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Wasser aus Gartenbrunnen mit hoher Nitratbelastung

Bad Segeberg Wasser aus Gartenbrunnen mit hoher Nitratbelastung

Jede neunte Probe, die in Segeberg von den Umweltschützern des VSR-Gewässerschutzes untersucht wurde, lag über dem Grenzwert: Die Nitratwerte im Grundwasser sind viel zu hoch. Zu diesem Ergebnis kommt Harald Gülzow vom „Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse“

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Viele Segeberger wollten im August ihr Brunnenwasser durch den VSR-Gewässerschutz testen lassen.

Bad Segeberg. Landwirte: Segeberg ist dennoch kein Problemkreis.

LN-Bild

Jede neunte Probe, die in Segeberg von den Umweltschützern des VSR-Gewässerschutzes untersucht wurde, lag über dem Grenzwert – Landwirte: Segeberg ist kein Problemkreis.

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„Es ist bekannt, dass wir gegensteuern müssen.

Aber Segeberg ist kein Problemkreis.“  Hans-Georg Otten, Kreisbauernverband

(VSR-Gewässerschutz). Im August hatte der Physiker aus dem nordrhein-westfälischen Geldern mit seinem Labormobil im Norden Station gemacht, um sich Brunnenwasserproben ganz genau anzusehen. Etliche Segeberger hatte sich seinerzeit auf dem Bad Segeberger Marktplatz mit gefüllten Flaschen eingefunden. Abgezapftes Wasser, vor allem aus Gartenbrunnen, hatten sie mitgebracht. Insgesamt wurde bei der Untersuchung das Wasser aus 91 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Neumünster-Bad Segeberg analysiert.

„In jeder neunten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter“, so Gülzow. Die Gewässerexperten des VSR warnen vor einer weiteren Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden. Es komme dadurch zu einer unnötig hohen Nitratauswaschung im Grundwasser. So fanden die Umweltschützer bei ihren Untersuchungen 125 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l) in einem privat genutzten Brunnen in Bornhöved. Weitere mit Nitrat stark belastete Wasserproben stellten sie in Willingrade mit 111 mg/l, in Rickling mit 110 mg/l, in Negernbötel mit 83 mg/l, in Wittenborn mit 74 mg/l und in Neuengörs mit 61 mg/l fest.

Wasser aus solchen Gartenbrunnen ist aufgrund dieser Werte nicht zum Trinken geeignet. Dafür darf es allerdings ohnehin nicht genutzt werden, denn es stammt aus deutlich flacheren Erdschichten als das Trinkwasser aus den Wasserwerken. Aber, so mahnen die Umweltschützer, derart belastetes Wasser sollte auch nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden. „Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt“, so Harald Gülzow. Diese könnten zum Fischsterben führen. Außerdem müsse man beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser bedenken, dass es beim Gießen schon damit zur Düngung komme. Das zeige vor allem, dass auch Gartenbesitzer gefordert seien, sorgfältiger im Umgang mit zusätzlichem Dünger zu sein.

Aus Sicht des VSR zeigen die gemessenen, viel zu hohen Nitratkonzentrationen, dass es vor allem in der Landwirtschaft Handlungsbedarf gebe. Es bedürfe dringend einer Überarbeitung der Düngeverordnung, die zu einer Verringerung der Düngemengen durch Gülle, Gärsaft und Mineraldüngern führen solle, fordern die Mitglieder des VSR. „Trotz der Klage der EU-Kommission gegenüber Deutschland wurden die geforderten Nachbesserungen in die Novellierung der Düngeverordnungen bis heute nicht aufgenommen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

„Es ist bekannt, dass wir gegensteuern müssen“, sagt Hans-Georg Otten, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Allerdings verweist er darauf, dass die Aussagekraft einer Einmalaufnahme aus einem oberen Leiter, also aus nicht sonderlich tiefen Bodenschichten, wenig Aussagekraft habe. Zudem sei Segeberg auf Schleswig-Holstein betrachtet kein Problemkreis. Zwar gebe es nur eine freiwillige „Begüllungsdokumentation“ im Land, aber man sei „in einem unterdurchschnittlichen Bereich unterwegs“. Dennoch laute seine klare Botschaft: „Gülle und Gärsaft muss im Frühjahr raus und nicht noch im Oktober auf die Ackerflächen. Da gibt es bestenfalls Ausnahmen beim Raps und unter Umständen der Gerste.“

Detaillierte Zahlen zu Gülle, Gärresten und Mineraldünger, die eingebracht wurden, finden sich im aktuellen Nährstoffbericht unter www.schleswig-holstein.de.

 Heike Hiltrop

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