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Segeberg Wahlstedt: Weichen für Segelflugzentrum gestellt
Lokales Segeberg Wahlstedt: Weichen für Segelflugzentrum gestellt
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17:05 30.01.2019
Fusion mit Aeroclub Lübeck vorbereitet, Pläne für Ausbau beschlossen – es ist viel los beim Luftsportverein Segeberg, wie Vorsitzender Torsten Maaß ausführt. Quelle: Heike Hiltrop
Wahlstedt

Enormes Potenzial für den Segelflugsport und ein solides Fundament für eine gesicherte Zukunft sieht Torsten Maaß in den Entwicklungen, die der Luftsportverein (LSV) Kreis Segeberg, dessen Vorsitzender er ist, und der Aero-Club von Lübeck (ACvL) derzeit vorantreiben. Nach einem Grundsatzbeschluss 2017 wurde im vergangenen Jahr ein grobes Konzept entwickelt. Nun ist der Bau einer neuen Halle in der Größenordnung zwischen 2000 und 2500 Quadratmetern mit Werkstatt und Büroräumen sowie ein neues Vereinsheim beschlossene Sache. Außerdem wird die Startstrecke um 200 Meter verlängert. Details sollen im April feststehen, wenn klar ist, welche Fördermittel fließen. Alles in allem ein Millionenprojekt für den Luftsportverein Segeberg, der mit der Vereinigung mit dem Aero-Club Lübeck gleichzeitig vor einem großen Umbruch steht.

Umzug von Lübeck nach Wahlstedt

Vor einem Jahr hatte sich die Flughafen-Gesellschaft bereit erklärt, einen angemessenen, finanziellen Betrag für eine Neuaufstellung des ACvL in Wahlstedt zu zahlen. Die Mitglieder des Clubs stimmten dem Umzug innerhalb der nächsten drei Jahre zu. Seit Monaten brüten Experten aus beiden Vereinen, wie die Fusion ausgestaltet werden muss. „Wenn wir damit durch sind, dann sind wir alle Rechts- und Finanzexperten“, frotzelt Maaß und macht damit die Komplexität deutlich. Theoretisch gebe es drei Möglichkeiten: „Der Luftsportverein Segeberg schluckt den Aero-Club, der Aero-Club schluckt den Luftsportverein – oder es wird ein ganz neuer Verein gegründet.“ Es sehe momentan nach letzter Variante aus, sagt Aero-Club Geschäftsführer Eckhard Schwartz, „demnächst wird es dazu weitere Gespräche geben“. Parallel zu den laufenden Vorbereitungen haben Wahlstedts Stadtvertreter gerade einem Vertrag zugestimmt, der die Übernahme der Kosten etwa zu allem regelt, was die Bauplan-Änderung angeht. Diese Kosten muss der Verein übernehmen.

Segelflieger und der Flughafen Lübeck

Der Aero Club von Lübeck (ACvL) war quasi die Mutter des Flughafens in Lübeck Blankensee, als er ihn zusammen mit dem Lübecker Verein für Luftfahrt in den 50er und 60er Jahren betrieb. Dann gründete die Hansestadt eine Betreibergesellschaft. Die irische Fluggesellschaft Ryanair flog ab dem Jahr 2000. 2005 verkaufte die Stadt die meisten Anteile am Airport an den neuseeländischen Investor Infratil. Ryanair wollte einen Ausbau des Flughafens, der jedoch scheiterte. 2009 zog sich Infratil zurück. 2013 übernahm der Ägypter Mohamad Rady Amar und nur ein Jahr später wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die PuRen-Gruppe aus Hongkong übernahm 2014. Ihr war der ACvL jedoch ein Dorn im Auge, erschwerte den Vereinsbetrieb massiv, so dass der Club begann sich umzuorientieren. 2015 beantragte die PuRen-Gruppe ebenfalls Insolvenz. Wizzair kam, stellte jedoch 2016 seine Flüge ab Lübeck ein. Der Unternehmer Winfried Stöcker (Euroimmun) stieg ein.

Der ACvL ist mit Unterbrechungen schon seit 2015 gern gesehener Gast beim Luftsportverein Segeberg. 2017 und 2018 wurde der Schulbetrieb von Lübeck nach Wahlstedt verlegt, ansonsten konnte von Lübeck aus gestartet werden. Doch die Bedingungen sind schwierig: „Wir können auch dieses und nächstes Jahr von Lübeck aus fliegen, aber immer nur mit zwei Flugzeugen. Damit kommen wir nicht zu Potte, darum wird unser Schulbetrieb in Wahlstedt stattfinden“, umreißt Schwartz. Erst wenn dort die Halle steht, können die Koffer in Lübeck ganz gepackt werden.

Traum vom Segelflugzentrum

Die Fusion mit dem LSV sei eine gute Lösung, auch wenn hart diskutiert wurde. Schwartz: „Es gibt einige, die können sich nicht damit abfinden, dass wir nicht in Lübeck bleiben dürfen. Ich denke aber, wir haben einen wirklich guten Weg gefunden.“ Rund 130 Mitglieder zähle der ACvL derzeit, davon sind etwa 70 aktiv. Mit den etwa 80 Mitgliedern aus dem LSV wird der Segelflugsport weiter an Bedeutung für die Region gewinne. Mehr Motorflug-Verkehr werde es aber nicht geben: „Wir stellen kein Angebot für Nichtsegelflieger“, betont Torsten Maaß. „Der kleine Traum ist ein Segelflugzentrum für Schleswig-Holstein – Visionen darf man ja haben.“

Heike Hiltrop

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