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Windkraft: Bürger setzen Antrag durch

Schieren Windkraft: Bürger setzen Antrag durch

In ihrer gemeindlichen Stellungnahme zu der für Repowering vorgesehenen Windvorrangfläche zwischen Schieren, Bad Segeberg und Weede hat sich die Gemeindevertretung Schieren hinter ihre Einwohner gestellt und sich gegen die geplanten Windkraftanlagen ausgesprochen.

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Judith und Michael Horn, Dieter Schulz, Caroline und Jan Claussen sowie Heide und Malte Mau (v.l.) freuen sich, dass der Einwohnerantrag ihrer Interessengemeinschaft zumindest im zweiten Anlauf von der Gemeindevertretung Schieren komplett in die Stellungnahme der Gemeinde eingeflossen ist.

Schieren. Es war zwar eine schwierige Geburt, aber letztlich zählt das Ergebnis: In ihrer gemeindlichen Stellungnahme zu der für Repowering vorgesehenen Windvorrangfläche zwischen Schieren, Bad Segeberg und Weede hat sich die Gemeindevertretung Schieren hinter ihre Einwohner gestellt und sich gegen die geplanten Windkraftanlagen ausgesprochen. Damit entsprach die Gemeinde einem Einwohnerantrag, den Jan Claussen und Karl-Heinz Kohls stellvertretend für eine Interessengemeinschaft eingebracht hatten.

LN-Bild

Schieren gibt Stellungnahme zu der für Repowering vorgesehenen Windvorrangfläche ab.

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Eine vierseitige Stellungnahme zu allen wichtigen Abwägungskriterien hatte die Interessengemeinschaft ausgearbeitet und der Gemeindevertretung mitsamt Einwohnerantrag gemäß der Gemeindeordnung an die Hand gegeben. „Wir haben viele Argumente von Einwohnern bekommen und konnten Sachen hinterfragen, die wir nicht gewusst haben“, dankte Bürgermeister Hans-Werner Schumacher nach der rund zweistündigen Versammlung den Antragstellern.

Siedlungsflächen, Riegelbildung, Tourismus, Vogelzug, Verbundachsen zu Schutzgebieten, Großvögel, Fledermausschutz und der Grundwasserspiegel: In allen Bereichen rügte die Gemeinde das nicht ausreichend berücksichtigte Konfliktpotenzial. Mit einer generellen Ablehnung aber taten sich die Gemeindevertreter schwer, die sich nach Auskunft des Bürgermeisters zuvor darauf verständigt hatten, keine explizite Stellungnahme für oder gegen das Windvorranggebiet abgeben zu wollen. Das jedoch konnten die Einwohner wiederum nicht nachvollziehen. Erst nach erneuten Protesten der immer noch zahlreich vertretenen Einwohner votierten die Gemeindevertreter mit vier Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen für den Zusatz, der Ausweisung des Vorranggebietes nicht zuzustimmen.

„Dass es so schwierig ist, die Gemeinde zu vertreten, hatte ich nicht für möglich gehalten. Jetzt aber bin ich froh, dass sich die Stellungnahme gegen das Vorranggebiet ausspricht“, zeigte sich Claussen nach der Entscheidung erleichtert. 127 Hektar ist die Fläche groß, an der Schieren mit 19 Hektar den kleinsten Anteil hat. 21 Hektar gehören zum Stadtgebiet von Bad Segeberg, der mit 87 Hektar größte Batzen befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Weede. Acht bis elf Anlagen sind dort als Repowering-Anlagen vorgesehen. Gespräche zwischen Investoren und den 22 Landeigentümern hat es bereits gegeben, die für das Projekt eine GmbH gegründet haben.

Die kurzfristig für Dienstag einberufene Einwohnerversammlung mit anschließender Sitzung des Gemeinderates war noch besser besucht als schon die letzte Zusammenkunft am 25. April. Von den rund 100 Einwohnern kamen die meisten aus Schieren, aber auch Weedes Bürgermeisterin Christel Jürgens und weitere Bürger ihrer Gemeinde, in der heute um 19.30 Uhr ebenfalls eine Einwohnerversammlung im Jugend- und Sportlerheim stattfindet, hatten sich auf den Weg gemacht. Auch Wolfgang Tödt, Bauausschussvorsitzender der Stadt Bad Segeberg, war nach Schieren gekommen, um sich dort ein eigenes Bild von der Stimmung zu machen.

Wie schon bei der Sitzung davor gab Bürgermeister Schumacher einen Überblick über das Repowering-Projekt und appellierte an die Einwohner, selbst tätig zu werden und Bedenken wie Anregungen zu äußern. „Nichts ist in Stein gemeißelt. Alle Argumente in der Anhörung werden geprüft und bewertet“, so Schumacher. Auch Dr. Susanne Kirchhof von „Gegenwind Schleswig-Holstein“ und Jens-Peter Koelln vom Bundesverband Windenergie kamen zu Wort.

 Petra Dreu

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