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Segeberg 230 Meter hohe Windräder für Wahlstedt und Rickling geplant
Lokales Segeberg 230 Meter hohe Windräder für Wahlstedt und Rickling geplant
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20:00 10.09.2018
Wie zwischen Weede und Neuengörs könnte es ab 2021 auch zwischen Wahlstedt und Fehrenbötel aussehen. Quelle: FOTO: OLIVER VOGT
Wahlstedt/Rickling

„Potenzialfläche Hülsenberg“ heißt das Areal, auf dem der Windparkentwickler UKA Windräder errichten möchte. Das Gebiet, das etwa 130 Hektar umfasst und im zweiten Planungsentwurf der Regionalplanung des Landes als geeignet ausgewiesen worden ist, befindet sich zwischen Wahlstedt und dem Ricklinger Ortsteil Fehrenbötel. Platz für fünf bis sechs Anlagen sei hier, hieß es vor einigen Tagen von Unternehmensvertretern der UKA während einer Informationsveranstaltung, zu der Landwirte eingeladen waren, deren Flächen das Unternehmen nutzen will. In Gesprächen mit denjenigen, die aus Fehrenbötel kommen, ist man sich bereits seit Langem so gut wie einig. Auch der Gewässerverband steht dem Vorhaben positiv gegenüber. Die Gesellschafter der ebenfalls betroffenen Hülsenberg Holding wollen sich zeitnah entscheiden.

Die Pläne werden bereits seit 2016 vorangetrieben. Seinerzeit waren die Areale größer. Doch das Radar des Deutschen Wetterdienstes in Boostedt und der Flugplatz in Wahlstedt waren mit ihren erforderlichen Sicherheitsabständen dafür verantwortlich, dass die Gebiete im Zuge der Abwägungen zunächst ganz aus der Regionalplanung für die Eignungsflächen rausgeflogen waren. Die Entwickler hätten jedoch nach eigenen Angaben mit Stellungnahmen auf den zweiten Entwurf einwirken können, hieß es bei der Veranstaltung in der Landbrauerei Rickling. Mit dem Ergebnis, dass der aktuelle Korridor für Windkraftanlagen neu zugeschnitten wurde.

Unternehmen will einwirken für mehr Fläche bei Wahlstedt

Der sei zwar im Vergleich zu Planungsbeginn insgesamt deutlich kleiner, aber dafür könne man nun größere Windräder bauen, hieß es. Außerdem wolle man sich in weiteren Stellungnahmen im noch bis Anfang Januar 2019 laufenden Beteiligungsverfahren „auf die Regionalplanung einwirken“, damit doch noch weitere Flächen Richtung Wahlstedt erneut ausgewiesen würden. Bürgermeister Matthias Bonse (CDU) sagt aber: „Wir stehen dem jetzigen Vorhaben offen gegenüber. Eine Weiterentwicklung Richtung Wahlstedt sehen wir jedoch kritisch, denn hier sind im F-Plan Flächen für Wohnbebauung vorgesehen.“

Beteiligung am Verfahren

Die Öffentlichkeit an dem Planungsverfahren, auch der Entwicklung ist im Landesplanungsgesetz verankert. Im Internet kann sich jeder die Karten mit den potenziellen Flächen für Windkraftanlagen ansehen, Stellung dazu nehmen, sich informieren und die Weiterentwicklung verfolgen. Eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich. Segeberg, Stormarn und Lübeck finden sich in der Teilaufstellung III des Regionalplans. Das Beteiligungsverfahren endet am 3. Januar 2019.

Noch könne der Anlagentyp der neuesten Generation nicht präsentiert werden, hieß es in der Versammlung. Aber so viel steht fest: Die Narbenhöhe soll etwa 150 Meter betragen, dazu kommen die Rotoren. Die Planer gehen von einer Gesamthöhe von gut 230 Metern aus. Bleibt es bei der Anzahl von fünf bis sechs Windrädern, dann rechnen die Projekt-Betreuer vom Windparkentwickler UKA mit einer Ernte von 17,7 Millionen Kilowattstunden im Jahr (KWh/a).

Der Zeitplan für die Umsetzung ist streng durchgetaktet: Bis zum Jahresende soll die Flächensicherung stehen, bis zum Sommer 2019 die Kartierung in trockenen Tüchern sein. Ende September 2019, so erwarten es die Projektentwickler, könne dann der Genehmigungsantrag eingereicht werden. Für Herbst 2020 rechnen sie schließlich mit grünem Licht für das Vorhaben. Die Inbetriebnahme der Anlagen visieren die Planer für Ende 2021 an. Doch noch läuft das Beteiligungsverfahren, in dem jeder, auch jeder Bürger, eine Stellungnahme zur „Potenzialfläche Hülsenberg“ abgeben kann.

Heike Hiltrop

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