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Segeberg Wasserturm-Nachbarn fordern mehr Infos über Hotelprojekt
Lokales Segeberg Wasserturm-Nachbarn fordern mehr Infos über Hotelprojekt
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12:20 08.02.2018
Das Wahrzeichen von Bad Segeberg, der Wasserturm am Kalkberg, soll ein Aparthotel mit sechs Doppelzimmern werden. Quelle: Irene Burow
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Bad Segeberg

In der Stadtvertretersitzung am Dienstag war Anlieger Heinz Olbert überrascht worden, dass das Projekt gar nicht – wie in der Tagesordnung zur Sitzung versprochen – noch einmal öffentlich vorgestellt und diskutiert werden sollte. Etwa s zehn Anlieger waren vor allem deshalb in den Bürgersaal gekommen und mussten sich aufklären lassen, dass die detaillierte Vorstellung der Pläne hier nicht vorgesehen sei.

 

Anlieger am Fuße des Wasserturms fordern mehr Infos. Das Haus links soll sich übrigens nicht in Investorenhand befinden. Das Bullerbü-Haus für das Hotelvorhaben soll auf der Fläche dahinter verwirklicht werden. Quelle: Foto: Glombik

Die Umbaupläne für den Wasserturm mit sechs Doppelzimmern und mit Einbeziehung umliegender Gebäude waren vom Investor schon – wie von den LN berichtet – im Bauausschuss vorgestellt worden. Im Umfeld des Wasserturms, der zurzeit noch von Familie Harksen bewohnt wird, plant Hanno Hagemann unter anderem ein „Herrenhaus“ mit Sauna und Wellness und ein Saal für Feste sowie ein „Cottage“ für Gartenfeiern am Wasserturm.

Der großen Begeisterung der Stadtpolitiker für das Projekt mögen sich indes die betroffenen Anlieger nicht anschließen. „Wir haben da noch einige Bedenken“, erklärte Heinz Olbert, unmittelbarer Nachbar am Wasserturm, in der Einwohnerfragestunde.

Wolfgang Tödt (BBS), Bauausschussvorsitzender, verwies darauf, dass das ganze Projekt noch einem B-Planverfahren unterzogen werden müsse. Dort hätten die Anlieger dann die Möglichkeit, sich rechtzeitig zu Wort zu melden und bei den Änderungen des Bebauungsplanes mitzuwirken. Auch Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld verwies auf Investor Hanno Hagemann. Dort gebe es Informationen, dieser habe Interesse an „einer guten Nachbarschaft“.

Investor mit „dicker Brieftasche auf Einkaufstour“

Doch genau daran scheint es zu hapern. Die Nachbarn sind misstrauisch, fürchten um ihre relative Geborgenheit inmitten des umliegenden Karl-May-Trubels und sind verstört, dass da jetzt „jemand mit dicker Brieftasche auf Grundstücks-Einkauftour“ unterwegs sei, um seine Pläne zu verwirklichen, wie es ein Anlieger formuliert. Viele seien schon angesprochen worden, ob sie nicht verkaufen möchten. Auch Heinz Olbert. Auf ihn sei die Sparkasse zugekommen, sagte er auf LN-Nachfrage. Er möchte seinen Besitz aber nicht für ein derartiges Projekt „verschleudern“. Das sei doch alles eine „Luftnummer“. Es gebe doch gar keinen Platz für Parkplätze. Für die Feuerwehrzufahrt zum Wasserturm soll offensichtlich noch Fläche von der Stadt erworben werden. Die Anlieger würden jedenfalls Gewehr bei Fuß stehen, sagt Olbert.

Ein weiterer Anwohner sagte zunächst bereitwillig seine Meinung, bekam später aber offenbar kalte Füße, möchte nun seinen Namen und Foto nicht in der Zeitung sehen. Er befürchte für sich und andere Ärger. Erst sollten die Anlieger mit dem Investor Hanno Hagemann reden. Er wisse von zahlreichen Grundstückeigentümern, die angesprochen worden seien, aber ihr Häuschen nicht verkaufen wollen, weil sie hier schon viele Jahre lebten. Gegen ein ruhiges Hotel im Wasserturm sei nichts einzuwenden. Aber wo sollen die ganzen Autos hinkommen? Außerdem seien vom Investor nicht nur Fremdenzimmer geplant, sondern auch noch Gastronomie im Umfeld.

Auch gebe es Ängste, dass Häuser, die gekauft werden, abgerissen und die Flächen später dreistöckig bebaut werden könnten. Die Anlieger am Kalkberg möchten ihre ruhige Wohngegend erhalten. An die Karl-May-Spiele habe man sich ja gewöhnt.

 Von Wolfgang Glombik

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