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Segeberg Windkraft bringt Daldorfer Neubaugebiet in Gefahr
Lokales Segeberg Windkraft bringt Daldorfer Neubaugebiet in Gefahr
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20:41 20.06.2017
100 Besucher aus Daldorf und den umliegenden Gemeinden waren zur Einwohnerversammlung nach Daldorf gekommen. Quelle: Fotos: Petra Dreu

„Daldorf hat Zukunft. Unsere Kita ist ausgebucht. Die Gemeinde will ein Baugebiet ausweisen. Aber die einzige Möglichkeit zu wachsen, haben wir in Richtung der Windkraftanlagen. Da aber will doch keiner hin“, sagte Lars Lorenzen, Berufsfeuerwehrmann und Nebenerwerbslandwirt aus Alterfrade in der Einwohnerversammlung der Gemeinde Daldorf.

Seine Befürchtung: „Wo ein Spargel steht, kommen weitere hinzu.“ Derzeit versuche jeder, wie im Wilden Westen Anlagen anzuschließen, so Lorenzen, der seinen Worten eine vorsorgliche Ankündigung in Richtung des Planungsbüros hinterherschickte. „Wir haben einen eigenen Trinkwasserbrunnen. Das Wasser lasse ich gerichtsfest untersuchen. Wenn sich daran irgendwas verändert, werde ich sie verklagen“, so der Einwohner, der für die Interessengemeinschaft Groß Rönnau, Blunk, Krems II, Daldorf alle Fakten zum Entwurf des Regionalplanes aufbereitet hatte.

„Wir sind in einem sehr, sehr frühen Stadium. Erst wenn belastbare Fakten vorliegen, kann man konkreter werden.“ Diesen Satz fügte Rolf Ohlsen, Diplom-Geograf und Prokurist der „Plan 8 Gruppe“ aus Eckernförde, immer wieder in seinen Vortrag ein, mit dem er sich in die „Höhle des Löwen“ gewagt hatte. Und hier hatte die Daldorfer Gemeindevertretung genau Buch geführt: Ohlsen stand 72 Daldorfern und 25 Gästen aus den umliegenden Gemeinden gegenüber, die genau das Gegenteil von dem wollen, was sich der Planer und Betreiber von Windkraftanlagen auf die Fahne geschrieben hat.

Nach dem derzeitigen Stand geht es um vier Windkraftanlagen mit jeweils einer Gesamthöhe von 180 Metern und 3,450 kW Nennleistung. Bauen möchte sie das Unternehmen auf zwei kleinen Flächen im Osten von Daldorf. Weil dort aber nur drei Windkraftanlagen Platz hätten, hofft „Plan 8“ auf die Reaktivierung einer abgelehnten Potenzialfläche für eine weitere Anlage. Die Abstände: 1100 Meter nach Daldorf, 584 Meter zu dem Einzelgehöft von Thomas Fiedler und Anja Gottschalk im Viehmoor. Vor einem Jahr hatten sie das Haus gekauft, um dort Ferienwohnungen einzurichten. „Das können wir knicken“, befürchtet Fiedler.

„Es sind so viele Planungsfehler gemacht worden. In Daldorf gibt es vier Flora-Fauna-Habitat-Gebiete. Nicht eines davon wurde berücksichtigt“, sagte Lorenzen, der mit einem Ornithologen einen Streifzug durch die betroffenen Koppeln und Felder unternommen hat. „Kraniche, Rotmilane, Mäusebussarde und sogar einem Wachtelkönig sind wir begegnet. Dort ist so viel Leben, man darf dort einfach keine Windkraftanlagen bauen.“ Auf Daldorfer Gemeindegebiet sollen zwar „nur“ vier Anlagen aufgestellt werden, wesentlich mehr sollen es aber auf dem direkt an Alterfrade und Pettluis angrenzenden Areal werden, das zur Gemeinde Blunk gehört. Unterstützung bekam die Interessengemeinschaft von Rainer Böttcher, pensioniertem Mitarbeiter des Umweltministeriums und Mitglied des Vereins „Gegenwind“.

Er und Lars Lorenzen appellierten an die Daldorfer, bis zum 30. Juni Stellungnahmen zu den Windvorranggebieten auf der Internetseite www.bolapla -sh.de abzugeben.

Petra Dreu

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