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Windenergie: Bebenseer mobilisieren Widerstand

Bebensee Windenergie: Bebenseer mobilisieren Widerstand

Bereits während einer Sitzung der Gemeindevertretung im vergangenen Jahr hatten die Bebenseer deutlich gezeigt, was sie von Windkraft am Ort halten — nämlich nichts. Jetzt hat sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau von Windkraftanlagen im Bereich Leezen-Bebensee gegründet.

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Nach der Gründungsversammlung verteilten Susanne Kirchof und Gerhard Artinger (v.l.) Infomaterial.

Bebensee. Entsprechend gut besucht war auch die Gründungsversammlung der „Bürgerinitiative gegen die Errichtung von Windanlagen im Raum Leezen-Bebensee-Mözen-Schwissel“, die sich am Freitagabend mit 50 Mitgliedern für den Kampf gegen Windmühlen formiert hat. Sogar ein Landeigentümer hat seine Mitarbeit angeboten.

LN-Bild

Bürgerinitiative gegen den Bau von Windkraftanlagen im Bereich Leezen-Bebensee gegründet.

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Als das Husumer Unternehmen Windkraft Nord (WKN) im vergangenen Jahr seine Planungen für das Gebiet zwischen den vier Gemeinden vorgestellt hatte, waren es noch 17 Anlagen, die direkt vor den Toren Bebensees entstehen sollten. Inzwischen soll die Zahl auf zehn reduziert worden sein, eine Bestätigung dafür gibt es von dem Unternehmen aber nicht. „Es sind sogar schon Vorverträge mit den Landeigentümern geschlossen worden“, berichtete Dr. Joachim Musehold. Bis auf einen seien alle Verträge bereits unterschrieben worden. „Goldkarte“ nennt er die Übersichtskarte der Landesplanung, auf der die Windeignungsgebiete eingezeichnet sind. Je nach Lage sollen die Landeigentümer zwischen 20000 Euro und 80000 Euro pro Jahr pro Anlage bekommen, waren sich Musehold und die Gastredner einig.

Gut vorbereitet war die Präsentation von Dr. Joachim Musehold, der die Gründung der Bürgerinitiative gemeinsam mit Detlef Streichert, Christian Förster, André und Henno Brehmer, Dennis Kudenhold und Thorsten Vater auf den Weg gebracht hat. Verschiedene Fotomontagen mit Luftaufnahmen hatte er angefertigt und sogar die Flugrouten der Großvögel eingezeichnet. Immerhin dient die Windeignungsfläche Kranichen, Silberreihern, Graureihern, Uhus, Störchen, einem Rotmilan und sogar einem Seeadler als Nahrungsgebiet.

„Die Windeignungsfläche reicht genau bis an den Kremser Weg heran. Zwei bis drei Anlagen sollen auf dem Gemeindegebiet entstehen, genau im Bebenseer Moor, das eigentlich geschützt ist“, erläuterte Musehold. Eingeladen hatte er zwei Fachleute: Gerhard Artinger, Diplom-Ingenieur aus Bargteheide, der sich besonders in die „Nebenwirkungen von Windkraftanlagen“ in Form von Infraschall eingearbeitet hat. „Die tiefen Frequenzen hört man nicht, aber man spürt sie“, so Artinger, der den Bebenseern weiteres Infomaterial zur Vertiefung der komplizierten Thematik mitgebracht hatte.

Von ihren eigenen Erfahrungen berichtete Dr. Susanne Kirchhof, Vorsitzende des Vereins „Gegenwind Schleswig-Holstein“, die direkt am Rand eines Windparks in Holtsee wohnt. „Wenn ich tagsüber mit dem Hund spazieren gehe, kann ich die Windkraftanlagen nicht hören, aber ich kann sie fühlen“, berichtete sie. Ein permanenter Schallpegel sei durch die Windkraftanlagen vorhanden. „Tagsüber sind noch andere Umgebungsgeräusche da. Abends aber, wenn alles still ist, fängt es im Ohr an zu brummen. Diesem Brummen kann man nicht entkommen“, schilderte die Vorsitzende ihr Leben mit den Windkraftanlagen.

Auch wenn derzeit weder die Gründung einer Bürgerinitiative noch der Beschluss einer Gemeindevertretung für Windkraft Gültigkeit habe, forderten beide Gastredner die Einwohner auf, ihre Ängste und Befürchtungen mitzuteilen. Derzeit laufe eine Onlinepetition. Mehr dazu auf der Internetseite www.gegenwind-sh.de.

Von Petra Dreu

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