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Segeberg Wieder Schmierereien am Rathaus
Lokales Segeberg Wieder Schmierereien am Rathaus
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12:20 18.02.2016
Die teure Überwachungsanlage lieferte keine Bilder von dem oder den Tätern. Die Kamera soll hin und wieder Aussetzer haben.

Das zeigte sich in der Nacht zu Mittwoch. Da war die Rathausfassade wieder einmal von einem oder mehreren Schmierfinken heimgesucht worden. Der oder die Täter warfen eine offensichtlich zähe, graue, bitumenartige Farbe in einer Flasche an die Fassade, gleichzeitig beschmierten sie die Eingangstür. Da es sich vermutlich um eine politische Tat handelt, wurde nach Polizeiangaben der Staatsschutz in Kiel mit dem Fall betraut. Die Aufschrift „A“ für Anarchie auf der Eingangstür deutet auf eine politisch motivierte Tat hin. Bisher wurde niemand ermittelt, deshalb sollten sich Zeugen der Tat an die Polizei in Bad Segeberg wenden, teilte ein Sprecher mit.

„Ich möchte dazu aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.“

Dieter Schönfeld, Bürgermeister Bad Segeberg

Doch die Ermittlung der Täter dürfte schwierig werden, denn die an der Rathauswand montierte Kamera gab nach LN-Informationen just zu dem Zeitpunkt ihren Geist auf, als die Täter das Rathaus heimsuchten. Offenbar habe die Kamera hin und wieder Aussetzer, erfuhren die LN. Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld, von den LN darauf angesprochen, wollte dazu „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Auskunft geben. Offensichtlich ist der Verwaltung die Angelegenheit etwas peinlich. Denn so hat die Stadt als Geschädigte trotz Überwachungsanlage, die so teuer wie ein Kleinwagen sein soll, keinen Hinweis darauf, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, wohin die Täter flüchteten — geschweige denn hat sie die Möglichkeit, die Täter mit Hilfe der Aufzeichnungen zu identifizieren.

Im Gegensatz zur unzuverlässigen Rathauskamera sollen die Überwachungsanlagen an der Dahlmannschule und beim Städtischen Gymnasium ganz hervorragende Bilder abliefern. Mit Hilfe scharfer Bilder soll sogar schon einmal ein Täter ermittelt worden sein.

Das „Montagsgerät“ am Rathaus wurde angeschafft, als vor vier bis fünf Jahren die Anschläge mit Sachbeschädigung auf die Bad Segeberger Machtzentrale gar nicht mehr aufhörten. Unrühmlicher Höhepunkt war ein Anschlag im Oktober 2012, als Täter das Sicherheitsglas der Eingangstüren mit Brachialgewalt zerstörten. Das war damals der dritte Anschlag auf das Rathaus in nur einer Woche. Auch wenn es sich offenbar um ein nicht immer taugliches Gerät handelt — laut Schönfeld hat sich die Kamera am Rathaus auf lange Sicht trotzdem bewährt.

Wolfgang Glombik

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