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„Warnschussarrest“ für 18-Jährigen

Norderstedt „Warnschussarrest“ für 18-Jährigen

Kaltenkirchener streckte Jugendlichen mit Elektroschocker nieder.

Norderstedt. Wegen eines versuchten besonders schweren Raubes in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung sowie einer versuchten Nötigung verurteilte das Jugendschöffengericht in Norderstedt den 18-jährigen Peter C. (alle abgekürzten Namen von der Redaktion geändert) aus Kaltenkirchen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Darüberhinaus verhängte die Richterin Claudia Naumann gegen den Angeklagten einen sogenannten „Warnschussarrest“ von vier Wochen, bei dem der Angeklagte erfahren soll, was eine Haftstrafe bedeutet.

Aus dem

Amts-

gericht

Die Tat, an die der Angeklagte wegen übermäßigem Alkoholkonsums keinerlei Erinnerung haben will, liegt einige Monate zurück: Es war Mitte Juli im vergangenen Jahr, als der 16-jährige Lucas M. nachts gegen halb drei Uhr arglos die Kieler Straße in Kaltenkirchen entlanglief. Der Angeklagte, den der Jugendliche vom Sehen kannte, drückte M. mit dem Ellbogen im Kinnbereich fixierend in ein Gebüsch und verlangte Zigaretten. Als der Schüler angab, keine Zigaretten zu besitzen, verspürte er einen schmerzhaften Stich am Oberschenkel. Wie sich später herausstellte, kam dieser von einem Elektroschocker, mit dem der Angeklagte seinem Opfer am Bein eine Verbrennung beibrachte. Anschließend schüttete der Angeklagte den Inhalt des Rucksacks seines Opfers auf den Gehweg und entfernte sich kurzzeitig. Als der schockierte Jugendliche dabei war, seine Sachen zusammenzusammeln, kehrte der Angeklagte plötzlich im Laufschritt zurück und schlug dem Schüler mit den Worten: „Wenn du etwas verrätst, bringe ich dich um“, seine Faust so heftig ins Gesicht, dass dieser zu Boden ging. M., der im Strafverfahren als Nebenkläger auftrat, erlitt neben der Verbrennung am Oberschenkel ein Schädel-Hirn-Trauma.

Während der Angeklagte, der schon vier Mal unter anderem wegen Beleidigung, Bedrohung und Diebstahls vor Gericht saß, sich lässig und scheinbar gleichgültig auf die Anklagebank lümmelt, sind bei seinem Opfer bis heute deutliche psychische Folgen des erlittenen Überfalls spürbar. In seiner für das Gericht schlüssig und glaubhaften Aussage schildert er die Tat wie in der Anklage niedergelegt und berichtet davon, dass er seit dem brutalen Überfall nachts nicht mehr alleine die Straße entlanggehe und nach wie vor Angst habe vor dem Angeklagten, der dem schmächtigen Jugendlichen an Größe und Kraft deutlich überlegen ist und dem er gelegentlich begegnet.

Die Richterin zwingt den Angeklagten, aufzustehen und seinem Opfer ins Gesicht zu sehen. „Du musst vor mir keine Angst haben“, erklärt Peter C. bei dieser Gelegenheit wenig überzeugend. Zur Wahrheitsfindung trägt er ansonsten ebenso wenig bei wie er Reue zeigt. „Der ist doch ein Kind, dem würde ich nie etwas antun“, wiederholt der arbeitslose Schulabbrecher, der nach eigener Aussage in den Tag hineinlebt, lediglich mehrfach.

Das Gericht beschreitet mit der Verhängung des vierwöchigen Arrestes einen Mittelweg: Der Angeklagte erhält eine Bewährungschance, wird aber einen Vorgeschmack darauf erhalten, was ein Sitzen im Knast bedeutet. Zudem muss er innerhalb von vier Monaten eine entgeltliche Beschäftigung aufnehmen, zumindest Bewerbungen nachweisen. Außerdem muss er 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verrichten.

Von mka

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