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Segeberg Wie man Kinder durch die Pubertät begleitet
Lokales Segeberg Wie man Kinder durch die Pubertät begleitet
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20:24 11.07.2015
Simone Vonsien (v.l.), Dr. Clemens Veltrup, Marion Laser und Tanja von Bodelschwingh beim Fachsimpelten. Quelle: pd
Bad Segeberg

Pubertät, die schwierige Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenwerden: Eltern können davon ein Lied singen, aber auch Lehrer und Sozialpädagogen stoßen bei Jugendlichen in der Pubertät häufig an ihre Grenzen. Und genau diese werden in dem so wichtigen Entwicklungsprozess ausgetestet. In der Jugendakademie lernten Fachleute, wie sie Missverständnisse ausräumen, Verständnis entwickeln, Gesprächsangebote finden und vor allem Brücken zwischen pubertierenden Jugendlichen und Erwachsenen bauen können.

Genau das ist nämlich nicht immer leicht. Sind gleichaltrige Jugendliche dabei, wollen sie cool wirken und provozieren. Dann wieder scheint es oftmals so, als hätten die Pubertierenden das Reden schlichtweg verlernt oder befänden sich in einer Vorstufe der Demenz: Das, was gerade besprochen wurde, ist im nächsten Moment raus aus dem Kopf. „Das ist ganz normal“, beruhigt Marion Laaser, Kinderbeauftragte des Kreises Segeberg, der zusammen mit der Ambulanten und teilstationären Suchthilfe (ATS) zu der Fachtagung eingeladen hatte. „In der Pubertät gibt es viele Missverständnisse. Das Gehirn wächst, die Jugendlichen sind vergesslich. Eltern denken, das machen sie mit Absicht. Aber das tun sie nicht“, erklärt die Kinderbeauftragte.

Über soziale Netzwerke kommunizieren, selbst wenn man sich gegenübersitzt, oder in Panik zu geraten, wenn das Smartphone nicht aufgeladen oder auffindbar ist: Alles scheint in einer veränderten Gesellschaft noch normal zu sein, doch eine wichtige Faustregel sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden: „Wer viel Anspannung hat, braucht viel Entspannung. Wer viele Medien konsumiert, muss viele reale Kontakte haben“, sagt Dr. Clemens Veltrup, Leitender Therapeut der Fachklinik Freudenholm-Ruhleben, der auf der Fachtagung über Pubertät und Grenzverletzung referierte.

Für ihn müssten die Jugendlichen lernen, dass es Grenzen unterschiedlicher Qualität gäbe. Gesetzliche Rahmenbedingungen wie das Jugendschutzgesetz müssten von allen Beteiligten eingehalten werden.

Aber es gäbe auch Grenzverletzungen, die einen dauerhaften Schaden anrichten könnten. Der Konsum von Suchtmitteln, Schule schwänzen oder aber Nutzen von Medien, ohne selbst in der Lage zu sein, Beziehungen aufzubauen.

Gibt es eine Chance, diese Grenzverletzungen zu reduzieren? Veltrup: „Es gibt Dinge, dazu muss man Jugendliche motivieren. Man sollte gemeinsam nach einem Angebot suchen, das ihren Neigungen entspricht, selbst wenn sie sich zunächst dagegen sperren. Bekanntlich kommt der Appetit ja mit dem Essen.“ Lehrer Hinnerk Frahm, der neben Tanja von Bodelschwingh vom Institut für Gewaltprävention „Petze“ ebenfalls als Dozent referierte, sieht große Chancen in der Pubertät. Die Jugendlichen werden selbständig, sie können über sich hinauswachsen. Für ihn ist aber auch klar: „Das, was in den ersten Lebensjahren vergeigt wurde, kann auch in der Pubertät nicht mehr aufgeholt werden.“

pd

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