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Segeberg Wahlverweigerung in Segebergs Südstadt
Lokales Segeberg Wahlverweigerung in Segebergs Südstadt
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20:36 08.05.2018
Nicht nur in der Südstadt, auch andernorts haben Wahlhelfer wenig auszuzählen. Trotz Top-Bedingungen gingen viele Bürger nicht zur Wahl. Quelle: Foto: Glombik
Bad Segeberg

Bei der Analyse der Wahlbezirke fällt auf, dass vor allem die Bereiche, in denen mehrgeschossiger Wohnungsbau vorherrscht wie in der Theodor-Storm-Straße oder in dem Wahlbezirk „Schulzentrum“

mit Ostlandstraße/Kuhkamp, fast die Mentalität einer Wahlverweigerung aufkeimte. In der Theodor-Storm-Schule gab es eine Wahlbeteiligung von nur 23,4 Prozent. Im Wahlbezirk „Schulzentrum“, die seit drei Jahren „Schule am Burgfeld“ heißt, gaben nur 27,6 Prozent ihre Stimme ab. Damit ist man hier nicht mehr weit entfernt von Lübecker Problemvierteln wie Moisling, wo nur 21,3 Prozent der Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.

Bad Segeberg insgesamt verzeichnet eine Wahlbeteiligung von nur 40,2 Prozent, ähnlich niedrig wie vor fünf Jahren. Damit scheint die Kreisstadt Lübeck nachzueifern, das bei der Wahlbeteiligung landesweit Schlusslicht ist. Nur 34,3 Prozent der Wahlberechtigten haben dort ihre Stimme abgegeben.

Dabei waren auch in Bad Segeberg bei diesen Kommunalwahlen die äußeren Bedingungen für einen Spaziergang zum Wahllokal ideal. In der Innenstadt hatten die Eisläden Hochbetrieb. Vor den Eis-Lokalen bildeten sich lange Schlangen. Im Wahllokal in der Theodoor-Storm-Schule herrschte hingegen gähnende Leere in der Wahlkabine. Einen extrem langweiligen Sonntag verlebten auch die Wahlhelfer in der Schule am Burgfeld. Die Ehrenamtlichen erfuhren hier bei ihrem öden Tagewerk, dass einige Wahlberechtigte – vor allem Ältere – gar nicht wussten, dass das Schulzentrum vor fast drei Jahren umbenannt wurde. Sie suchten deshalb sogar im Berufschulzentrum BBZ vergeblich nach ihrem Wahllokal, berichtete ein Wahlhelfer. Die „Schule am Burgfeld“, die auf der Wahlbenachrichtigung mit Adresse ausgedruckt war, konnten einige nicht zuordnen. In dem Zusammenhang fällt auf, dass die Stadt selbst diesen Wahlbezirk weiterhin „Schulzentrum“ nennt, was sicherlich auch nicht der Klarstellung diente.

Vielleicht sollte Bad Segeberg auch im Rahmen ihres Programms „Soziale Stadt“ überlegen, wie man nicht nur in Immobilien wie den Südstadtpark investiert, sondern auch bei Menschen, die in sozial schwächeren Gegenden leben, Interesse für Politik vor der Haustür weckt. „Versteckte“ Wahllokale in Schulen sind für Menschen mit Schwellenängsten bei Klassenzimmern sicher kontraproduktiv.

Zu den Spitzenreitern bei der Wahlbeteiligung zählt hingegen Bad Segebergs Norden. Im WahlbezirkRestaurant Schützenhof“ kamen genau 50 Prozent aus dem Ihlseegebiet zur Wahl. Der Wahlbezirk „Kiga Hamdorfer Weg“ mit den Eigenheimvierteln Theodor-Heuss-Ring und Königsberger Straße hatte die höchste Wahlbeteiligung. Hier gingen 52,3 Prozent der Berechtigten auch wählen. Das war übrigens der einzige Wahlbezirk, in dem die SPD mit ihrem Kandidaten Jens Lichte ein Direktmandat holte.

Von Wolfgang Glombik

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