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Segeberg Jahresstart im Wildpark Eekholt
Lokales Segeberg Jahresstart im Wildpark Eekholt
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09:00 13.01.2019
Impressionen vom Neujahrsempfang: Wildpark Mitbegründerin Theda Hatlapa (90) begrüßt Landrat Jan Peter Schröder. Quelle: Heike Hiltrop
Großenaspe

Winterzeit im Wildpark Eekholt verbreitet eine ganz besondere Atmosphäre. Jetzt kommen vor allem diejenigen Besucher, die die Ruhe in der Natur genießen, die stillen Beobachter. Denn es gibt auch viel zu sehen: Bei den Füchsen etwa, die sich gerne mal kabbeln. „Da liegt Paarungsstimmung in der Luft“, sagt Tierpflegerin Janine Bürger. Ober bei dem lustigen Baummardermädchen, das derzeit im neuen Mardergehege lebt und gerne vor Publikum den Clown gibt.

Es ist ein Zuhause auf Zeit, denn das Tier, das mit drei anderen 2018 in Eekholt geboren wurde, wird wie schon seine Geschwister in einen anderen Park umziehen. Das Blesswild zu beobachten, ist in jeder Jahreszeit eine Freude. Und wer Isegrim näher kommen möchte, hat hier beste Gelegenheit dazu.

Ordentlich was los im Wildpark

Es gehe dem Wildpark-Team nicht darum, reines Wissen zu vermitteln. „Es muss auf einer anderen Ebene erlebbar und spürbar werden, damit der Wunsch, etwas Neues zu lernen, keimen kann und Wissen auf fruchtbaren Boden fällt“, fasst Inhaberin Isabelle Mahnert zusammen. Das Konzept geht auf: 270 164 Besucher zählte das Team im vergangenen Jahr. Ein Plus zu 2017 von 6,9 Prozent, führte Geschäftsführer Wolf-Gunthram Freiherr von Schenck während des traditionellen Neujahrsempfangs aus. Darunter mehr als 14 000 persönlich betreute Kinder und Jugendliche.

Auch die Zahl der Stammgäste mit Jahreskarte konnte um 528 auf 16 236 gesteigert werden. Einen herben Verlust habe jedoch das „garantiert einmalige“ Werner-Rennen für den Wildpark gebracht. Durch die Straßensperrungen sei es Besuchern kaum möglich gewesen, zum Wildpark zu gelangen. „Durchfahrt nur mit gültigem Ticket“ konnten sie lesen, was aber nicht die für Eekholt, sondern die Veranstaltung am Flugplatz Hartenholm betraf. „Der Wildpark war eine Woche lang praktisch von der Außenwelt abgeschnitten“, kritisierte von Schenck. „Insgesamt hatten wir dadurch rund 3000 Besucher weniger und einen Schaden von etwa 30 000 Euro.“ Man habe keinen Einfluss auf das Verkehrskonzept nehmen können, bedauert er und hofft, dass es dieses Jahr eine bessere Zusammenarbeit mit dem Veranstalter geben wird.

Hinter den Kulissen

Als Zivildienstleistender startete André Rose, gelernter Tischler, einst im Team des Wildparks. „Mehr als die Hälfte meines Lebens, bin ich schon hier“, sagt der 45-Jährige. Schließlich guckte ihn Begründer Dr. Hans-Heinrich Hatalpa für die Flugschule aus. Das war im August 1993. „Falknerei war ganz groß im Kommen, jeder Park wollte da was machen. Aber das war natürlich etwas ganz anderes als heute“, erinnert sich Rose. „Wir hatten ein paar Piepmätze, die wir Schulklassen gezeigt haben.“ Viel hat sich seither im Wildpark getan. André Rose legte 1999 die Prüfung zum Zootierpfleger ab. Und als 2002 ein Leiter für die Tierpflege gesucht wurde, „da kam der Chef während der Weihnachtsfeier zu mir und sagte: Junge, ab Januar machst du das dann“. Kreuzotter-Nachwuchs hat er schon zu Hause gepäppelt, kennt jeden Winkel im Wildpark und jedes Tier. „Man merkt erst an bestimmten Dingen, wie schnell die Zeit vergeht, etwa wenn bei baulichen Veränderungen die Frage nach alten Leitungen aufkommt. Da muss ich schon gucken, dass ich ein paar Dinge weitergebe.“

In der Winterzeit, bis zum letzten Februartag, können Besucher den Wildpark von 10 Uhr bis 16 Uhr betreten und sich bis zum Einbruch der Dunkelheit hier aufhalten. Mehr Infos im Internet unter www.wildpark-eekholt.de.

Im Februar stehen in der Bildungseinrichtung für Nachhaltigkeit wieder die Wolfsnächte an. Im vergangenen Jahr, so führte Ute Kröger, Leiterin der Wildparkschule, aus, waren mehr als 3000 Gäste zu der Veranstaltung gekommen. An den drei Dunkel-Munkel-Nächten beteiligten sich 14 000 Menschen, und Pfingsten 2018 (6000 Besucher) habe sich die Wildparkschule in ein Kunstatelier verwandelt. Der Veranstaltungskalender sei eine bunte Mischung, sagte Kröger. „Eine bunte Mischung aus Edutainment – gute Bildung in Verbindung mit guter Unterhaltung.“

Immer im Fluss sind die Entwicklungen auf dem Gelände. So ist die derzeit mit zu päppelndem Federtier gut gefüllte Vogelpflegestation ausgebaut worden und hat sechs große, teilbare Pflegeräume. Eine große Trainingsvoliere ist in Planung. Die Marder freuen sich über mehr Platz. Da die geplante Vergesellschaftung der Dachse mit den Füchsen nicht geklappt hat, werden sie getrennt in eigenen Gehegen mit mehr Platz gehalten. Die Wildschweine haben einen Hektar Fläche dazu bekommen. Außerdem gibt es ein paar neue Gesichter im Wildpark: Chamäleon „Paul“ etwa. Oder das Kranich-Junge, das es geschafft hat – „ein großer Erfolg für uns“, sagte Janine Bürger erfreut. Aber es hieß auch Abschied nehmen, etwa von Seeadler „Anna“. Das wohl ältestes Wildparktier starb 2018 mit 38 Jahren.

Eine große Sorge treibt das Wildparkteam derzeit um: Genau zwischen dem Storchenrastplatz Hitzhusen und dem Wildpark, der im kommenden Jahr 50 Jahre alt wird, soll ein Windpark entstehen. Das Gebiet gelte als Hotspot Schleswig-Holsteins für Weißstörche, von denen sich hier im August teilweise mehr als 100 versammeln. Auch für die Auswilderung von Tieren aus der Vogelpflegestation sei ein Windpark in unmittelbarer Nähe ein großes Problem, sagte von Schenck. Er setzt darauf, dass die von der Gemeinde Großenaspe und dem Amt Bad Bramstedt Land entsprechend verfassten Stellungnahmen zur Landesplanung Berücksichtigung finden.

Heike Hiltrop

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