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Segeberg Was Martin Luther über das moderne Segeberg gedacht hätte
Lokales Segeberg Was Martin Luther über das moderne Segeberg gedacht hätte
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20:18 13.04.2017
Axel Winkler liest als Martin Luther während der „Martinstage“ Texte des Reformators. Quelle: Fotos: Kullack

Würde Dr. Martin Luther heute in die Bad Segeberger Stadtbücherei gehen – vor welchem Regal würde er stehenbleiben, welches Buch in die Hand nehmen?

Wäre Luther zu Gast im Rathaus, wie käme er mit Bürgermeister Schönfeld klar? Und was hat der große Reformator in der Sparkasse zu suchen? Allen diesen Fragen geht ein 13-köpfiges Team der Evangelischen Kirchengemeinde nach. Im Lutherjahr haben sie ab 27. April für das ganze Jahr „Martinstage“ organisiert, in manchen Monaten gibt es sogar mehrere Veranstaltungen (siehe Termine).

Die hier aufgelisteten Veranstaltungen zum 500-jährigen Jubiläum des Thesenanschlags sind allesamt öffentlich – hinzu kommen zwei, die sich ausschließlich an ein bestimmtes Publikum richten. Am 29.

Juni heißt es in der Franz-Claudius-Schule „Luther für Kinder“, und am 11. November nimmt das Luther-Team am Parkinsontreffen im Vitalia-Seehotel teil.

Ob öffentlich oder nicht – bei allen Veranstaltungen soll es nicht um höchst theologische Fragestellungen gehen – dargestellt und zitiert werden Luthers Einlassungen zu ganz alltäglichen, lebenspraktischen Dingen. Pastorin Rebecca Lenz sagt dazu: „Luther hat ,dem Volk aufs Maul geschaut’, und das merkt man seinen Texten noch heute an. Er hatte wirklich zu jedem Lebenskontext etwas geschrieben.“ Also heißt es während der Martinstage: Würde Luther in der „Kalkbergoase“ (24. August) lieber Kaffee oder eher Bier trinken? Was würde er als einer der ersten Medienstars (seine Flugblätter wehten durchs ganze Land, er wurde auf der Straße erkannt) zum modernen Kino (17. September) sagen? Unter den Veranstaltungen findet sich auch ein mittelalterliches Essen in der Johanneskapelle in St. Marien (26. Oktober, 19 Uhr), bei dem die Teilnehmer je 40 Euro für einen guten Zweck spenden und zu dem man sich bereits jetzt im Kirchenbüro anmelden kann.

An den insgesamt elf Martinstagen werden nicht nur Texte des Kirchenreformators gelesen und darüber diskutiert – Luther begegnet den Teilnehmern auch „höchstpersönlich“: Der ältere Luther wird im Kostüm der Zeit von Axel Winkler, Lehrer an der Franz-Claudius-Schule, dargestellt, der jüngere Dr. Martinus Luther von Pastor Martin Schulenburg.

Auch Musik ist bei den elf Veranstaltungen reichhaltig vertreten, meist dargeboten von Kantor Andreas J. Maurer-Büntjen und von Kirchenmusikerin Anna Stauder mit ihren Gruppen. So erklingt zu „Luther und das Buch“ (27. April) Popularmusik, der Besuch in der Bank (18. Mai) wird vom Flötenensemble begleitet, und zum mittelalterlichen Bankett (26. Oktober) erklingt gar Harfenmusik. Festlicher Abschluss der Martinstage ist am 19. Dezember mit „Luther und Weihnachten“ zum Lied „Vom Himmel hoch“, dem wohl bekanntesten Weihnachtslied aus der Feder Luthers.

Keine der Veranstaltungen der „Martinstage“ dauert länger als eine Stunde. Zur Darstellung des Themas und dem Lesen von Luther-Texten ist auch stets ein Interview mit dem jeweiligen Gastgeber dabei.

„Damit wollen wir aufzeigen, was uns Luther heute noch zu sagen hat und wie er in die Zeit passt“, sagt Pastorin Lenz.

Die Termine

Donnerstag, 27. April: „Luther und das Buch“, 18.30 Uhr, Stadtbücherei.

Donnerstag, 18. Mai: „Luther und das liebe Geld & Lukas Cranach“, 15 Uhr, Sparkasse Oldesloer Straße.

Dienstag, 11. Juli: „Luther und das Recht – Freiheitsschriften“, 11 Uhr, Amtsgericht.

Donnerstag, 24. August: „Luther und Rantzau“, 19 Uhr, Kalkbergoase.

Sonntag, 17. September: „Luther als erster Medienstar & Frau Cranach“, 15.30 Uhr, Kino.

Freitag, 13. Oktober: „Luther und Friedrich der Weise“, 19 Uhr, Rathaus.

Donnerstag, 26. Oktober: „Luthers Tischreden“ (mit mittelalterlichem Benefiz-Essen): 19 Uhr, Johanneskapelle in St. Marien.

Montag, 30. Oktober: „Meinhart – Mönche – Martin“ – Kirchenführung im Dunkeln, 19 Uhr, St. Marien.

Dienstag, 19. Dezember: „Luther und Weihnachten“, 19 Uhr, Neurologisches Zentrum.

Lothar Hermann Kullack

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