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Wenn der Weizen geerntet wird, dann steht Staub über dem Feld

Seedorf Wenn der Weizen geerntet wird, dann steht Staub über dem Feld

Landwirt Heiko Rahlf aus Seedorf erklärt, warum nur wenig Chemie verwendet wird: „Das ist viel zu teuer“.

Seedorf. Staubwolken stehen über dem Feld, das Dröhnen des Mähdreschers ist zu hören. Golden glänzen die abgeernteten Flächen, die letzten Weizengarben wiegen im Wind. Seit fünf Wochen sind Heiko Rahlf und seine drei Söhne auf ihren Feldern unterwegs, um die verschiedenen Getreidesorten zu ernten und als Viehfutter einzulagern.

„Mitte Juli beginnt die Getreideernte, dann ist die Wintergerste reif“, sagt der Landwirt. Die wachse gut auf mageren Sandböden, ebenso wie Roggen. Meist baue er Wintergetreide an, denn die Sommervarianten brächten auf dem Untergrund nicht den gewünschten Ertrag. „Sommergetreide benötigt viel Wasser innerhalb einer kurzen Vegetationszeit“, sagt Rahlf. Wintergetreide wird im Herbst gesät, so dass sich im Frühjahr genügend lange Wurzeln bilden, um aus tieferen Schichten Wasser aufzunehmen. Über die verfüge das Sommergetreide nicht, wenn es erst im Frühling gesät werde.

Ist die Gerste geerntet, sind die Rapsfelder dran. „Das haben wir in der ersten Augusthälfte gemacht. Die Rapssamen werden zu einer Ölmühle gefahren, dort wird daraus Rapsöl gepresst.“ Noch lagern die kleinen schwarzen Körner in einer Scheune, leicht ranziger Ölgeruch steigt auf. Auf den Raps folgt der Roggen, dann kommt Triticale, eine Kreuzung aus Roggen und Weizen. „Triticale ist reines Futtergetreide, durch die Züchtung hat die Pflanze einen höheren Gehalt an Aminosäuren und wird deshalb an Säue und Kühe verfüttert.“

Zum Schluss wird der Weizen geerntet. In einer Nehmser Getreidemühle lässt Rahlf die verschiedenen Getreidesorten schroten. Denn nur zerkleinert können die Tiere das Getreide verdauen und Nährstoffe aufnehmen. Um das optimale Futter zu bekommen, werden verschiedene Schrotsorten miteinander gemischt sowie Mineralien und Fette zugesetzt. „Je nach Mischungsverhältnis variiert der Energiegehalt des Futters. So brauchen Mastscheine 13 Megajoule pro Kilogramm Futter und tragende Sauen etwa einen Megajoule weniger."

Etwa 70 Dezitonnen Weizen pro Hektar erntet Rahlf. Doch zuvor wurde einiges an Arbeit und Geld investiert. Ende September wird Weizen mit etwa 250 Körnern pro Quadratmeter gesät. Haben die Pflanzen das Sechs-Blatt-Stadium erreicht, wird noch im Herbst mit Pflanzenschutz begonnen. Je nach Wildkrautart wird das Herbizid ausgesucht. „Wir wollen keine Unkrautvermehrung betreiben, Unkraut nimmt dem Getreide die Kraft weg, so käme es zu Ertragseinbußen“, sagt Rahlf und fügt hinzu, dass Pflanzenschutz Geld koste (150 bis 200 Euro pro Hektar) und er nicht mehr als nötig anwende.

Fungizide gegen Blattkrankheiten wie Mehltau oder Rost werden im Frühling aufgebracht, bei feuchten Wetter wird zweimal gespritzt. Außerdem werden so genannte Wachstumsregler eingesetzt, die dafür sorgen, dass das Halmwachstum gebremst, der Halm dadurch kürzer und dicker wird und eine schwere Ähre tragen kann. „Und diesen Sommer haben wir noch ein Mittel gegen Blattläuse benötigt. Auf jedem Korn hat eine schwarze Blattlaus gesessen. Die saugen den Pflanzensaft und das führt zur Ertragsminderung“, sagt Rahlf und nennt weitere Zahlen: Für einen Hektar Acker wird Saatgut für 80 bis 90 Euro benötigt. Die Bearbeitung des Feldes mit Maschinen und später die Ernte kosten 350 Euro, Pflanzenschutz und Düngung je 150 bis 200 Euro. Drei Mal pro Jahr wird gedüngt, das erste Mal mit Gülle, dann kommt mineralischer Dünger, der Stickstoff, Phosphor und Kalisalze enthält, auf die Felder. So ausgerüstet wächst das Getreide fast ein Jahr lang.

Silvie Domann

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