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Segeberg Wer wird Schleswig-Holsteins bester Handwerker?
Lokales Segeberg Wer wird Schleswig-Holsteins bester Handwerker?
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23:28 26.09.2013
Der Zimmerer Morten Hollmann, der in Bad Segeberg bei Holzbau Meineke ausgebildet wurde, muss wie seine Mitbewerber ein schwieriges Teil eines Daches entwerfen und fertigen. Wer Landes-, Bundes- und Europasieger wird, ist bei der Handwerker-WM 2014 in Brasilien dabei. Quelle: Fotos: Spreer

Man darf die 25 jungen Männer ruhig als die „Crème de la Crème“ des schleswig-holsteinischen Handwerker-Nachwuchses bezeichnen, die gestern in Neumünster um den Landestitel wetteiferten. Die vier Fliesenleger, acht Maurer und 13 Zimmerer sind die jahrgangsbesten Gesellen ihrer Innungen im nördlichsten Bundesland. In ihrer Disziplin wollen sie nun Landes-Champion werden.

Dazu haben sie knifflige Aufgaben gestellt bekommen, die sie ohne Hilfe in sieben Stunden realisieren müssen. Wer es in seiner Disziplin am besten gemacht hat, kann sich mit dem Titel Landesmeister schmücken. „Alle, die hier mitmachen, haben mindestens eine 2 als Abschlussnote in der Gesellenprüfung geschafft“, erklärten gestern Jan Jacobsen, Geschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, und Thomas Kafvelström, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. Die Aufgaben, die die jungen Leute umsetzen müssen, wurden vom Bundesverband gestellt.

Es ist nicht gerade einfach, was die Männer da machen müssen. Der Anspruch ist recht hoch. Wie Jacobsen sagte, müssen die Fliesenleger (aus dem Kreis Segeberg ist keiner dabei) ein Fliesenschild mit Muster erstellen. Die Maurer müssen ein kompliziertes Mauerwandteil bis 1,25 Meter Höhe aufstellen, und die Zimmerer einen schwierigen Dachausschnitt, eine sogenannte Schiftung. Den Kreis Segeberg vertritt bei den Maurern Fabian Nehrmann aus Todesfelde (Ausbildungsbetrieb Lindemann-Bau, Groß Kummerfeld). Bei den Zimmerern vertreten Morten Hollmann aus Blunk (Ausbildungsbetrieb Meineke Holzbau, Bad Segeberg) und Nico Gerth aus Sievershütten (Zimmerei Lingstädt aus Hasenmoor) die Segeberger Farben.

Routiniert äußert sich der 20-jährige Nehrmann zu seiner Aufgabe. Auf so etwas habe er sich eingestellt. „Viele Winkel mit Rollschicht“ müsse seine Mauer bekommen. Das scheint für den Blondschopf kein Problem zu sein. Obwohl: Zum Tagesgeschäft gehöre so etwas nicht. Immer wieder setzt er die Wasserwaage an. Auf Genauigkeit kommt es an. „Nebenbei mache ich meinen Meister“, sagt der umtriebige Bursche, der die Lehre verkürzen konnte. Technischer Fachwirt sei er schon, den Ausbilderschein hat der junge Überflieger auch schon. „Ich hatte erst gar nicht vor herzukommen — die Meisterschule geht eigentlich vor.“ Wenn er diesen Titel in der Tasche hat, „möchte ich ins Ausland, Erfahrung sammeln — am liebsten in der Schweiz“.

Eine Halle weiter brütet Morten Hollmann über seiner Aufgabe. Während seine Konkurrenten eine Zeichnung auf dem großen Tisch entwerfen, kniet er auf der Tischplatte am Fußboden. Geo-Dreieck, Lineal, Bleistift immer griffbereit. Um nicht abgelenkt zu werden, hat er Kopfhörer auf. Kompliziert ist es, was er machen soll. „ . . .Kehlwechsel, zwei Schifter, die verblattet werden . . .“ — der Reporter versteht nur Bahnhof. In der Halle ist es mucksmäuschenstill. „So kompliziert baut heute schon aus Kostengründen keiner mehr“, erklärt Hollmann (20). Auch die anderen Zimmerergesellen überlegen angestrengt, wie sie vorgehen müssen, bevor sie überhaupt ans Materialbearbeiten denken.

250 Euro bekommen die Landessieger in den einzelnen Innungen. Doch darauf kommt es hier niemandem an. Die Ehre zählt — für den Sieger und auch seinen Ausbildungsbetrieb. „Für den ist ein Sieger ein Aushängeschild“, sagt Jacobsen. Auf den Lohn kann sich so ein Sieg auch auswirken, gute Leute werden schließlich dringend gesucht. Jacobsen: „Wer einen Landessieger in der Firma hat, wäre unklug, ihn ziehen zu lassen.“

„Wer einen Landessieger in der Firma hat, wäre unklug, ihn ziehen zu lassen.“
Jan Jacobsen , Baugewerbeverband

Christian Spreer

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