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Segeberg WfW: SPD-Stadtvertreter gründen Wählergemeinschaft
Lokales Segeberg WfW: SPD-Stadtvertreter gründen Wählergemeinschaft
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22:38 05.01.2018
Die Gründungsmitglieder des Vereins „Freie Wählergemeinschaft – Wir für Wahlstedt“ waren bisher alle im SPD-Ortsverein aktiv: Bärbel Schwarz, Kai Manzke, Heinrich Westphal, Jens Kummerfeld, Emmi Runge, Dirk Stock, Horst Runge, Jaroslav Mill, Martina Köhn, Hans-Uwe Schwarz (von links). Quelle: Foto: Hfr
Wahlstedt

Nachdem die Wählergemeinschaft Trabi in Trappenkamp bekannt gab, dass ihr die Mitglieder fehlen um zur Kommunalwahl anzutreten, sieht es derzeit so aus, als ob in der 5000-Einwohner-Gemeinde nur noch die Sozialdemokraten antreten. In Wahlstedt dagegen zeichnet sich ab, dass die SPD auf dem Stimmzettel fehlt, wenn am 6. Mai die Gemeinde- und Kreisvertretungen in Schleswig-Holstein neu bestimmt werden.

Mit einem Paukenschlag beginnt das Kommunalwahljahr 2018 für die SPD in Wahlstedt: Zehn Partei-Mitglieder, darunter vier von sechs Stadtvertretern, haben die Freie Wählergemeinschaft „Wir für Wahlstedt“ gegründet. Offen ist, ob die Orts-SPD so in den Wahlkampf zieht.

„Wir haben die Schnauze voll davon, immer mit der Landes- und Bundespolitik in einen Topf geworfen zu werden. Wir wollen von Ortsschild zu Ortsschild arbeiten, zum Wohl unserer Stadt. Darum haben wir eine Wählergemeinschaft gegründet“, findet noch-SPD-Stadtvertreterin Bärbel Schwarz markige Worte. Seit November sei die Idee gereift, am Mittwoch, 3. Januar, war es soweit. Im Sportlertreff riefen zehn Gründungsmitglieder „Wir für Wahlstedt“, kurz WfW, ins Leben.

Alle haben das Parteibuch der SPD in der Tasche. „Es spricht nichts dagegen und wir wollen, dass die Stadtvertretung weiter handlungsfähig ist“, argumentiert Bärbel Schwarz, die den Vorsitz der Freien Wählergemeinschaft WfW übernommen hat. „Wir wollen sozial sein, aber von der SPD nichts aufdiktiert bekommen. Wir wollen auf kommunaler Ebene frei sein und das durchsetzen, was in der SPD nicht mehr angenommen wurde“, nennt sie Argumente zur WfW-Gründung. Als Beispiel führt die Freie Wählergemeinschaft die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge an. Bildung, sozialer Wohnungsbau und die Wiederbelebung des kriminalpräventiven Rats in der Stadt seien Dinge, für die man sich einsetzen wolle.

Mit Bärbel Schwarz, Martina Köhn, Heinrich Westphal und Dirk Stock wollen gleich vier von sechs Stadtvertretern der SPD-Fraktion nicht mehr unter den drei großen roten Buchstaben in den Kommunalwahlkampf ziehen. In Wahlstedt steht dann der Posten des Bürgermeisters zur Disposition. Amtsinhaber Matthias Bonse (CDU) wird antreten. „Und wir werden ihn unterstützen“, sagt Bärbel Schwarz.

Dass Mitglieder größerer Parteien in kleinen Gemeinden ohne Ortsverein auch in Wählergemeinschaften aktiv seien, sei nichts Außergewöhnliches, „auch wenn wir das nicht anstreben“, sagt SPD-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Stefan Weber. Dass die aktiven Wahlstedter Sozen aber diesen Weg gehen, hat ihn offensichtlich kalt erwischt. „Die Gründung kam sehr überraschend, darum kann ich derzeit nichts weiter dazu sagen“, verweist Weber auf geplante Gespräche mit dem WfW-Vorstand. Wenn dabei nichts herauskomme, müsse man sehen, wie es mit dem SPD-Ortsverein Wahlstedt weitergeht. „Natürlich sind wir daran interessiert, eine SPD-Liste zusammenzubekommen“, ergänzt er.

Das dürfte nicht so einfach sein, ist sich Hans-Uwe Schwarz, ebenfalls Mitglied der WfW, sicher: „Den SPD-Ortsverein gibt es nur noch auf dem Papier. Er besteht nahezu nur noch aus passiven Mitgliedern.“ Die Mitglieder der WfW würden keinen großen Wert auf kommunikativen Austausch legen, heißt es von der Wählergemeinschaft.

 Von Heike Hiltrop

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