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Segeberg Weiß gegen Schwarz: Schach als Metapher für das Leben
Lokales Segeberg Weiß gegen Schwarz: Schach als Metapher für das Leben
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20:42 13.06.2017
Die Schüler der Theater AG am Städtischen Gymnasium mit Erik Borchers (vorne) als weißer König fiebern der Premiere ihres Musicals entgegen. Quelle: Foto: Dreu
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Bad Segeberg

Das Leben ist ein Spiel, ein Schachspiel. Es gibt Weiß und Schwarz, und täglich muss man sich entscheiden: Dass das nicht immer einfach ist, erleben derzeit die Schüler der sechsten bis achten Klassen der Theater AG am Städtischen Gymnasium, die am Donnerstag die Premiere ihres neuen Musicals „Schach 2.0“ Premiere feiern.

Die Aufregung bei den Schülern steigt, zumal das Bühnenstück, das Andreas Schmittberger nach Motiven von Gerd Büchners Bühnenstück „Leonce und Lena“ geschrieben hat, anspruchsvoll ist. In ihm erwachen die Schachfiguren zum Leben. Es geht um Schwarz und Weiß, die Auseinandersetzung zweier Königshäuser, um Krieg und Freiheit, um Liebe und Zwangsehe. Die Königin hält das Zepter fest in der Hand, der König schmust am liebsten mit seinem Kuscheltier, und die Tochter der beiden ist ständig im Kaufrausch.

Da kann auch schon mal eine rigorose Königin verzweifeln: Als die Bauern eine Revolte anzetteln und auch noch die Schwarzen vor der Grenze stehen, heckt sie den Plan aus, ihre Tochter politisch geschickt zu verheiraten, um ihre eigene Position zu stärken – was in früheren Zeiten durchaus üblich war. Doch Prinzessin Luna und Prinz Zero haben nicht vor, sich dem Diktat der weißen „Killerqueen“ zu beugen.

In seinem Musical hat Andreas Schmittberger das Leben am Hof des 19. Jahrhunderts in die heutige Zeit übergehen lassen. Unterschiedliche Rollenbilder von Mann und Frau, Gleichgültigkeit in der Partnerschaft, schier endloses Konsumverhalten und digitale Überwachung: In dem Musical prallen mit Humor und Ironie zwei Welten aufeinander, die mit Klängen aus Pop, Klassik, Discosound und Rock untermalt werden. „In dem Musical finden sich alle Lebenssituationen wieder“, verrät Musiklehrerin Traute Roggon, die den musikalischen Teil des Musicals mit Unterstützung von Clemens Friese eingeübt hat. Für das darstellende Spiel war Wiebke Szukay verantwortlich. Die Regieassistenz hat die Schülerin Leonie Krämer übernommen.

Beeindruckend sind nicht nur die jungen Schauspieler, sondern auch ihre Kostüme und das Bühnenbild, das die 22-köpfige AG „Hinter den Kulissen“ entworfen hat. Unter anderem haben sie einen Stuhl mit Rollen bestückt und zu einem fahrbaren Thron umfunktioniert.

Drei Vorstellungen

Das Musical „Schach 2.0“ wird erstmals am Donnerstag, 15. Juni, ab 19 Uhr in der Pausenhalle des Städtischen Gymnasiums aufgeführt. Weitere Vorstellungen folgen am Sonntag, 18. Juni, um 16 Uhr sowie am Montag, 19. Juni, um 19 Uhr. Der Eintritt für das sehenswerte Stück ist frei, um Spenden allerdings wird gebeten. pd

Petra Dreu

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