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Waldweg: Zwei mächtige Buchen wurden von der Stadt gefällt

Bad Segeberg Waldweg: Zwei mächtige Buchen wurden von der Stadt gefällt

Nachbar wehrt sich gegen Abholzaktion an seiner Grundstücksgrenze — Er möchte den Waldcharakter in der Straße erhalten — Stadt verweist auf Austernpilz am Baum.

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Der Baum sehe kerngesund aus, meint Anlieger Ingo Knoll. Für ihn greife die Stadt zu schnell zur Säge.

Bad Segeberg. Alarmstimmung im Waldweg bei Anlieger Ingo Knoll: Arbeiter legten dort am Montag zwei mächtige Buchen auf die Seite. Ist das nur der Anfang der befürchteten, großen Fällaktion in dem städtischen Forst?

Bad Segebergs Politiker ahnten es schon vor etwa 30 Jahren: Gefahr droht, dass der Waldweg nicht mehr lange seinem Namen gerecht bleiben werde. Schon damals wurde in der Kalkbergstadt gerne und viel gesägt. Die Politiker schrieben damals in den Bebauungsplan zum Waldweg hinein, dass vor dem Fällen von Bäumen die Untere Landschaftsschutzbehörde gefragt werden müsse. Ziel sei es, den Waldcharakter der Grundstücke unbedingt zu erhalten. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass der Waldweg immer mehr Bäume verliert.

Wie berichtet, ist geplant, auf einem städtischen Grundstück eine sogenannte Waldumwandlung zu beantragen, dazu über 20 Buchen abzusägen. Der frühere Landesvorsitzende der Grünen Peter Stoltenberg plant auf seinem Grundstück am Waldweg 7, den Bungalow abzureißen und dort neu zu bauen. Dafür müssten in der Nachbarschaft auf einem städtischen Grundstück aber nahestehende Waldbäume verschwinden (die LN berichteten). SPD- und CDU-Fraktion haben Zustimmung signalisiert.

Doch plötzlich geht es jetzt schon los mit dem Sägen: Zwei Buchen auf der anderen Straßenseite des Waldweges, genau an der Grundstückgrenze zu Anlieger Ingo Knoll (Waldweg 6), wurden abgeholzt. Er protestierte, obwohl vor rund sieben Jahren von einem der Bäume ein großer Ast auf sein Auto fiel. Totalschaden. Das Auto wurde ihm von der Stadt ersetzt. Knoll bleibt ein Freund der Bäume: „Es kann nicht sein, dass die Stadt Waldarbeiter losschickt, um hier in der Straße gesunde Bäume zu fällen.“ Bauamtsleiterin Antje Langethal bestreitet das. Die Bäume seien krank, einer gar vom Austernpilz befallen. Zuvor seien die Bäume von einem Experten regelmäßig begutachtet worden. Bei der letzten Kontrolle sei ein Baum als krank diagnostiziert worden. Der andere Baum sei gesund, aber so schief gewachsen, dass der Fachmann dazu geraten habe, ihn abzusägen. Knoll befürchtet nun, dass „alle sogenannten kranken Bäume am Waldweg gefällt werden sollen“. Die ihm von der Stadt als „fällpflichtig“

genannten Bäume sehen für ihn gesund aus. „Das wurde mir in der Vergangenheit jedenfalls von der Stadt auch immer so versichert. Das scheint eine plötzliche akute Erkrankung zu sein . . .“

Knoll sieht einen Zusammenhang mit der geplanten Waldumwandlung auf dem städtischen Grundstück gegenüber. Die jetzige Fällaktion habe damit nichts zu tun, erklärte dagegen Antje Langethal den LN. Die Forstbehörde habe gegenüber Peter Stoltenberg und seinem Architekten eine Waldumwandlung „in Aussicht gestellt“, der Architekt sei an die Stadt herangetreten. Aber für das Absägen der Bäume auf Stadtgebiet sei eine Zustimmung der Stadtvertreter nötig. Oder die Politik lege gleich fest, dass das Waldgrundstück an den Nachbarn verkauft werden kann. Der Grünen-Politiker müsste dann selbst den Antrag auf Waldumwandlung bei der Forstbehörde einreichen und die Bäume absägen lassen.

SPD und CDU unterstützen Stoltenbergs Baupläne

Der ehemalige Landesvorsitzende der Grünen und jetziger Kreisvorstandssprecher Peter Stoltenberg kann bei seinem Bauvorhaben im Waldweg mit Rückenwind der Bad Segeberger Politik rechnen.

Inhaltlich seien sich SPD- und CDU-Fraktion einig, dass das Grundstück Waldweg 9 für die Stadt „entbehrlich“ sei, teilen Joachim Wilken-Kebeck (SPD-Fraktion) und Norbert Reher (CDU-Fraktion) mit. Es hat sich so quasi eine Große Koalition für das Abholzen der Bäume auf dem städtischen Gelände am Waldweg gebildet. Der Nachbar Peter Stoltenberg (Waldweg 7) möchte, wie berichtet, das derzeit bestehende Einfamilienhaus abreißen und etwas größer neu errichten. Gesetzlich dürfe er das nicht, weil das Grundstück Waldweg 9 bewaldet ist und er daher beim Neubau „nicht die erforderliche Abstandsfläche einhalten kann“, erklären die Fraktionen. „Es gibt aber die Möglichkeit den Wald umzuwandeln und abholzen zu lassen, dann wäre der Weg für einen größeren Neubau gegeben.“ Die Forstbehörde habe signalisiert, einer Umwandlung zuzustimmen. Bei einer Waldumwandlung sei das anschließende Fällen der Bäume „ein Muss“, wissen die Politiker. Möglicherweise müsste Ersatzfläche aufgeforstet werden.

Für SPD und CDU hätte das Abholzen der über 20 alten Bäume nicht nur für Stoltenberg Vorteile, sondern auch für die Stadt. Sollte die Umwandlung durchgeführt werden, könnte die Stadt das Gelände als attraktives Bauland am Markt anbieten, stellen SPD- und CDU-Fraktionen in Aussicht. wgl

Vor Jahren zerstörte ein dicker Ast das Auto

Vor sieben Jahren knallte aus heiterem Himmel ein dicker Ast auf das Auto von Waldweg-Anlieger Ingo Knoll. Als er aus dem Urlaub kam, habe er die Bescherung gesehen, erzählt er.

Damals habe ihm die Stadt noch klar gesagt, dass ihr Baum, der den Ast verloren hatte, kerngesund sei. Das Gerichtsverfahren um Schadensersatz endete mit einem Vergleich, berichtet Knoll.

Für Bad Segebergs Bauamtsleiterin Antje Langethal hat es keinen Hinweis darauf gegeben, dass der Baum krank gewesen sei. „Unsere Bäume werden regelmäßig kontrolliert, im belaubten und nicht belaubten Zustand.“ Auch im Waldweg schaue sich ein Fachmann Baumkronen an. Es bleibe ein Risiko. Da könne immer ein grüner Ast herunterbrechen. Das werde so auch bei Schadensfällen von Gerichten akzeptiert. Doch für Knoll ist klar, die aktuelle Schädigung an der Baumkrone mit dem Austernpilz sei von der Stadt selbst verursacht worden, als sie dort vor Jahren einen Ast absägte und die Baumwunde nicht versorgte. wgl

Wolfgang Glombik

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