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Windparks: In Pronstorf braut sich Gegenwind zusammen

Pronstorf Windparks: In Pronstorf braut sich Gegenwind zusammen

Die Ausmaße des Windparks Obernwohlde haben viele unterschätzt. Während der Planungsphase regte sich kaum Widerstand, was sich bei einem möglichen Windpark auf dem Gebiet Diekhof/Strenglin offenbar nicht wiederholen soll.

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Einstimmig beschloss die Pronstorfer Gemeindevertretung, erneut eine naturschutzrechtliche Stellungnahme zur Windkraft nach Kiel zu schicken.

Quelle: Fotos: Dreu

Pronstorf. Fast 30 Einwohner waren ins Feuerwehrhaus nach Eilsdorf gekommen, um Position zu beziehen.

LN-Bild

Immer mehr Windräder ringsum – unter den Bewohnern wächst die Skepsis.

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„Es ist nicht schlimm, wenn man sich einmal falsch entschieden hat. Aber man muss es nicht noch einmal tun“, richtete Einwohnerin Bianca Wulff zu Beginn einen emotionalen Appell an die Gemeindevertretung. „Die Bürger sind erschrocken, welche Ausmaße das Windkraft-Imperium in Wulfsfelde hat. Diese dauernden Blinklichter. Wenn ich aus dem einen Fenster schaue, sehe ich die Anlagen von Neuengörs. Wenn ich aus dem anderen sehe, die aus Wulfsfelde“, sagte Wulff, die in Strenglin einen kleinen Pferdehof betreibt.

Viel Handlungsspielraum hat die Gemeinde in Bezug auf den am 6. Dezember neu vorgestellten Regionalplan jedoch nicht. Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatte sie eine Stellungsnahme zu den beiden Windeignungsflächen, auf denen jeweils fünf bis sechs Windkraftanlagen entstehen könnten, abgegeben. Grundlage der Stellungnahme waren die naturschutzrechtlichen Belange und Ausschlusskriterien, die zuvor der Falkner Bernd Nowak und Förster Reinhard Schulte ausgearbeitet hatten (die LN berichteten). Ihre Ausführungen hatte das Ministerium zwar beachtet, aber nicht so gewichtet, wie es sich die beiden Männer erhofft hatten.

„Die Hünengräber in dem Gebiet hat das Ministerium anders eingestuft. Zuerst galt für sie ein hohes Konfliktrisiko, jetzt nur noch ein geringes. Dafür aber wurde der Fledermausschutz erfreulicherweise hoch eingestuft“, erläuterte Bernd Nowak die Abwägungskriterien des Landes. Besondere Bedeutung misst der Falkner dem Dichtezentrum Seeadler zu, denn das Vorranggebiet für Windkraft liegt genau in dem Bereich zwischen vier Seeadlerhorsten. „Jeder, der hier wohnt, weiß, dass es ein Dichtezentrum ist. Wenn das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ebenfalls zu dem Schluss kommt, ist Windkraft vom Tisch“, erklärte Nowak, der notfalls gerichtlich gegen die Entscheidung des Landes vorgehen würde.

Zwar waren die Gegner der Windkraft im Eilsdorfer Feuerwehrhaus zahlreicher vertreten, aber es gab auch andere Stimmen. So erinnerte Gemeindevertreter Thilo Klamroth (Wählergemeinschaft, WG) an eine verschandelte Landschaft in den östlichen Bundesländern durch den Braunkohleabbau und plädierte für erneuerbare Energien. Jörg Grell (WG), möchte, dass das Land etwas von Windkraft habe: „Bei Offshore-Windparks haben nur die Energieriesen etwas davon.“ Sabine Hödtke (WG) betonte, dass es nicht darum ginge, für oder gegen Windkraft abzustimmen, sondern alle Ortsteile gleich zu behandeln.

Von den Einwohnern bedauerte Adolf Hammerich, dass bislang keine Rede von einem Bürgerwindpark sei und Marco Zickermann gab der Fledermaus die Schuld, bereits für den gestoppten Weiterbau der A 20 verantwortlich zu sein.

Die Gemeindevertretung votierte letztendlich einstimmig dafür, eine überarbeitete Stellungnahme erneut an das Land zu senden. Bürgermeisterin Bettina Albert appellierte an die Einwohner, es der Gemeinde als Privatpersonen gleichzutun. Für Einwohner Hartmut Lamprecht ist indes eines klar: „Wind weht auch in Bayern. Es kann nicht sein, dass Schleswig-Holstein alles allein wuppen soll.“

 Petra Dreu

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