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Segeberg Wahlstedt stellt sich seiner Vergangenheit
Lokales Segeberg Wahlstedt stellt sich seiner Vergangenheit
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00:00 27.10.2012
Segeberg

Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten verdrängt, aber die Kriegsmaschinerie der Nationalsozialisten legte den Grundstock dafür, dass sich das Dorf Wahlstedt zur Stadt entwickeln konnte. Das in den 30er Jahren gebaute Marineartillerie-Arsenal bot nach dem Zweiten Weltkrieg Platz zur Ansiedlung von Industrie, sorgte so dafür, dass Flüchtlinge Arbeit finden und der Ort wachsen konnte. Nun will die Volkshochschule Wahlstedts Geschichte aufarbeiten. Zehn Informationstafeln sollen einen Rundgang quer durch die Stadt markieren und auf die ehemaligen Marineartillerie-Arsenalgebäude aufmerksam machen. Zudem soll dokumentiert werden, woher und unter welchen Umständen Zwangsarbeiter und Flüchtlinge einst nach Wahlstedt kamen, wie ihr Alltag aussah und was aus den roten Backsteingebäuden nach dem Krieg wurde.

„Wir wollen eine kritische Aufarbeitung, keinen Militärtourismus“, sagte die VHS-VorsitzendeAngelika Remmers, als sie ihre Idee dem Stadtentwicklungsausschuss vorstellte. Das ganze Konzept mit Flyer, Räumlichkeiten, Material ist ausgearbeitet. Kosten von 40 000 Euro veranschlagt. Mit Spendengeldern oder einer Finanzspritze könnte der Startschuss im nächsten Jahr fallen.

„Wir brauchen 12 000 Euro und die Erlaubnis, den alten Wasserwerkbunker an der Waldstraße nutzen zu dürfen, um loszulegen“, so Remmers. Schon seit einigen Jahren plane sie dieses Vorhaben, für das ihr der Experte Timo Lumma und andere zur Seite stehen. Zwar stieß sie sowohl bei den ehemaligen Bürgermeistern Rudolf Gußmann und Sven Diedrichsen auf große Zustimmung, doch die Reaktionen in der Öffentlichkeit waren verhalten. „Jetzt ist die Zeit reif“, ist Angelika Remmers sich sicher. Ihr sei bewusst, dass man sehr sensibel an das heikle Thema herangehen sollte, doch man müsse die Einmaligkeit sehen, mit der aus einem dunklen Kapitel Kriegsgeschichte etwas geworden ist, das friedlich genutzt wird.

Das Dokumentations- und Informationszentrum mit Gedenkstätte und Filmen, in denen Zeitzeugen erzählen, soll im alten Wasserwerkbunker an der Waldstraße entstehen. Dort könnten auch eine Original-Lore der Schmalspurbahn und andere Gegenstände ausgestellt werden.

Geschlossen sprach sich der Ausschuss für dieses Projekt aus. Die Sozialdemokraten hätten das Vorhaben gerne noch in ihrer Fraktionssitzung besprochen: „60 Jahre hat es gedauert, dann machen ein paar Tage auch nichts mehr“, so Eberhard John. Doch die Christdemokraten setzten ihre Empfehlung an die Stadtvertretung durch, ohne Details zu prüfen.

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