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Segeberg Wehrmann neuer SPD-Fraktionschef
Lokales Segeberg Wehrmann neuer SPD-Fraktionschef
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20:46 15.05.2018
Frauenquote top erfüllt: Dirk Wehrmann will im Spätsommer nicht mehr als SPD-Ortsvereinsvorsitzender weitermachen, bildet aber mit den Stellvertreterinnen Kirsten Tödt (l.) und Traute Prang die Fraktionsspitze. Quelle: Foto: Glombik
Bad Segeberg

Er löst Joachim Wilken-Kebeck ab. Wehrmann kündigte jetzt auf der Mitgliederversammlung auch an, dass er im Spätsommer nicht wieder für das Amt des Ortsvereinsvorsitzenden kandidieren werde. Statt der angestrebten zehn Sitze in der Stadtvertretung hat die SPD nach herben Verlusten nur noch sechs im Rathaus. Man werde ja „schon fast müde“, als Ortsvereinsvorsitzender immer schlechte Wahlergebnisse kommentieren zu müssen. Das war so auch bei der Landtagswahl und bei der Bundestagwahl, so Wehrmann. Dabei sei Bad Segeberg immer „ein Spiegelbild“ der aktuellen Trends in der Politik.

Er lobte das hohe Engagement aller Kandidaten. „Ihr habt euch sechs Wochen zerrissen – vielen Dank.“ Trotzdem sei die SPD in Bad Segeberg mit ihren Kernbotschaften nicht durchgedrungen. „Wir kommen um einen personellen Wechsel nicht herum.“ Im September oder Oktober will sich Wehrmann nach sechs Jahren Vorsitz nicht mehr aufstellen lassen. „Das fällt mir nicht leicht, der Job ist mir ans Herz gewachsen.“ In der Fraktionsspitze soll neben Wehrmann Traute Prang zweite stellvertretende Vorsitzende werden, als erste stellvertretende ist Kirsten Tödt vorgesehen.

Die Aussprache über die SPD-Wahlschlappe ging ohne Schuldzuweisung sachlich über die Bühne. Jens Lichte meinte rückblickend, dass man sich zu wenig mit dem Wahlprogramm der konkurrierenden Wählergemeinschaft BBS beschäftigt habe. „Wir sind gegen deren Vorwurf der Hinterzimmerpolitik nicht eindeutig genug vorgegangen.“ Die SPD solle ihre Präsenz in Bad Segeberg erhöhen, gerade in den „Brennpunktstadtteilen“. Auch sollte sich die SPD mit „der katastrophalen Wahlbeteiligung“ gerade in der Südstadt beschäftigen. Lichte: „Was haben wir in die Südstadt an Gehirnschmalz gesteckt, viel Geld wurde investiert, so viel Sichtbares ist dort entstanden – aber nur eine Wahlbeteiligung von 27 Prozent.“ Vielleicht sollte man, so schlägt Lichte vor, mobile Wahllokale für Ältere aufstellen, um sie attraktiver zu machen.

Auch Uwe Rönnfeldt wirkte eher ratlos. „Ich kann euch nicht wählen – wegen Andrea Nahles“, sei ihm gesagt worden. Ein Bürger schockierte die SPD mit dem Statement: „Warum soll ich wählen gehen, ich bin doch zufrieden, so wie es ist.“ – „Wir sollten einmal im Monat auf dem Markt präsent sein, so Rönnfeldt.

Der frühere Bürgermeister Udo Fröhlich forderte, den größten Block, die Nichtwähler, in den Fokus zu nehmen. „Leute, die uns früher mal gewählt haben, sind leichter zu mobilisieren, als Leute, die uns noch nie gewählt haben.“ Hauke Heinze berichtete vom „Abstrampeln“ beim Haustür-Wahlkampf in der Theodor-Storm-Straße. „Das Ergebnis war noch schlechter als früher.“ Dennoch kündigte er an, weiter im Südstadtbeirat zu arbeiten. „Ich habe in den letzten Wochen so viel erfahren über die Menschen dort. Das bekommt man nur im Austausch von Mensch zu Mensch mit.“

Von Wolfgang Glombik

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