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Segeberg Wege-Zweckverband dreht das Rad zurück
Lokales Segeberg Wege-Zweckverband dreht das Rad zurück
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18:17 14.03.2019
Mit großer Mehrheit stimmten die Bürgermeister der Verbandsversammlung für weitere Verfahrensschritte der WZV-Umstrukturierung, die am 25. Juni endgültig beschlossen werden soll. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

 Änderungen im Vergaberecht zwingen den Wege-Zweckverband (WZV) zu einer Strukturänderung, die am 25. Juni endgültig auf den Weg gebracht werden soll. In einer außerordentlichen Verbandsversammlung votierten die Mitgliedsgemeinden für die entsprechende Weichenstellung zu einem erweiterten Zweckverbandsmodell, mit dem sich der Entsorger für die Zukunft aufstellen will. Bei dem neuen Modell gehen – bis auf den Geschäftsführer – die 209 Beschäftigten der vor zehn Jahren gegründeten Tochterfirma WZV-Entsorgung (WZV-E) zurück in den Zweckverband, in dem sie nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt werden.

Die Umstrukturierung ist eine schwierige Geburt, denn noch vor zwei Jahren sollte die Gründung einer Tochtergesellschaft (NewCo) den Wege-Zweckverband (WZV) zukunftsfähig machen. Während der Zeit wurde viel Porzellan zwischen der Verbandsführung und den Mitarbeitern zerschlagen, die weitere finanzielle Verschlechterungen für sich befürchtet hatten. Sie selbst hatten schon damals für eine Rückführung in den Zweckverband plädiert, was die Verbandsführung jedoch kategorisch abgelehnt hatte.

Als in der Verbandsversammlung am 4. Dezember letzten Jahres der WZV zusammen mit der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) ein „erweitertes Zweckverbandsmodell“ präsentieren wollten, reagierten die Bürgermeister entsprechend skeptisch und verlangten mehr Zeit, sich mit der geänderten Weichenstellung befassen zu können. Am Dienstag rauchten vielen Bürgermeistern nach einem dreistündigen Vortrag von PwC-Mitarbeitern und WZV-Justiziar Nis Nissen zwar der Kopf, der anfänglichen Skepsis allerdings wich Zuversicht.

Bei dem „erweiterten Zweckverbandsmodell“ können gewerbliche Aufträge weiterhin von der WZV-E abgewickelt werden, das dafür benötigte Personal und die Fahrzeuge leiht sie vom WZV. Mit diesem Modell könnten die vergaberechtlichen Kriterien eingehalten werden, sagte dazu Christine Hohenstein-Bartholl von der PwC.

Obwohl die Personalausgaben beim „erweiterten Zweckverbandsmodell“ um 1,1 Millionen Euro steigen, sollen für den WZV unter dem Strich keine Mehrkosten entstehen. Im Gegenteil: Es sollen noch Einsparungen möglich sein. Bis zum Abschluss eines Haustarifvertrages sind die WZV-E-Mitarbeiter nach dem Tarif des Bunds Deutscher Entsorger (BDE) entlohnt worden und waren damit deutlich schlechter gestellt als ihre WZV-Kollegen. Das Einsparpotenzial für den WZV aufgrund der geringeren Gehälter wurde jedoch dadurch gemindert, dass für die Beauftragung der Mitarbeiter aus der WZV-Entsorgungs 19 Prozent Mehrwertsteuer und eine Verwaltungspauschale fällig wurden. Mit der Überführung der Mitarbeiter in den WZV haben die künftig das finanzielle Plus im Portemonnaie, über das sich zuvor der Fiskus gefreut hatte.

Petra Dreu

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