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Segeberg Wasserpläne, Rettungskarten: Tablets lösen Papier ab
Lokales Segeberg Wasserpläne, Rettungskarten: Tablets lösen Papier ab
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21:18 07.06.2017
Kleines Tablet statt unhandlicher Karte: Die Wehren Wahlstedt (Jörg Neubauer, l.) und Bad Segeberg (Mark Zielinski) arbeiten nun mit Mini-Computern, gestiftet von der EWS (Geschäftsführer Winfried Köhler). Quelle: Foto: Materne
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Bad Segeberg/Wahlstedt

Gut ein Dutzend Mal gefaltet sind die Wasserpläne der Städte Bad Segeberg und Wahlstedt. Wer sich noch an papierne Stadtpläne erinnert (oder gar benutzt), weiß, wie unhandlich sie sind, wenn man sie am dringendsten braucht – und kann vielleicht nachempfinden, wie es der Feuerwehr gehen muss, die etwa bei einem Wasserrohrbruch nach den richtigen Schiebern suchen muss, um die Schadstelle zu isolieren. Oder im Brandfall Hydranten an unterschiedlichen Wasserleitungen zu lokalisieren. Doch das Kartengefummel ist nun vorbei: Von der Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg GmbH (EWS) erhielten die beiden Wehren robuste Tablets für digitale Pläne.

Nicht nur für Wasserpläne, auf denen das Leitungssystem detailliert abgebildet ist. Allein in Bad Segeberg gebe es 80 Objekte, für die es einen Feuerwehrplan gibt, verdeutlicht der städtische Wehrchef Mark Zielinski. Mit Informationen zum Gebäudeplan, Notausgängen, vorhandenen Wasseranschlüssen. . . Dazu kommen unzählige Rettungskarten zu jedem existierenden Fahrzeugmodell mit Angaben unter anderem zu möglichen Ansatzpunkten für die Schere, wenn es darum geht, aus immer robuster werdenen Karosserien eingeklemmte Personen zu retten. Und besonders wichtig: Pläne von Strom- und etwaigen Gasleitungen im Auto.

„Wenn wir diese ganzen Pläne auf Papier dabei haben müssten, bräuchten wir einen Extra-Anhänger“, verdeutlicht Zielinski. Bisher ließen sich die Wehren im Einsatz die jeweilige Karte von der Leitstelle per Fax schicken. Leider in schwarz-weiß, wie er bedauert. Jörg Neubauer, Wehrchef in Wahlstedt, ruft auf seinem Gerät eine Rettungskarte auf: Die Ansatzpunkte für Rettungsgerät an der Karosserie sind farbig gekennzeichnet. Genau wie Leitungen und Airbags. Das sei auf der gefaxten Karte natürlich nicht so gut zu erkennen wie nun auf dem Bildschirm des Tablets, auf dem sich die Abbildungen und Pläne beliebig vergrößern lassen. Auch Einsatzprotokolle können mit dem Gerät vor Ort ausgefüllt werden zur späteren Erleichterung beim Schreiben der Berichte.

Die beiden Tablets sind mit zusätzlichen Anschlüssen versehen und einer verstärkten Hülle. „Sie sollen einsatztauglich sein“, sagt Neubauer. Sollen stoßfest sein und auch Wasser vertragen. Beim Fototermin – mit Wind und Nieselregen – kann das Tablet einige Vorzüge bereits beweisen. Zu zweit müssen Zielinski und EWS-Geschäftsführer Windfried Köhler den überdimensionalen Wasserplan bändigen gegen die Böen. Wassertropfen weichen das Papier auf. Darüber muss sich Neubauer mit dem Tablet in der Hand keine Gedanken machen. . .

„Wir wollten uns bei den Wehren erkenntlich zeigen“, begründet Köhler die Spende. Bei über 300 Kilometer Wasserleitungen seien Störungen kaum zu verhindern. Und gerade bei der Erstabsicherung bei Rohrbrüchen leisteten die Wehren einen sehr guten Job.

 Nadine Materne

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