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Segeberg Wahlstedts Feuerwehr wächst wie kaum eine andere
Lokales Segeberg Wahlstedts Feuerwehr wächst wie kaum eine andere
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22:20 27.09.2017
Sie haben gut lachen, denn sie haben ihre Prüfung „Truppmann I“ abgeschlossen. Das ist der erste Ausbildungsabschnitt der Feuerwehr. Quelle: Foto: Hil
Wahlstedt

Gerade bei den Feuerwehren auf dem Land in den „Schlafdörfern“, wo vor allem Berufspendler leben, kann es brenzlig werden, wenn Ehrenamtler fehlen. Schon lange steuert der Landesfeuerwehrverband mit Aktionen und verschiedenen Marketing-Ideen gegen. Erstes positives Ergebnis: Die Zahl der Mitglieder ist landesweit drei Jahre lang in Folge nicht gesunken, sondern sogar leicht gestiegen. Dennoch gebe es nach wie vor viele Wehren, denen es schlecht geht, räumt Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes ein.

„ Fast 20 neue Aktive, das ist schon herausragend.

Holger Bauer Feurwehrverband

des Landes

Die Gründe seien vielfältig, veraltete Strukturen etwa. Bei den drei Pflichtwehren (List auf Sylt, Burg in Dithmarschen und Friedrichstadt), die es mittlerweile in Schleswig-Holstein gibt, führten zuvor Zerwürfnisse und Massenaustritte zum Aus der freiwilligen Wehr.

In Wahlstedt sieht das ganz anders aus. Die Motivation stimmt offensichtlich. „Wir brauchen uns nicht um Nachwuchs zu sorgen – jetzt nicht mehr. Wenn alles so gut läuft wie bisher“, frohlockt Feuerwehrchef Jörg Neubauer mit Blick auf die Gruppe junger Männer und Frauen, die gerade ihre erste Feuerwehrprüfung erfolgreich abgeschlossen haben.

Malte Römer, Lukas Kramer, Frederik Meuter, Maik Voigtländer, Fernando Lange, Marcel Meincke, Denise Buller, Farina Fähnrich und Jannes Bender haben mit dem „Truppmann I“ die Zugangsvoraussetzung in den aktiven Feuerwehrdienst in der Tasche. Und den werden sie in Wahlstedt antreten. „Dazu haben wir vier neu zugezogene Feuerwehrleute und dann sind da auch noch fünf Nachwuchskräfte, die aus der Jugendfeuerwehr wechseln: Wenn sich nichts gravierendes mehr ändert, wären wir dann 83 Leute stark“, rechnet Jörg Neubauer vor. „Fast 20 neue Aktive, das ist schon herausragend“, urteilt Holger Bauer. Und nennt die Wahlstedter Wehr ein sehr positives Beispiel, das zeige, wie wichtig ein modernes, engagiertes Führungsteam sei. Diese Stärke sorgt vor allem dafür, dass die Einsatzbereitschaft gewährleistet ist. Immerhin mussten Wahlstedts Brandbekämpfer im vergangenen Jahr 215 Mal ausrücken.

Dass es jetzt etwas eng wird in der Wahlstedter Feuerwache, die vor fünf Jahren um einen knapp 140 Quadratmeter großen Anbau erweitert wurde und die für 75 Aktive sowie 20 Mitglieder der Jugendfeuerwehr ausgelegt ist, sieht Wehrführer Jörg Neubauer gelassen: „Wir werden uns räumlich zum Jahresende umorganisieren, so dass wir Luft genug haben.“ Außerdem wisse man natürlich nicht, wie hoch die Fluktuation, etwa durch Wegzug sein werde. Darum werde es auch keinen Aufnahmestopp geben, betont Wahlstedts Wehrführer. Aber aktive Mitgliederwerbung betreibe man derzeit nicht mehr.

 Heike Hiltrop

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