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Wenn Leben und Tod ein Wagnis eingehen

Bad Segeberg Wenn Leben und Tod ein Wagnis eingehen

Der Wahlstedter Künstler Christopher Coltzau hat seinen 2012 für die Marienkirche in Bad Segeberg geschaffenen „Totentanz“ erweitert. Das „Wagnis“ genannte Werk hat er aus ausgedienten Gerüstbohlen geschnitzt. Am Mittwoch ist es erstmals öffentlich präsentiert worden.

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Das Delver-Fragment „Wagnis“ gehört zum Bad Segeberger Totentanz. Christopher Coltzau hat es aus ausgedienten Gerüstbohlen geschnitzt.

Bad Segeberg. 22 Meter lang ist der Bad Segeberger „Totentanz“, den der Wahlstedter Künstler Christopher Coltzau vor fünf Jahren für die Marienkirche geschaffen hat. Er ist damit womöglich der längste druckgrafische Totentanz weltweit und kann nun um das Delver-Fragment verlängert werden. „Wagnis“ hat Coltzau die geschnitzten, ausgedienten Gerüstbohlen genannt.

LN-Bild

Der Wahlstedter Künstler Christopher Coltzau hat seinen 2012 für die Marienkirche in Bad Segeberg geschaffenen „Totentanz“ erweitert. Das „Wagnis“ genannte Werk hat er aus ausgedienten Gerüstbohlen geschnitzt. Am Mittwoch ist es erstmals öffentlich präsentiert worden.

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Warum mit dem Totentanz nicht eine Kirchenverbindung schaffen, hatte sich Coltzau überlegt. Und so fragte er in der Marienkirche in Delve/Dithmarschen nach, der Heimat seines Vaters, und begann 2013 das Delver-Fragment zu schnitzen. Da Delve an der Eider liegt und einst ein bedeutender Schifffahrtsort war, durfte ein Boot nicht fehlen. Rechts neben dem Kahn hält der Tod eine Geige in der Hand.

Ihm gegenüber auf der linken Seite steht ein Junge mit Fiedelbogen. „Möchten die beiden Musik machen, dann geht das nur gemeinsam im Boot. Leben und Tod gehen ein Wagnis ein“, erklärte Coltzau die Namensgebung des Druckstocks bei der feierlichen Präsentation am Mittwoch in St. Marien. Über 18 Monate habe er für das Gesamtwerk gebraucht, sagte Coltzau, es sei ein „absolutes Werk der Stille“

gewesen.

Der Druck hängt fest installiert in der Delver Marienkirche, ein Schild weist das Fragment als Teil des Bad Segeberger Totentanzes aus. „Wenn man den gesamten Totentanz sehen möchte, muss man nach Bad Segeberg fahren, ein kirchenverbindendes Element also, das auch auf weitere Kirchen ausgedehnt werden könnte“, sagte Coltzau. Er freue sich, dass er mit dem Totentanz eine nachhaltige Arbeit geschaffen habe. Denn auch dieses Jahr ist der 22 Meter lange Druck wieder einige Wochen zum Totensonntag in der Bad Segeberger Kirche zu sehen.

Mit einer kleinen Ausstellung in der Kirche wurden nun Totentanz und Fragment präsentiert. Etwa 20 Gäste waren der Einladung gefolgt. Sie lauschten nicht nur den Ausführungen des Künstlers, sondern auch den Worten von Pastor Matthias Voß und den beiden Kirchenführerinnen Marita Bode-Falck und Gisela Knütter. Die hatten sich ihrerseits Gedanken über den Mythos Tod gemacht.

So zitierte Voß den französischen Moralisten François de La Rochefoucauld: „Der Sonne und dem Tod kann man nicht ins Gesicht blicken.“ Das sei zwar richtig, doch heiße das auch, dass man sich lieber nicht mit dem Tod auseinandersetzen solle? Der Psychoanalytiker Irvin D. Yalom sei da anderer Ansicht. Die Auseinandersetzung mit dem Tod schaffe Leben und Lebensfreude. „Die Angst davor bleibt, aber die Angst muss kein Terror sein“, sagte Voß.

Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgte Julia von Grebmer an der Harfe. So spielte die neue FSJ’lerin (Freiwilliges Soziales Jahr) im Bereich Kirchenmusik unter anderem eine Sarabande von Georg Friedrich Händel.

Von Silvie Domann

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