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„Wenn die Baumaschinen kommen, wackelt unser Haus“

Bad Segeberg „Wenn die Baumaschinen kommen, wackelt unser Haus“

An der Dorfstraße gehen die Anlieger auch wegen der Telekom auf die Barrikaden.

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„Katastrophen-Baustelle“: Anliegerin Bärbel Würz fürchtet um ihr 170 Jahre altes Haus an der Dorfstraße. Schon gibt es erste Risse.

Quelle: Foto: Glombik

Bad Segeberg. Der Ärger an der „Katastrophen-Baustelle“ Dorfstraße, wie sie schon bei Einheimischen heißt, reißt nicht ab. Jetzt mussten einige Anlieger tagelang ohne Telefon und Internet auskommen, weil ihre Haushalte nicht an das Netz der Telekom angeschlossen waren. Die Fertigstellung der Dorfstraße hat sich wegen der Schwierigkeiten mit dem Telefonanbieter um Wochen verzögert. Gleichzeitig droht jetzt möglicherweise auch Gefahr für die Bauten der Umgebung von einer privaten Baustelle in der Dorfstraße. Dort wird gerade ein zwei Millionen Euro teures Refugium für alleinerziehende junge Mütter (oder Väter) von einer Stiftung gebaut. Ohne wasserrechtliche Genehmigung wurde dort der Grundwasserspiegel in der Baugrube erheblich abgesenkt.

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Langsam nimmt die neue Dorfstraße Formen an: Hans-Heinrich Haacks und Heiko Belling setzten die Bordsteine.

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Das bestätigte gestern der Leiter des Fachdienstes Wasser-Boden-Abfall in der Kreisverwaltung, Armin von Anshelm, den LN. Eine notwendige Genehmigung für die Pumparbeiten sei nicht erfolgt. Da es laut Aktenlage im Umfeld der Baustelle aber Sandboden gebe, sei nicht mit Gebäudeschäden durch Absackungen zu rechnen, beruhigte von Anshelm. Bei Torfböden müsste man mit Bauschäden rechnen. Genau das befürchtet auch Dorfstraßen-Anliegerin Bärbel Würz, die schräg gegenüber die 170 Jahre alte reetgedeckte alte Schule mit ihrer Familie bewohnt. „Wir haben Sorge um unser altes Haus“, sagt sie und zeigt auf Risse in der Decke. Nebenan drohe auch schon ein Carport, der auf Torf stehe, abzurutschen. Wer Schäden an seinem Haus feststelle, müsse das privatrechtlich mit dem Bauherrn klären, teilte der Kreis mit. Auf diesen könnten Schadensersatzforderungen zukommen. Von Anshelm: Der Kreis selber könne dem Verursacher nur „auf die Finger klopfen“.

Bleibt nun die Frage, ob Schäden am Haus auch durch die Straßenbauarbeiten vor dem Haus passieren können. Das schöne Haus von Frau Würz ruht auf Findlingen. „Wenn hier die Rüttler und Verdichter arbeiten, wackelt das ganze Haus“, berichtet sie verzweifelt. Hierzu habe die Stadt nach Auskunft von Bauamtschefin Antje Langethal aber ein Beweissicherungsverfahren für drei Häuser in der Dorfstraße, darunter die Alte Schule, in Auftrag gegeben. So können Schäden an Häusern von Gutachtern festgestellt werden.

Eigentlich sollte der Abschnitt der Dorfstraße vom Eichberg bis zur Einmündung Glindenberg schon seit Wochen fertig sein. Doch Probleme mit den Versorgungsleitungen warfen die Straßenbauer im Zeitplan immer wieder zurück. Die Stadtverwaltung „dreht schon am Rad“ wegen der zahlreichen Beschwerden, für die die Stadtväter größtenteils nichts können. Damit nicht genug. Jetzt beklagten sich Anlieger beim Bürgermeister, weil ihr Telefon nicht mehr funktionierte. Zum Beispiel Anliegerin Reni Hapke: Erst gestern gab es wieder ein Freizeichen. Fünf Tage war das Telefon tot. „Ich habe mich fürchterlich geärgert,“ sagt Reni Hapke. In ihrem Wintergarten regnete es durch, die alte Dame wusste gar nicht, wie sie Handwerker erreichen sollte. Von anderen Anliegern wusste sie, dass die Telekom schlicht vergessen hatte, sie anzuschließen. Schönfeld ist sichtlich erbost über den Konzern. Das gehöre nicht zum Verantwortungsbereich der Stadt, betonte er. Die Telekom müsse schneller reagieren.

Seine Bauamtsleiterin Antje Langethal erklärte, dass die Stadt im November 2012 vor der Baumaßnahme eine Abfrage für alle Träger der Versorgungsleitungen gemacht hatte. „Damals war kein Bedarf gesehen worden, Leitungen zu ersetzen.“ Doch bei den Bauarbeiten stellte man fest, dass die Telefonleitungen uralt und brüchig waren. Die mussten ersetzt werden. Bis aber der „Tanker“ Telekom endlich loslegte, Material vor Ort war und die Leitungen ausgetauscht waren, verging viel, viel Zeit. Langethal: „Wir haben dadurch vier Wochen Bauverzögerung gehabt.“ Erst Ende Oktober könne auf dem Teilstück der Dorfstraße wieder gefahren werden. Die Telekom reagierte gestern auf die Anfrage der LN nicht.

Es werde alles dafür getan, die Probleme zu erklären, betonte Schönfeld. Gesten Abend sollte es eine Krisen-Runde mit Verwaltung und Anliegern der Dorfstraße geben. Die Beschwerde-Liste dürfte lang gewesen sein. Für Schönfeld ist es „ein dolles Ding“, dass die Anlieger tagelang kein Telefon hatten. Auch Bärbel Würz und ihre Familie mussten ohne Festnetz auskommen. Die beauftragte Firma der Telekom habe „die Muffe nicht gefunden“, berichtet sie. „Hier läuft so viel schief, diese Baustelle ist eine einzige Katastrophe.“

„Endlich, jetzt kann ich wieder telefonieren. Fünf Tage war das Telefon tot. Ich habe mich fürchterlich geärgert.“
Reni Hapke, Anliegerin Dorfstraße

Wolfgang Glombik

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