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Segeberg Wenn der Röster mit dem Brauer. . .
Lokales Segeberg Wenn der Röster mit dem Brauer. . .
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22:45 09.08.2018
Tim Schnoor hat lange herumexperimentiert, bis er einen Kaffeesud gefunden hatte, der mit Bier harmoniert. Quelle: Fotos: Petra Dreu
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Bad Segeberg

Die Idee, ein Bier mit feinem Kaffeearoma zu kreieren, kreiste lange in den Köpfen der Segeberger Tim Schnoor und Ralf Schaffer, die zusammen die Kalkberg-Kaffeerösterei betreiben. Auch wenn das „Kaffeebeer“ („Beer“ wird platt aus gesprochen) wird inzwischen nahezu überall gelobt wird, der Weg zum Ziel war weit und führte die beiden so manches Mal in eine Sackgasse. Doch einfach aufzugeben, kam nicht in Frage und so experimentierte vor allem Tim Schnoor so lange weiter, bis ein zufriedenstellendes Resultat vorlag.

Zuerst versuchten sie es mit Kaffeeessenz, was leider fehlschlug. Dann fügten sie dem Sud Zucker bei, was auch in die Hose ging, denn der Zucker regte die Hefe im Bier erneut zu Höchstleistungen an.

„Uns sind die Flaschen geplatzt“denkt Tim Schnoor an die ersten Gehversuche als Bierbrauer zurück. „Dann haben wir gedacht, dass es vielleicht ein anderer Zuckerstoff sein muss. Wir probierten Stevia und Birkenzucker aus. Aber auch das funktionierte nicht. Der Ansatz war schlicht und einfach falsch“, verrät Ralf Schaffer.

Eine Wende nahmen die zahllosen Experimente, als Tim Schnoor Anfang des Jahres auf der Grünen Woche in Berlin den Bierbrauer Jürgen Overath kennenlernte, der auf dem Landgasthof Kirschholz die „Beerbrauerei“ Schillsdorf betreibt. Der Erfahrungsschatz des Bierbrauers schließlich brachte die Kalkberg-Kaffeeröster auf den richtigen Weg. „Schließlich haben wir den Kaffee auf eine besondere Art angesetzt und für die Süße sorgte ausschließlich eine entsprechende Hopfensorte, die Jürgen Overath ausgesucht hat“, erzählt Tim Schnoor. Mehr möchte er nicht verraten, denn an einem süffigen Kaffeebier haben sich schon viele andere versucht, die den richtigen Weg gerne selbst suchen sollen.

Weil nach dem strengen deutschen Reinheitsgebot Bier lediglich aus Wasser, Hefe, Malz und Hopfen bestehen darf, ist die Bezeichnung „Kaffeebier“ für das süffige Getränk tabu. „Da mussten wir uns auch erst schlau machen, was geht und was nicht“, so Schnoor. Inzwischen jedoch steht nicht nur der Name für das Bier mit dem Kaffeearoma fest, sondern auch der passende Werbeslogan: „Kalkbeerg – das Kaffeebeer mit der besonderen Crema“.

„Weil Jürgen Overath im Bierbereich genauso bekloppt ist wie wir mit unserem Kaffee, passen wir als Kooperationspartner hervorragend zusammen,“ freut sich Ralf Schaffer, als er zusammen mit Jürgen Overath und Tim Schnoor das erste „Kalkbeerg-Kaffeebeer“ probierte. Was ebenfalls für eine Kooperation spricht, ist die Regionalität, auf die die Kaffeerösterei und die Bierbrauerei Schillsdorf gleichermaßen zählen.

„Der Kaffee wird hier in Bad Segeberg geröstet und 20 Kilometer weiter in Schillsdorf wird das Bier gebraut. Man könnte auch ,das Bier von hier’ sagen“, wirft Schaffer ein, der froh ist, in Overath einen Fachmann gefunden zu haben, der das „Beer“ voll und ganz nach den Vorstellungen der beiden Kaffeeröster umsetzen konnte.

Die Besucher der „Konzerte unterm Sternenzelt“, die regelmäßig sonnabends und sonntags in der Kalkberg-Oase direkt neben der Kaffeerösterei stattfinden, haben das Getränk bereits ausgiebig testen können. „Jeder, der es bisher getrunken hat, war bislang davon begeistert. Es hat am Anfang einen Hauch Kaffeearoma. Das allerdings nur so lange, wie sich das Bier im Mundraum befindet. Schon beim Herunterschlucken ist es ein vollmundiges, süßliches Bier“, sagt Jürgen Overath. Während es das neue Kaffeebeer zuerst nur in einem Fass gab , ist es inzwischen auch als Flaschenabfüllung für den großen Durst in den eigenen vier Wänden zu haben.

Von Petra Dreu

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