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Wenn sich Wanderfalken vom Funkturm stürzen

Bad Segeberg Wenn sich Wanderfalken vom Funkturm stürzen

Seit 2011 brüten auf dem Segeberger Wahrzeichen in 90 Metern Höhe die bedrohten Greifvögel – Auch in diesem Jahr gab es Bruterfolg.

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Aus einer umgedrehten Maurerbütt bastelten Vogelkundler eine Falken-Nisthilfe.

Quelle: Privat

Bad Segeberg. „Grrääi“ oder „Gähg-gähg-gähg“: Geschrei und Gezeter, das die Bewohner nahe am Funkturm zur Genüge kennen. Dafür dürfte die Gegend rund um die Bad Segeberger Spitze aber wenigstens frei von dem Gegurre der Tauben sein. Die holt sich nämlich der Wanderfalke am allerliebsten vom Himmel. In etwa 90 Meter Höhe hat der vor Jahren noch vom völligen Verschwinden bedrohte Wanderfalke sein Domizil. Er besetzt den wohl höchsten Ausguck in der Kalkbergstadt. Auch in diesem Jahr gab es am Turm wieder einen Bruterfolg. Der Wanderfalke bleibt Bad Segeberg also treu. Der Fernsehturm ist auch in der LN-Luftbilderausstellung im Bad Segeberger Rathaus zu sehen.

LN-Bild

Seit 2011 brüten auf dem Segeberger Wahrzeichen in 90 Metern Höhe die bedrohten Greifvögel – Auch in diesem Jahr gab es Bruterfolg.

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Im Jahre 2011 hatten sich erstmals zwei Wanderfalken auf dem Fernsehturm niedergelassen. Das Paar hatte eine von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz montierte Nisthilfe angenommen. Schon im April 2009 hatten die Vogelexperten Uwe Robitzky, Matthias Haupt und Gerhard Brodowski die umgedrehte Maurerbütt mit dem eingeschnittenen Loch in schwindelerregender Höhe befestigt. Seit Jahren beobachtet auch der Ornithologe Alfred Ortmann vom Naturschutzbund (Nabu) die Wanderfalken am Himmel über Segeberg. Auch in diesem Jahr seien sie am Turm aktiv, berichtet er.

Vogelkundler Robitzky war zwar aktuell nicht selbst auf dem Fernsehturm gewesen,um die Nisthilfe zu inspizieren. Aber auch 2016 – wie schon im Juni 2012 – habe sich ein junger Wanderfalke aus dem Nest gestürzt, erzählt er. Das klingt dramatischer, als es ist. So etwas passiere bei der Wanderfalkenaufzucht fast jährlich. „Die Jungvögel glauben, sie können schon fliegen und stürzen sich bei erster Gelegenheit aus der Nisthilfe.“ Das wird zur Falle, denn die jungen Wanderfalken kommen bei dem in dieser Höhe oft herrschenden starken Winden nicht mehr auf die Nest-Ebene zurück und segeln allmählich zu Boden. Oft ist der gepäppelte Jungfalken viel zu schwer und pummelig, um sich mit seinem noch nicht komplett entwickelten Flugapparat vom Boden wieder in die Höhe zu schwingen.

Die Greifvögel werden am Boden zwei drei Tage nicht von den Eltern gefüttert und schaffen es dann – nach der Diät leichter geworden – wieder nach oben zu fliegen. Aber wegen der vielbefahrenen nahen Autobahn und Bundesstraße sei es sinnvoller, den jungen Wanderfalken wieder zurück das Nest in 90 Metern Höhe zu bringen, sagt auch Robitzky. Unter lautem Geschrei begrüßen dann die Eltern ihr verlorenes Kind.

Zahlreich Funktürme in Schleswig-Holstein sind von Wanderfalken besiedelt. In Kisdorf hat in diesem Jahr ein Paar sogar drei Bruterfolge gehabt, sagt Robitzky. Der pensionierte Polizeibeamte – 75 Jahre alt – scheut den hohen Aufwand, sich der verlangten Höhentauglichkeitsprüfung zu unterziehen, damit ihn die Fernsehturm-Betreiber zu den Wanderfalken lassen. Betreuer der Vögel müssen nicht nur Höhe abkönnen und Gesundheitsprüfungen nachweisen. Sie müssen auch das Bergen und Retten von Kranken und Unfallopfern beherrschen.

Im Bad Segeberger Funkturm fährt man zwar „elegant“ im Fahrstuhl bis zum Plateau hoch. Dann muss man aber über eine enge Treppe einen Gitterrost-Kranz betreten und gelangt von dort zu den Falken. In Schleswig-Holstein, so schätzt Robitzky, gebe es 35 Paare auf den höchsten Türmen Schleswig-Hosteins. Hohe Bäume werden hingegen von ihnen fast nie genutzt. „Es gibt einige Arten, wie der Wanderfalke, die besonders sensibel auf Verfolgung durch die Jagd reagieren.“ Für Robitzky flüchten Greifvögel in die Stadt, weil sie dort nicht bejagt werden können. Die Tiere stehen zwar unter strengem Artenschutz. Es gebe jedoch ein hohes Maß „an illegaler Verfolgung“, sagt Robitzky.

Ausstellung mit Quiz

Der Bad Segeberger Funkturm ist nur eines von zahlreichen Motiven bei denen die Stadt unter dem Motto „Segeberg von ganz oben“ zu sehen ist. Die Ausstellung mit den Luftaufnahmen ist bis zum 28. Oktober im ersten Obergeschoss des Rathauses zu sehen. Die Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 8 bis 16 Uhr, Donnerstag 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Die Lübecker Nachrichten begleiten die Luftbildausstellung mit einem Quiz, bei dem Antworten auf fünf Fragen zu Bad Segeberg und Umgebung gefordert sind. Eine der Fragen zum LN-Quiz zur Ausstellung ist übrigens schon im nebenstehenden Artikel beantwortet. Mitmachkarten gibt es im Rathaus, im Ausstellungsraum (1. Stock) oder in der neuen LN-Geschäftsstelle in der Kurhausstraße 14.

Ankreuzen, ausfüllen und gewinnen!

Die Gewinner dürfen sich auf tolle Preise freuen. Hauptpreis ist ein Rundflug über Bad Segeberg und Umgebung. Wer das Comedy-Stück „Oh Alpenglühn“ am 19. Februar 2017 im Kleinen Theater Wahlstedt sehen möchte, darf auf den zweiten Preis hoffen. Der dritte Preis ist eine 55-Euro-Wertkarte für das Hallenbad. Die Gewinner werden Anfang November in den LN veröffentlicht. Ein Tipp: Bis zum Ende der Ausstellung gibt es spannende, lustige und informative Geschichten, in denen die Antworten zu unserem Quiz zu finden sind. Wenn Sie bei einzelnen und nicht alltäglichen Fragen passen müssen, sollten Sie in den kommenden Wochen die LN oder das Internet-Portal www.ln-online.de aufmerksam verfolgen.

Wolfgang Glombik

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