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Weiterbau unter Vollsperrung

Geschendorf Weiterbau unter Vollsperrung

Bauabschnitte der Dorfstraße in Geschendorf sind nur noch für Radfahrer und Fußgänger zu benutzen.

Geschendorf. Zwar gehören die Sitzungen der Geschendorfer Gemeindevertretung immer zu den gut besuchten, so voll wie am Mittwoch aber war der Saal des Lindenhofs selten. Wieder einmal war die Erneuerung der Dorfstraße der Grund für das rege Interesse. Viele der 70 Einwohner zeigten sich unzufrieden, weil sie durch die Vollsperrung einzelner Bereiche nicht mehr auf ihre Grundstücke fahren können.

Alles hatte so gut begonnen: Die zur „Arbeitsgemeinschaft Geschendorf“ zusammengeschlossenen Baufirmen machten ihre Arbeit und versuchten, die Anwohner so wenig wie möglich einzuschränken. Wie auch das Bauamt des Kreises bestätigt hatte, war das Vorgehen der Firmen landauf und landab gängige Praxis. Alles war gut, bis ein Sachbearbeiter der Bauberufsgenossenschaft sich nach Geschendorf aufmachte, um die angekündigte Vollsperrung der Ortsdurchfahrt genauer zu betrachten. Was er sah, gefiel ihm gar nicht, denn eine Vollsperrung war das nicht. Durch den steten Autoverkehr sah er die Bauarbeiter gefährdet. Sechs Wochen lang war die Baustelle gesperrt, bis ein Plan vorlag, wie die Vollsperrung durchgesetzt werden könne.

Jetzt werden die bis zu 300 Meter langen Straßenabschnitte bis zur Tragschicht fertiggestellt. Lediglich Fußgänger und Radfahrer haben währenddessen die Möglichkeit, die Baustellen zu passieren. Die Autos der Anwohner bleiben außen vor. Getränkekisten und andere schwere Einkäufe müssen geschleppt werden, was natürlich nicht jedem gefällt und was einige Anlieger auch nicht leisten können.

Zwar gab es Beschwerden, von den Baufirmen nicht rechtzeitig über eine Sperrung informiert worden zu sein, gleichwohl war den meisten Einwohnern klar, dass die Baufirmen nichts für die Situation können. „Die Arbeiter machen auch nur ihren Job und den machen sie gut“, sagte etwa Michael Köpke.

Gleich mehrere Einwohner beklagten die schlechte Ausschilderung. „40-Tonner fahren in die Bollbrügge, um zu drehen. Das geht gar nicht“, sagte Patrizia Bosse. Würde der Mitarbeiter der Bauberufsgenossenschaft in Geschendorf wohnen, hätten wir dem schon längst eine Luftbrücke gebaut“, sagte sie, konnte der Situation aber auch etwas Positives abgewinnen: „Ich habe noch nie so viele Geschendorfer auf dem Fahrrad gesehen.“

Für die Anwohner ist das jedoch ein schwacher Trost. Sie stellten viele Fragen: Wie kommt der Rettungswagen ins Dorf? Was tun, wenn das Heizöl zur Neige geht? Wer für die durch große Lastwagen verursachten Schäden an den Wirtschaftswegen aufkommt, konnte auch noch nicht geklärt werden. Nur eines ist sicher: „Der Schneeräumdienst wird trotz Baustelle gewährleistet“, versprach Ingenieur Jürgen Bein, der selbst entsetzt über die Entwicklung sei. Er versicherte, dass die Baufirmen die Sperrungen so kurz wie möglich aufrechterhalten würden. Um eine Woche für Arbeiten an der Kanalisation und weitere sechs Wochen für den Straßenbau allerdings werden die Geschendorfer nicht herumkommen. Sie konnten aber noch ein weiteres Versprechen mit nach Hause nehmen: Eine Vollsperrung während der Winterpause werde es nicht geben. Auch sollen die Schlaglöcher verfüllt werden.

Petra Dreu

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