Euro. „Der jetzige hat 6000 Betriebsstunden hinter sich. In gelaufenen Kilometern hieße das, der hat 300 000 auf der Uhr, der ist auf “, rechnet Bauhofchef Stephan Harbeck vor und weist auf ständige Reparaturen des wichtigen Gerätes hin, mit dem unter anderem das Streugut im Winter auf die Fahrzeuge geladen wird. Auch zwei Pritschen sind in die Jahre gekommen. Doch die 50 000 Euro dafür sind nicht drin. Der Posten für Bauhof-Investitionen ist von 250 000 Euro auf gut 180 000 eingedampft worden.

Auch an die Sporthalle und den dortigen Treff müsste dringend Hand angelegt werden. Der Hallenboden, die Tribüne, die Dächer — alles in allem müssten über 200 000 Euro investiert werden, doch das Geld fehlt. Ein neuer Boden, veranschlagt worden waren 150 000 Euro: gestrichen. Wie eine Seifenblase zerplatzt ist der Traum von einer Erneuerung der Industriestraße zwischen Hans-Dall-Straße und Kreisstraße 73, die man schon mit in die To-do-Liste aufgenommen hatte. Doch neben den 310 000 Euro, die im Haushalt 2014 dafür bereitgestellt werden müssten, wäre eine halbe Million Euro als Verpflichtungsermächtigung für 2015 nötig. Es traf den Bauausschuss hart, als er jetzt unerwartet mit der Riesensumme konfrontiert worden war. „Die überraschende Nachmeldung ist mir sehr übel aufgestoßen“, monierte Ausschussvorsitzender Klaus Harm (CDU) — und alle Fraktionen pflichteten ihm bei. Darum: gestrichen. Aus diesem Jahr ins kommende verlegt wurde die Sanierung von Haus A der Poul-Due-Jensen-Gemeinschaftsschule, die mit rund 300 000 Euro etwas teurer wird als gedacht, da auch die Fernster in keinem guten Zustand sind. Beinahe winzig muten dagegen die 23 000 Euro für die Lüftungsanlage des kleinen Theaters an.

Am 19. November kommt der Finanzausschuss zu seiner entscheidenden Haushaltssitzung zusammen. Seine Empfehlung an die Stadtvertreter wird zeigen, wie klein die Brötchen sein werden, die Wahlstedt in Zukunft noch backen kann.

Heike Hiltrop

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