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Segeberg Weihnachtstalk mit Sportsgeist
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20:25 08.12.2015
Jens Voigt (2. v. r.), einst Deutschlands erfolgreichster Radprofi, mit seinem Fanclub. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop (6)

Gesprächsstoff fehlt Talkmastern bekanntlich nie. Der Profi in dem Metier hat stets ein Gespür für das, was geht. So böte sich mit einem Fußballtrainer wie Bruno Labbadia ein Plausch über die Fifa an. Mit einem Radsportler wie Jens Voigt wäre sicher Doping ein unerschöpfliches Thema. Doch wenn Moderator und Radio-Urgestein Carlo von Tiedemann (bis 1998 Sprecher im Hamburger Volksparkstadion) im Vitalia zum Talken aufgelegt ist, so wie am Montagabend, dann ist die Sorge, es könnte kritisch werden, unbegründet. Gelegentlich wird es schlüpfrig, aber das kommt beim Publikum an und somit hat es seine Berechtigung. Schließlich geht es um Unterhaltung und ums Spenden. Dieses Mal für die Kinderhilfsorganisation Bielefeld United, für die 3045 Euro zusammenkamen.

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Gruppenbild mit Trainer: HSV-Coach Bruno Labbadia (M.), umringt von etlichen Fußballbegeisterten, darunter Fan André Tezlaff (2. v. r.), der das Talk-Ticket am 6. Dezember zum Geburtstag bekommen hatte.

453 Besucher, darunter Schauspielerin Doris Kunstmann und Winnetou-Darsteller Jan Sosniok, waren dabei, als Tiedemann mit Gästen plauderte. Etwa mit den drei Showgirls aus dem Delphi-Palast in Hamburg. Das Multitalent, das ein Musicaldarsteller aufwenden muss, um gut zu sein, kam zur Sprache. Und natürlich gaben sie eine Kostprobe ihres Könnens. Das taten auch Stimmungskanone Pascal Krieger und Nino de Angelo, der eigentlich Domenico Gerhard Gorgoglione heißt, aus einer italienischen Arbeiterfamilie in Karlsruhe stammt, schon viele Höhen und Tiefen im Showbiz miterlebt hat und weder Noten lesen noch ein Instrument spielen kann. Gerade als er Udo Jürgens „Merci“ zum Besten gab, ging ein Raunen durchs Publikum: Bruno Labbadia hatte den Saal betreten, wurde sofort umringt. Er sei der Mann, dem der HSV es zu verdanken hat, dass er nicht abgestiegen ist. „Wenn einer das hinbekommt, dann er“, war sich etwa HSV-Fan André Tetzlaff sicher. Doch der Traditionsclub und sein neuer, alter Coach wurden erst später besprochen. Erst stand Radrennfahrer Jens Voigt, verheiratet, sechs Kinder („keine Patchworkfamilie“), Rede und Antwort. 17 Starts bei der Tour de France, zwei gelbe, zwei Bergetappen-Trikots. Es sei ein großes, aber wenig glamouröses Abenteuer für ihn gewesen. Er sei ein wildes Kind gewesen, dem man heute gleich mehrere mentale Defizite diagnostizieren würde — er stieg einfach aufs Fahrrad. Zum Erfolg hat sicher sein Jugendtrainer Ingo Eichberg beigetragen, der mit dem ganzen Fanclub aus Grevesmühlen/Dassow nach Bad Segeberg gekommen war.

Christiane Krüger hatte zum Talk mit Tiedemann, den sie erstmals bei der Kultshow Dalli Dalli getroffen hatte, Sohn Tim mitgebracht. Man unterhielt sich über dessen Onkel Udo Jürgens und die großen Mimen Yves Montand und Burt Reynolds, mit denen Christiane Krüger einst vor der Kamera stand.

Dann kam Labbadia und sprach über Fußball: „Ein echt geiler Sport, aber er hat auch seine Schattenseiten“. Und darüber, wie tief es ihn 2010 getroffen hatte, als er beim HSV rausgeflogen war. „Ich habe in der Zeit, in der ich nicht gearbeitet habe, alles in Frage gestellt. Und habe festgestellt: Ich kann ohne Fußball leben, aber ich will es nicht.“ Der HSV sei der Verein, bei dem er noch einmal Trainer sein wollte. „Wir haben es geschafft, eine positive Leistungsstimmung in die Mannschaft zu bringen, das war wichtig. Und wir gehen mit Demut an die Sache, geben alles — ein paar Prozent weniger können wir uns nicht leisten“, so seine Antwort auf Carlo von Tiedemanns Kribbeln im Bauch und die Frage, wie es mit dem Klub weitergehe.

„Wir haben es geschafft, eine positive Leistungs-Stimmung in die Mannschaft zu bringen.“
Bruno Labbadia, HSV-Trainer

Heike Hiltrop

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