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Wer kann am besten nach Gehör spielen?

Trappenkamp Wer kann am besten nach Gehör spielen?

300 Besucher kamen zum Fest des SportsCamp Trappenkamp mit sehgeschädigten Kindern und Jugendlichen.

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Mit Augenmasken konnten sich Laura und Sarah beim Tischball-Spiel in blinde und stark sehgeschädigte Menschen sehr gut hineinversetzen. Sie versuchten blind, den Ball zu treffen. Spielleiterin Claudia Benecke warf den Ball so ins Spiel ein, dass er zu hören war.

Trappenkamp. Etwas zaghaft schieben die Freundinnen Sarah und Laura den Ball über die Spielfläche. Sie spielen das Tischball-Spiel „Showdown“ und tragen Augenmasken.

Spielleiterin Claudia Benecke wirft den Ball ein, über die Bande, damit der Ball zu hören ist. Aufmerksam verfolgen die beiden Mädchen aus Harrislee den Lauf des Balles. In welches Spielfeld rollt er, wo ist das eigene Tor? Nicht so einfach, doch nach sieben Minuten steht der Sieger fest. „Das war sehr ungewohnt, man muss schnell ein gutes Gehör entwickeln. Denn man weiß nicht, ob der Ball noch rollt oder schon steht“, erklären die beiden Schülerinnen. Sie gehören zu den etwa 300 Besuchern des Sommerfestes, das im Rahmen des SportsCamp Trappenkamp am Freitag an der Landesturnschule stattfand. Das Camp ist eine gemeinsame Veranstaltung des Landesförderzentrums Sehen (LFS) und des Vereins zur Förderung sehgeschädigter Kinder und Jugendlicher in Schleswig-Holstein und wird vom Lions Club Lübecker Bucht mit etwa 18 000 Euro unterstützt.

Etwa 950 junge Menschen betreut das LFS. Neben differenzierten Angeboten liegt dem Förderzentrum vor allem Sport und Bewegung am Herzen. „Es gibt kaum Sportarten, die Sehgeschädigte oder Blinde nicht machen können. Unter Anleitung ist vieles möglich“, betont LFS-Leiter Josef Adrian. Doch diese Anleitung müssten Trainer erst erlernen und Blinde und Sehgeschädigte brauchten Mut, um Neues auszuprobieren sowie fehlendes Vertrauen aufzubauen. Einen Schritt in diese Richtung bietet das SportsCamp. Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit verschiedene Sportarten auszuprobieren, Übungsleiter können Berührungsängste abbauen.

Der fünfjährige Jonne klettert durch Tunnel, springt von einem Kasten auf eine dicke Matte und lässt sich auf der Schaukel von Mama Schwung geben. „Jonne hat eine Sehbehinderung und ist Albino“, sagt Anne Fuchs aus Bad Segeberg. In Sachen Sport vermisse sie die Umsetzung von Inklusion. „Für das Kinderturnen ist Jonne zu alt, die weiterführenden Sportangebote sind nun ohne Elternbeteiligung. Doch in einer neuen Umgebung braucht mein Sohn Hilfe.“

Das Neue und Ungewohnte ist das Problem für Blinde und Sehgeschädigte. „Ich bin mit 20 Jahren aufgrund einer Erkrankung erblindet und kann jetzt wieder ein wenig im Außenbereich des Auges sehen“, erzählt Christian Verfürth aus Oldenburg. Viele Gegenstände könne er sich erschließen und erkennen, weil er wisse, wie sie aussehen. Doch neue Situationen seien schwieriger. Er verdeutlicht das. Eine Fußlänge entfernt steht er vom LSF-Leiter entfernt, doch das Namensschild auf seiner Jacke kann Verfürth nicht lesen. Aufgrund seiner Erblindung musste er seine Ausbildung zum Fachinformatiker abbrechen, hat dann sein Abitur in Oldenburg gemacht.

„Ich war begeisterter Fußballer, das geht nun nicht mehr.“ Es scheitere an Geschwindigkeit und langer Balldistanz. Doch vor kurzem habe der 23-Jährige einem Blinden-Fußballspiel zugeschaut. „Der Ball ist kleiner und schwerer und er klingelt. Außerdem sind die Zuschauer leise, damit die Fußballer das Klingeln hören“, erklärt Verfürth. Er ist davon so begeistert, dass er überlegt, eine Blinden-Fußballmannschaft in Schleswig-Holstein aufzustellen. „Das zeigt, dass unsere Devise ,Traut euch‘ Früchte trägt", sagt Josef Adrian.

Hilfe für Sehbehinderte
Das Landesförderzentrum Sehen (LFS) in Schleswig hat als überregionales Förderzentrum den Auftrag, Bildung und Erziehung von sehbehinderten und blinden Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wohnortnah zu unterstützen. Etwa 950 junge Leute betreut das LFS in Schleswig-Holstein. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem Gebiet Bewegung und Sport. Weitere Informationen unter www.lfs-schleswig.de oder Telefon 04 62 1/80 75. sd

Silvie Domann

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